
Eine Studie zeigt, was unter genau ihren Bedingungen passiert ist: mit diesen Pferden, diesem Futter, dieser Menge und dieser Dauer. Ob das auf dein Pferd passt, hängt davon ab, wie viele Pferde dabei waren, was genau gemessen wurde, ob es eine Vergleichsgruppe gab und ob am lebenden Pferd oder im Reagenzglas geforscht wurde. „Studien belegen“ allein sagt darüber nichts.
Ich lese für meine Beiträge, für die Beratung und für meine Ausbildung sehr viele Studien, und ganz ehrlich, die meisten davon sind kleiner und vorsichtiger, als es auf Futtersäcken und in Werbetexten klingt. Das heißt nicht, dass Forschung nichts taugt. Ohne sie wüssten wir zum Beispiel nicht, dass Heu wässern den Zucker nur sehr unzuverlässig senkt. Es heißt aber, dass man beim Lesen ein paar Fragen stellen muss. In diesem Beitrag gehe ich diese Fragen durch, jede mit einem echten Beispiel aus der Pferdefütterung, und am Ende steht eine Checkliste, die du bei jeder Behauptung anwenden kannst.
Was sagt eine Studie überhaupt aus?
Eine Studie beantwortet eine ganz bestimmte Frage unter ganz bestimmten Bedingungen. Sie sagt zum Beispiel: Bei acht Ponys, die vier Wochen lang 50 g eines Futters bekamen, stieg ein bestimmter Wert. Sie sagt nicht, dass dein Pferd gesünder wird, wenn du dasselbe Futter kaufst. Dazwischen liegen viele Schritte, die man einzeln prüfen muss.
Wenn ich eine Studie lese, schau ich vor dem Ergebnis auf vier Dinge: Wie viele Pferde waren dabei? Welche Pferde, also gesund oder krank, Pony oder Vollblut? Wie viel wurde gefüttert und wie lange? Und was genau wurde gemessen? Erst danach lese ich, was herauskam.
Dazu kommt, wo die Studie erschienen ist. Eine Arbeit in einer Fachzeitschrift, die vor dem Abdruck von anderen Forschenden geprüft wurde, ist etwas anderes als eine Firmenbroschüre mit dem Wort „Studie“ darauf. Und eine einzelne Studie ist noch kein Wissen. Belastbar wird es, wenn mehrere unabhängige Gruppen zum selben Ergebnis kommen.
Warum reichen vier Pferde oft nicht?
Weil Pferde sehr unterschiedlich sind und ein einzelnes Tier das Ergebnis kippen kann. Bei vier oder sieben Pferden ist der Zufall groß. Kleine Studien sind trotzdem wertvoll, wenn sie sehr genau messen, aber ihr Ergebnis ist ein erster Hinweis. Sicherer wird es, wenn eine größere Studie dasselbe findet.
Ein gutes Beispiel ist die Heulage. Die Studie, auf die sich fast alle beziehen, wenn es um Heulage und Darm geht, hatte genau vier Wallache (Muhonen und Kollegen, 2009). Das klingt nach wenig, und das ist es auch. Die Pferde hatten aber eine Fistel am Dickdarm, so konnte direkt im Darm gemessen werden und nicht nur im Kot. Das macht die Studie trotz der kleinen Zahl aussagekräftig. Der pH-Wert im Dickdarm blieb nach dem Wechsel von Heu auf Heulage gleich.
Bei den Atemwegen lief es so, wie es laufen sollte. Zuerst gab es eine Pilotstudie mit nur sieben Trabern, die bei Heulage weniger Staub und weniger Entzündungszellen in der Lunge fand (Olave und Kollegen, 2021). Zwei Jahre später hat dieselbe Gruppe das mit 43 Rennpferden und zufälliger Zuteilung wiederholt und kam zum selben Ergebnis. Erst damit wurde aus dem Hinweis eine belastbare Aussage.
