Jedes Jahr rund um den Jahreswechsel beginnt für viele Pferde eine besonders herausfordernde Zeit: laute Knallgeräusche, grelle Lichter, ungewohnte Gerüche und angespannte Menschen können selbst ruhige Pferde verunsichern. Damit dein Pferd entspannt und sicher ins neue Jahr kommt, kannst du mit etwas Vorbereitung und gezielter Unterstützung viel tun.
Warum Silvester so stressig für Pferde ist
Pferde reagieren als Fluchttiere besonders sensibel auf plötzliche, laute Reize. Feuerwerkskörper, Lichtblitze oder zischende Geräusche lösen bei vielen Tieren eine Stressreaktion aus: Herzfrequenz steigt, Muskulatur spannt sich an, Adrenalin wird ausgeschüttet. Vor allem in Ställen, die in der Nähe von Wohngebieten liegen, kann die Nacht zum Jahreswechsel für die Tiere purer Stress bedeuten.
Umgebung ruhig und sicher gestalten
Pferde nicht allein lassen: Ideal ist es, wenn vertraute Pferde zusammenstehen dürfen, das vermittelt Sicherheit.
Fenster und Türen schließen: So werden grelle Lichtblitze und Lärm etwas gedämpft.
Radio oder Musik leise laufen lassen: Ein gleichmäßiger Hintergrundton kann die Geräuschkulisse von draußen abschwächen.
Heu zur freien Verfügung: Kauen beruhigt und hilft, Stress abzubauen.
Vertraute Routinen beibehalten: Gewohnte Abläufe geben Sicherheit und Stabilität.
Natürliche Unterstützung über die Fütterung
Eine gute Nährstoffversorgung spielt auch bei Stressreaktionen eine wichtige Rolle. Der Körper benötigt Mineralstoffe, um Nerven und Stoffwechsel im Gleichgewicht zu halten.
Magnesium & B-Vitamine: Unterstützen die Nervenfunktionen und können helfen, die Reizschwelle zu senken.
Kräuter wie Melisse, Passionsblume oder Hopfen: können sanft beruhigend wirken und eignen sich als natürliche Ergänzung über 1 bis 2 Wochen vor Silvester.
Magen-Darm-Stabilität: Stress schlägt oft auch auf den Verdauungstrakt, unterstütze den Darm z. B. mit Moor oder speziellen Kräutermischungen, um innere Ruhe zu fördern.
Wann du womit anfängst
Das meiste wirkt nicht am selben Abend. Wer am 31. Dezember beginnt, kommt zu spät.
| Wann | Was |
|---|---|
| 3 bis 4 Wochen vorher | Magnesium und beruhigende Kräuter einschleichen, langsam steigern |
| 2 Wochen vorher | Haltung prüfen: Wo steht das Pferd, wer steht dabei, wo kann es sich verletzen |
| 1 Woche vorher | Ablauf mit dem Stall abstimmen, wer ist wann da |
| Am Tag selbst | Heu satt, Routine wie immer, Radio früh anstellen, nicht erst um 23 Uhr |
| Nach Mitternacht | erst nachschauen, wenn es ruhig ist, nicht mitten hinein |
Sicherheit geht vor Beruhigung
Ein Pferd in Panik verletzt sich am Zaun, am Tor oder an sich selbst. Deshalb vor allem anderen:
- Weidezaun prüfen, besonders Ecken und Tore. Panik geht geradeaus.
- Alles wegräumen, was im Weg steht: Schubkarren, Gerätschaften, offene Türen.
- Nicht anbinden, und nicht in engen Boxen einsperren, wenn das Pferd das nicht gewohnt ist.
- Herde zusammenlassen. Ein einzeln gestelltes Pferd hat mehr Angst, nicht weniger.
- Bei Pferden, die schon einmal in Panik geraten sind, sprich vorher mit deinem Tierarzt. Eine geplante Sedierung ist besser als ein Notfall um Mitternacht, und sie muss vorher besorgt werden.
Ruhe über Vertrauen, der wichtigste Faktor
Das beste Mittel gegen Stress bleibt immer eine ruhige, souveräne Bezugsperson. Wenn du gelassen bleibst und Sicherheit ausstrahlst, spürt das dein Pferd sofort. Vermeide hektisches Verhalten, lautes Rufen oder häufiges Kontrollieren, das kann Unsicherheit verstärken.
Ein paar sanfte Streicheleinheiten, beruhigende Worte und eine vertraute Umgebung wirken oft stärker als jede Ergänzung.
Mit etwas Vorbereitung, Geduld und liebevoller Begleitung kannst du deinem Pferd helfen, Silvester entspannter zu erleben. Ein sicheres Umfeld, natürliche Nervenunterstützung und deine ruhige Präsenz sind die besten Bausteine, um gemeinsam gelassen ins neue Jahr zu starten.
Mein persönlicher Tipp für entspannte Pferde an Silvester
Ich beginne etwa 8 Wochen vor Silvester, meine Pferde gezielt auf die stressige Zeit vorzubereiten. Dafür füttere ich gerne Magnesiumfumarat oder Magnesiumcitrat, das unterstützt die Nervenfunktion und hilft, innere Ruhe zu fördern.
Kombiniert wird das Ganze mit Melisse.
Zusätzlich setze ich auf Passionsblume, die sich wunderbar ergänzend eignet. Einzelkräuter zum Selbstmischen findest du bei Hotte Maxe.
Diese Kombination hilft, das Pferd frühzeitig zu stabilisieren, bevor die eigentliche Stressphase beginnt, sanft, natürlich und ohne Überforderung des Organismus.