Zink – das unterschätzte Spurenelement, das über glänzendes Fell hinausgeht
Zink steckt in über 300 Enzymen, und die Versorgungslage im Heu hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verschlechtert. Warum die Milligrammzahl auf dem Sack nicht das ist, was im Pferd ankommt.
Wenn wir bei Pferden an Zink denken, fällt uns meistens als Erstes das Fell ein. Und ja, das stimmt auch, aber es ist nur die Oberfläche von dem, was dieses Spurenelement im Körper deines Pferdes eigentlich leistet. Zink steckt in weit über 300 Enzymen und mischt damit in praktisch jedem Stoffwechselvorgang mit, den wir für ein gesundes Pferd brauchen. Von der Hormonbildung über die Zellneubildung bis zur Entgiftung. Und genau deshalb lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen, denn ein Mangel bleibt selten unsichtbar, er zeigt sich nur oft an Stellen, an die man zuerst gar nicht denkt.
Warum Zink heute schwieriger zu decken ist als früher
Interessant ist, dass sich die Versorgungslage in den letzten Jahrzehnten deutlich verschlechtert hat. Der Zinkgehalt im Heu lag früher bei rund 28 Milligramm pro Kilogramm Trockenmasse, heute sind es häufig nur noch etwas über 22 Milligramm. Der tatsächliche Bedarf liegt aber bei 35 bis 40 Milligramm pro Kilogramm Trockenmasse, bei einem 600 Kilogramm schweren Pferd in Arbeit also schnell bei über 300 Milligramm täglich. Das heißt, allein mit Heu kommt kaum ein Pferd auf seinen Bedarf, und weil gleichzeitig immer weniger Hafer gefüttert wird, der von den Getreidesorten noch den höchsten Zinkgehalt hat, wird die Lücke eher größer als kleiner.
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