Warum widersprechen sich Studien zum selben Futter?
Meistens, weil sie nicht dasselbe untersucht haben. Andere Menge, andere Dauer, andere Pferde, anderes Produkt. Wer zwei Studien nur nach dem Ergebnis vergleicht, sieht einen Widerspruch. Wer auf die Dosis schaut, findet oft die Erklärung. Deshalb lohnt sich bei widersprüchlichen Studien immer der Blick in die Methoden.
Die Lebendhefe ist dafür ein Paradebeispiel. Es gibt Studien, die eine bessere Verdaulichkeit der Faser finden, und welche, die gar nichts finden. Legt man sie nebeneinander, fällt etwas auf: Die Studien, die keine bessere Verdaulichkeit fanden, haben 1 bis 3 g am Tag gegeben. Die Studien mit Effekt lagen deutlich höher, zum Beispiel bei 10 g oder 50 g. Beide Seiten haben also sauber gemessen, sie haben nur sehr unterschiedliche Mengen gegeben.
Für dich als Pferdehalterin heißt das: Wenn ein Futter mit einer Studie beworben wird, schau, ob die Menge in der Studie zu der Menge passt, die du mit dem Produkt fütterst. Ein Zusatz, der laut Etikett 2 g Hefe liefert, kann sich nicht auf eine Studie mit 50 g berufen.
Dazu kommt die Dauer. Viele Fütterungsstudien laufen zwei bis sechs Wochen. Was über Monate oder Jahre passiert, wissen wir bei den meisten Futtermitteln schlicht nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Reagenzglas und Pferd?
Im Reagenzglas, Fachwort in vitro, fehlt das ganze Pferd: der Magen, die Darmbewegung, die Aufnahme ins Blut, die Leber, die Ausscheidung. Was dort passiert, ist ein Hinweis, mehr nicht. Ob es im lebenden Pferd genauso passiert, muss am Pferd geprüft werden. Viele Behauptungen in der Pferdefütterung beruhen nur auf Reagenzglas-Versuchen.
Auch dafür ist die Lebendhefe ein Beispiel. Oft liest man, aktive Hefe würde im Darm weitergären und zu Blähungen oder Koliken führen. Belegt ist das am lebenden Pferd nicht. Es gibt dazu eine Arbeit, bei der Kot von Pferden im Glas mit Hefe versetzt wurde und nach 96 Stunden mehr Gas entstand. Ein Darm ist aber kein Glas, in dem 96 Stunden lang alles stillsteht.
Ich selbst empfehle trotzdem keine Lebendhefe. Der Grund ist ein anderer und er ist belegt: Die Hefe siedelt sich im Darm nicht an. Wenige Tage nach dem Ende der Gabe ist sie nicht mehr nachweisbar, das fasst eine Übersichtsarbeit von 2022 zusammen (Perricone und Kollegen). Ein gutes Argument braucht eben auch eine gute Studie dahinter.
Ähnlich ist es mit Kräutern. Sehr viele Aussagen zu Heilpflanzen stammen aus Versuchen mit Zellkulturen oder mit isolierten Wirkstoffen in hoher Konzentration. Ob die Menge, die ein Pferd mit einer Handvoll getrockneter Kräuter aufnimmt, überhaupt in diese Nähe kommt, ist eine ganz andere Frage.
Wann ist ein besserer Laborwert noch kein gesünderes Pferd?
Wenn nur der Wert gemessen wurde und nicht das, worum es eigentlich geht. Ein Futter kann einen Blutwert verändern, ohne dass das Pferd weniger krank wird, weniger hustet oder länger lebt. Studien messen oft das, was leicht zu messen ist. Was für dich zählt, ist aber, ob es deinem Pferd besser geht.
