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Heu und Grundfutter·4 Min. Lesezeit·01.11.2025

Heucobs: worauf man beim Kauf achten sollte

Heucobs sind eine beliebte Alternative oder Ergänzung zum klassischen Raufutter.

Heucobs sind eine beliebte Alternative oder Ergänzung zum klassischen Raufutter.

Besonders für Pferde mit Zahnproblemen oder Stauballergien bieten sie eine wertvolle Möglichkeit, die Raufutterversorgung sicherzustellen. Doch Heucob ist nicht gleich Heucob. Qualität und Zusammensetzung können stark variieren. Hier erfährst du, worauf du beim Kauf unbedingt achten solltest.

Zuckerarm, wichtig für empfindliche Pferde

Ein entscheidender Punkt ist der Zuckergehalt. Viele Pferde reagieren empfindlich auf zu viel Zucker oder Stärke, insbesondere Tiere mit Stoffwechselproblemen wie EMS, Cushing oder Hufrehe. Achte daher auf zuckerarme Heucobs, idealerweise unter 10 % Zucker und melassefrei. So vermeidest du unnötige Energiezufuhr und unterstützt gleichzeitig eine gesunde Verdauung.

Geeignete Faserlänge, oder warum die Struktur entscheidet

Nicht nur die Zusammensetzung, sondern auch die Struktur der Heucobs entscheidet mit. Die Faserlänge sollte so gewählt sein, dass sie noch Kautätigkeit und Speichelbildung anregt. Beides puffert die Magensäure ab. Gut ist eine sichtbare Faserstruktur im Millimeterbereich, also nicht zu fein vermahlen. So bleibt der „Raufuttercharakter“ erhalten, und das Pferd kann das Futter richtig verarbeiten.

Staubarm, gut für Atemwege und Allergiker

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Staubfreiheit. Besonders Pferde mit empfindlichen Atemwegen profitieren von staubarmen oder staubfreien Heucobs. Achte beim Öffnen des Sacks auf den Geruch und die Konsistenz: gute Heucobs riechen frisch, leicht süßlich und kräuterig, nicht muffig oder modrig. Staub sollte kaum aufwirbeln. Eine schonende Trocknung direkt nach der Ernte sorgt dafür, dass die Inhaltsstoffe erhalten bleiben und kein Schimmel entsteht.

Guter Rohfasergehalt. Basis für gesunde Verdauung

Heucobs dienen in erster Linie als Raufutterersatz, daher ist ein hoher Rohfasergehalt essenziell. Rohfaser sorgt für eine gesunde Darmtätigkeit und eine langsame, gleichmäßige Energieversorgung. Ein guter Richtwert liegt bei mindestens 25 % Rohfaser. Je höher der Anteil, desto strukturreicher und magenfreundlicher ist das Futter.

Kräutervielfalt, natürlicher Pluspunkt

Am meisten bringen Heucobs aus artenreichen Wiesen. Eine breite Mischung aus verschiedenen Gräsern und Kräutern liefert nicht nur Nährstoffe, sondern auch natürliche Sekundärstoffe, die das Immunsystem und die Verdauung unterstützen können. Achte auf Angaben wie „aus naturbelassenen Wiesen“ oder „mit Kräutervielfalt“. Solche Produkte sind in der Regel besser verträglich und fördern das allgemeine Wohlbefinden deines Pferdes.

Heucobs sind eine gute Möglichkeit, die Raufutterversorgung zu sichern, wenn diese Punkte stimmen:

  • Zuckerarm und melassefrei
  • Sichtbare Faserstruktur (nicht zu fein)
  • Staubarm oder staubfrei
  • Hoher Rohfasergehalt
  • Kräuter- und Gräservielfalt

Wenn du auf diese Punkte achtest, findest du leicht ein Produkt, das zu deinem Pferd passt, egal ob als Ergänzung, als Heuersatz oder einfach zur Abwechslung im Futtertrog.

Einweichen: die Stelle, an der es gefährlich wird

Heucobs sind gepresst und trocken. Kommen sie so ins Maul, quellen sie mit dem Speichel auf, und wenn ein Pferd schlingt oder schlechte Zähne hat, quellen sie im Schlund. Eine Schlundverstopfung ist die häufigste Komplikation bei Cobs, und sie ist ein Fall für den Tierarzt.

Deshalb gilt ohne Ausnahme: Heucobs werden eingeweicht.

Frage Richtwert
Wie viel Wasser 3 bis 5 Liter je Kilo Trockenmasse, lieber zu viel als zu wenig
Wie lange je nach Presslinggröße 15 bis 30 Minuten, bei großen Cobs bis zu einer Stunde
Wie warm lauwarmes Wasser geht schneller, kaltes tut es auch
Im Sommer nicht stehen lassen, in der Wärme gärt der Brei innerhalb weniger Stunden
Fertig, wenn kein harter Kern mehr in der Mitte ist, zerdrück eine Handvoll zur Probe

Die Angabe des Herstellers steht auf dem Sack und gilt. Manche Cobs sind für kurzes Einweichen gemacht, andere brauchen deutlich länger.

Rechne mit der Trockenmasse, nicht mit dem Eimer. Ein Kilo Cobs wird eingeweicht zu vier bis fünf Kilo Brei. Wer den Eimer abmisst, füttert einen Bruchteil dessen, was er glaubt.

Wie viel Heu ersetzt du damit?

Als Faustzahl gilt: Ein Kilo Heucobs ersetzt etwa ein Kilo Heu. Ein 600-Kilo-Pferd braucht also, wenn es gar kein Heu mehr fressen kann, rund neun bis elf Kilo Cobs am Tag, verteilt auf mindestens vier bis fünf Mahlzeiten.

Das ist der Punkt, an dem viele Rationen für Zahnpatienten scheitern: Zwei Eimer am Tag sehen nach viel aus, sind aber vielleicht zwei Kilo. Der Rest fehlt, und das Pferd nimmt ab, obwohl es doch angeblich genug bekommt.

Meine absolute Empfehlung

Meine absolute Empfehlung sind die Kräuter-Heucobs vom Biohof Elmengrund. Sie sind unschlagbar in ihrer Qualität, überzeugen durch ihre natürliche Kräutervielfalt und einen herausragend hohen Rohfasergehalt, genau das, was ein gutes Raufutterprodukt ausmacht.

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