Ein Beispiel ist Echinacea, der Sonnenhut, der gern zur Stärkung der Abwehr empfohlen wird. Eine Studie mit acht Pferden fand nach der Gabe veränderte Werte im Blut (O'Neill und Kollegen, 2002). Eine spätere Doktorarbeit an der LMU München hat 37 Pferde untersucht und keinen Unterschied gefunden (Mertens, 2006). Dass ein Zusatzfutter die Zahl der Infekte senkt, ist beim Pferd bis heute nicht belegt.
Ähnlich ist es bei der Darmflora. Viele neuere Studien messen, welche Bakterien im Kot vorkommen und wie vielfältig sie sind. Das ist spannend, aber mehr Vielfalt ist noch kein gesünderer Darm. Und der Kot zeigt vor allem, was am Ende des Darms ankommt, nicht was im Blinddarm passiert.
Warum ist der Mittelwert nicht dein Pferd?
Weil hinter jedem Mittelwert eine Spanne steckt, und die kann riesig sein. Eine Studie, die „im Mittel 27 Prozent weniger“ findet, kann Pferde oder Proben enthalten, bei denen es 6 Prozent waren, und andere mit 54 Prozent. Wer nur den Mittelwert liest, weiß nicht, wo sein eigenes Pferd oder sein eigenes Heu in dieser Spanne liegt.
Genau das ist beim Heu wässern passiert. Jahrelang hieß es, Wässern senkt den Zucker im Heu. Im Mittel stimmt das auch, in der Studie von Longland und Kolleginnen von 2011 waren es 27 Prozent. Die Spanne reichte aber von 6 bis 54 Prozent, und sieben von neun Heus lagen nach dem Wässern immer noch über 100 g Zucker je Kilo Trockenmasse. Für ein Pferd mit Hufrehe kann das genau der Unterschied sein. Mehr dazu im Beitrag Heu wässern oder bedampfen.
Dasselbe sehe ich bei Heuanalysen. Ein Durchschnittswert für Heu sagt wenig darüber, was in deinem Heu steckt. In den Analysen, die mir 2026 geschickt wurden, lagen Zucker und Fruktan zusammen zwischen knapp 12 und fast 26 Prozent. Welche Zeilen im Prüfbericht zählen, steht im Beitrag Heuanalyse lesen.
Warum braucht eine Studie eine Vergleichsgruppe?
Weil sich Pferde auch ohne Futter verändern. Jahreszeit, Weide, Training, Fellwechsel und Stall wirken mit. Wenn alle Pferde in einer Studie dasselbe Futter bekommen und es ihnen danach besser geht, weißt du nicht, ob es am Futter lag. Erst der Vergleich mit Pferden ohne dieses Futter, unter denselben Bedingungen, zeigt den Unterschied.
Wie viel das ausmacht, zeigt eine Schweizer Studie zu Pilzen in den Atemwegen (Dély und Kollegen, 2024). Frühere Arbeiten hatten Pilze in der Luftröhre mit Asthma beim Pferd in Verbindung gebracht. Die Schweizer Gruppe hat deshalb jedes Pferd mit Asthma mit einem gesunden Pferd aus demselben Stall verglichen, also mit derselben Luft und demselben Heu. Mit diesem sauberen Vergleich war der Zusammenhang weg.
Besonders vorsichtig bin ich bei Vorher-nachher-Berichten ohne Vergleich. Im Frühjahr wird fast jedes Pferd fitter, und im Herbst haben viele Pferde mit dem Heuwechsel mehr Verdauungsprobleme, egal was sonst gefüttert wird. Wer genau in dieser Zeit ein Futter testet, misst oft die Jahreszeit.
Was heißt es, wenn es keine Studie gibt?
Es heißt, dass niemand es untersucht hat. Das ist etwas anderes als widerlegt. Fehlende Studien sind kein Beweis gegen etwas, aber auch keiner dafür. Wer eine Wirkung behauptet, für die es keine einzige Untersuchung gibt, stellt eine Vermutung auf und sollte das auch so sagen.
Ein Beispiel ist Kotwasser. Häufig liest man, Kotwasser sei ein Zeichen für einen Mangel an B-Vitaminen, und dazu wird ein Vitaminprodukt empfohlen. Ich habe nachgesehen: Zu Kotwasser beim Pferd gibt es eine Handvoll Studien, und keine einzige hat B-Vitamine gemessen oder eine Gabe geprüft. Mehr zum Stand der Forschung steht im Beitrag über Kotwasser beim Pferd.
Das gilt auch für meine eigene Arbeit. Bei vielen Fragen in der Pferdefütterung gibt es schlicht keine Studien, und ich muss mit Erfahrung, Physiologie und gesundem Menschenverstand arbeiten. Dann sage ich das auch so und verkaufe es nicht als belegt.
Darf eine Studie vom Hersteller stimmen?
Ja. Viele Fütterungsstudien werden von Futtermittelfirmen bezahlt oder mit ihnen gemacht, weil sonst kaum Geld für Pferdeforschung da ist. Das macht sie nicht falsch. Es heißt aber, dass du genauer hinschaust: Was wurde gemessen, was wurde weggelassen, und gibt es unabhängige Studien, die dasselbe finden?
In seriösen Fachzeitschriften steht am Ende jeder Arbeit, wer sie bezahlt hat und ob die Forschenden für eine Firma arbeiten. Diesen Absatz lese ich immer. Wenn eine Herstellerstudie sauber gemacht ist und vorsichtig formuliert, ist sie genauso viel wert wie jede andere. Kritisch wird es, wenn die Werbung mehr verspricht, als in der Studie steht.
Ein verwandter Punkt ist die Zulassung. Lebendhefe ist in der EU als Futterzusatz für Pferde zugelassen. Die Wirksamkeit wurde dafür aber vor über 15 Jahren bewertet, bei der Verlängerung 2019 und 2020 hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit nur noch die Sicherheit geprüft. Eine Zulassung heißt also nicht, dass die Wirkung laufend bestätigt wird.
Und dann gibt es Tests, die nie unabhängig geprüft wurden. Ein bekanntes Beispiel ist ein kommerzieller Gentest auf Muskelerkrankungen, der früher als PSSM2-Test verkauft wurde. Eine Studie mit Pferden, deren Muskelerkrankung per Gewebeprobe gesichert war, fand keinen Zusammenhang mit den getesteten Varianten (Valberg und Kolleginnen, 2021).
Kann man Studien von Menschen oder Rindern aufs Pferd übertragen?
Nur sehr vorsichtig. Das Pferd verdaut anders als der Mensch und ganz anders als das Rind. Ein Futter, das beim Menschen im Dünndarm aufgenommen wird, kommt beim Pferd vielleicht im Dickdarm an und wird dort von Bakterien vergoren. Was bei einer Kuh mit Pansen gilt, gilt beim Pferd oft gar nicht.
Ein Beispiel, das ich immer wieder sehe, ist die Heulage. Gegen sie wird oft argumentiert, ihre Milchsäure würde den Dickdarm übersäuern. Das Bild stammt aus der Getreidefütterung: Bei viel Stärke fällt der pH-Wert im Dickdarm wirklich. Bei Heulage ist das aber gemessen worden, und es passierte nicht. Hier wurde ein Mechanismus von einem Futter auf ein ganz anderes übertragen.
Bei vielen Zusatzfuttern, gerade aus dem Bereich Gelenke, Leber und Immunsystem, stammen die zitierten Studien vom Menschen, von Ratten oder aus der Zellkultur. Das muss nicht heißen, dass es beim Pferd nicht wirkt. Es heißt nur, dass es beim Pferd niemand gezeigt hat.
Wie prüfe ich eine Behauptung selbst?
Mit ein paar einfachen Fragen. Du musst dafür keine Studie im Original lesen können. Oft reicht es, beim Hersteller oder der Beraterin nachzufragen, welche Studie gemeint ist, und dann auf Zahl der Pferde, Menge, Dauer und Vergleichsgruppe zu schauen. Wer die Studie nicht nennen kann, hat meistens keine.
Meine Checkliste, die ich selbst bei jeder Behauptung durchgehe:
| Frage | Worauf du achtest |
|---|---|
| Welche Studie genau? | Autor, Jahr, Zeitschrift. „Studien belegen“ ohne Angabe zählt nicht. |
| Am Pferd oder im Glas? | In vitro, Ratte oder Mensch sind nur Hinweise. |
| Wie viele Pferde? | Unter zehn ist ein erster Hinweis, keine sichere Aussage. |
| Welche Pferde? | Gesund oder krank, Pony oder Sportpferd, jung oder alt. |
| Welche Menge, wie lange? | Passt die Menge zu dem, was du fütterst? |
| Gab es eine Vergleichsgruppe? | Ohne Vergleich misst man oft die Jahreszeit. |
| Was wurde gemessen? | Ein Blutwert oder etwas, das deinem Pferd hilft? |
| Mittelwert oder Spanne? | Wie unterschiedlich waren die Pferde? |
| Wer hat bezahlt? | Kein Ausschluss, aber genauer hinschauen. |
| Gibt es weitere Studien? | Eine einzelne Studie ist noch kein Wissen. |
Wenn du so ein paar Behauptungen geprüft hast, merkst du schnell, wie viele Stallweisheiten auf sehr wenig stehen. 61 davon hab ich mir genau so angeschaut, jede mit dem, was die Forschung wirklich dazu sagt.
Und was ist mit der Erfahrung aus dem Stall?
Die zählt, und ich nehme sie ernst. Viele Dinge, die heute untersucht sind, haben Pferdeleute lange vorher beobachtet. Erfahrung hat nur eine Grenze: Man sieht, dass sich etwas verändert hat, aber nicht sicher, warum. Deshalb gehören Erfahrung und Studien zusammen, und keine Seite ersetzt die andere.
Wenn eine Kundin mir erzählt, dass ihr Pferd mit einem bestimmten Futter besser zurechtkommt, glaube ich ihr das. Ich frag dann nach, was sich gleichzeitig noch verändert hat: Weide, Heu, Bewegung, Jahreszeit. Oft ist es das Futter, manchmal ist es etwas anderes, und manchmal bleibt es offen.
Was ich vermeide, ist, aus einer Erfahrung eine allgemeine Regel zu machen. „Bei meinem Pferd hat es geholfen“ ist eine wertvolle Information. „Das hilft jedem Pferd“ ist eine Behauptung, die eine Studie braucht. Genau dafür ist es gut, die Grenzen von Studien zu kennen: Man wird vorsichtiger mit dem, was man anderen rät, und gelassener, wenn jemand mit „Studien belegen“ kommt.
Häufige Fragen zu Studien in der Pferdefütterung
Woran erkenne ich eine gute Studie?
An einer Vergleichsgruppe, einer ausreichenden Zahl von Pferden, einer zufälligen Zuteilung und einem Ergebnis, das für das Pferd zählt. Dazu kommt, dass sie in einer Fachzeitschrift erschienen ist, die Arbeiten vorher prüfen lässt, und dass andere Gruppen zu einem ähnlichen Ergebnis kommen.
Wie viele Pferde braucht eine Studie?
Eine feste Zahl gibt es nicht, es hängt davon ab, wie groß der Unterschied ist, den man sucht. Bei Studien unter zehn Pferden ist der Zufall aber groß. Viele Fütterungsstudien beim Pferd haben nur ein paar Dutzend Tiere oder weniger, deshalb ist es wichtig, ob mehrere Studien in dieselbe Richtung zeigen.
Was bedeutet „signifikant“?
Dass ein Unterschied wahrscheinlich nicht nur Zufall ist. Es sagt nichts darüber, ob der Unterschied groß oder für dein Pferd wichtig ist. Eine Verdaulichkeit, die signifikant um ein Prozent steigt, ist im Stall kaum zu merken. Ein „Trend“ heißt, dass es nicht signifikant war.
Wo finde ich Studien zur Pferdefütterung?
Die meisten findest du über PubMed oder Google Scholar, oft mit einer englischen Zusammenfassung. Viele Arbeiten sind inzwischen frei lesbar. Für den Einstieg reicht die Zusammenfassung, bei wichtigen Fragen lohnt sich der Blick in den Methodenteil.
Ist ein Fachbuch besser als eine Studie?
Ein gutes Fachbuch fasst viele Studien zusammen und ordnet sie ein, das ist für den Alltag oft wertvoller als eine einzelne Arbeit. Bücher sind aber langsamer, neuere Ergebnisse fehlen darin manchmal. Und auch Fachbücher sind sich nicht immer einig, bei der Heulage zum Beispiel.
Heißt „nicht belegt“, dass etwas nicht wirkt?
Nein. Es heißt, dass es niemand untersucht hat oder die Studien kein klares Ergebnis haben. Das ist eine ehrliche Aussage über den Wissensstand und kein Urteil. Es heißt aber auch, dass niemand eine sichere Wirkung versprechen sollte.
Quellen
- Muhonen S, Julliand V, Lindberg JE, Bertilsson J, Jansson A: Effects on the equine colon ecosystem of grass silage and haylage diets after an abrupt change from hay. J Anim Sci 87 (7), 2009, S. 2291 bis 2298.
- Olave CJ, Ivester KM, Couetil LL, Kritchevsky JE, Tinkler SH, Mukhopadhyay A: Dust exposure and pulmonary inflammation in Standardbred racehorses fed dry hay or haylage: A pilot study. The Veterinary Journal 271, 2021, 105654.
- Olave CJ, Ivester KM, Couetil LL, Burgess J, Park JH, Mukhopadhyay A: Effects of low-dust forages on dust exposure, airway cytology, and plasma omega-3 concentrations in Thoroughbred racehorses: A randomized clinical trial. J Vet Intern Med 37 (1), 2023, S. 338 bis 348.
- Perricone V, Sandrini S, Irshad N, Comi M, Lecchi C, Savoini G, Agazzi A: The Role of Yeast Saccharomyces cerevisiae in Supporting Gut Health in Horses: An Updated Review on Its Effects on Digestibility and Intestinal and Fecal Microbiota. Animals 12 (24), 2022, 3475.
- O'Neill W, McKee S, Clarke AF: Immunological and haematinic consequences of feeding a standardised Echinacea (Echinacea angustifolia) extract to healthy horses. Equine Vet J 34 (3), 2002, S. 222 bis 227.
- Mertens K: Untersuchung zur Wirkung von Echinacea bei 37 Pferden. Dissertation, Tierärztliche Fakultät der LMU München, 2006.
- Longland AC, Barfoot C, Harris PA: Effects of soaking on the water-soluble carbohydrate and crude protein content of hay. Veterinary Record 168 (23), 2011, S. 618.
- Dély S, Gerber V, Peters LM, Sage SE: Association between equine asthma and fungal elements in the tracheal wash: An environment-matched case-control study. PLoS ONE 19, 2024, e0309835.
- Valberg SJ, Finno CJ, Henry ML et al.: Commercial genetic testing for type 2 polysaccharide storage myopathy and myofibrillar myopathy does not correspond to a histopathological diagnosis. Equine Vet J 53 (4), 2021, S. 690 bis 700.
- Kienzle E, Zehnder C, Pfister K, Gerhards H, Sauter-Louis C, Harris P: Field Study on Risk Factors for Free Fecal Water in Pleasure Horses. J Equine Vet Sci 44, 2016, S. 32 bis 36.
- EFSA FEEDAP Panel: Bewertungen der Hefezusätze Actisaf Sc47 und Levucell SC für Pferde, 2019 und 2020.


