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Haut, Fell und Hufe·15 Min. Lesezeit·13.08.2025

Schlechte Hufe beim Pferd: es liegt selten am Huf

Brüchiges, weiches oder bröckelndes Horn? Welche Nährstoffe der Huf braucht, wann zu viel Mineralfutter schadet und wie lange du auf Besserung wartest.

Zwei Pferdebeine mit weißen Abzeichen auf Pflastersteinen, über eines ist ein Röntgenbild von Knochen und Huf gelegt.
Zwei Pferdebeine mit weißen Abzeichen auf Pflastersteinen, über eines ist ein Röntgenbild von Knochen und Huf gelegt.

Schlechte Hufe haben fast immer mehrere Gründe, und die Fütterung ist einer der wichtigsten davon. Im Heu fehlen in der Regel Zink und Kupfer, dazu kommen manchmal zu wenig Eiweiß, zu viel Stärke und Zucker oder ein Mineralfutter, das doppelt gegeben wird. Bearbeitung, Untergrund und Bewegung spielen mit rein. Und weil Horn langsam wächst, siehst du eine Änderung frühestens nach drei Monaten am Kronrand.

Bei bröckelnden Hufen geht der Griff oft zuerst zum Hufpulver. Ganz ehrlich, ich würd gar nicht beim Pulver anfangen. In der Rechnung sieht man in der Regel schneller, wo es hakt: Bei meinen Heuanalysen aus 2026 lag der Zinkgehalt im Median bei 22 mg je kg Trockenmasse, gebraucht wird ein Vielfaches davon. In diesem Beitrag steht, woran du schlechtes Horn erkennst, welche Nährstoffe wirklich zählen, wo zu viel schadet, was Biotin laut Studien bringt und wann du nicht mehr über Futter nachdenkst, sondern die Tierärztin anrufst.

Woran erkennst du schlechte Hufe beim Pferd?

Schlechtes Hufhorn erkennst du an Rissen und Ausbrüchen am Tragrand, an weichem Horn, das sich schnell abläuft, an Hornspalten, an einer weißen Linie, die breit und bröselig wird, und an Eisen, die schlecht halten. Wichtig zu wissen: Jedes dieser Zeichen kann aus der Fütterung kommen, aber auch aus Bearbeitung, Nässe oder einer Erkrankung.

Damit du einordnen kannst, wer zuerst draufschauen sollte, hier die häufigsten Zeichen:

Was du siehst Was dahinter stecken kann Wer zuerst hinschaut
Tragrand bröckelt, kleine Ausbrüche zu lange Intervalle, trockener Wechsel mit Nässe, dünne Versorgung Hufbearbeiter, dann die Ration
Weiches Horn, läuft sich schnell ab dauerhaft nasser Boden, Eiweiß oder Spurenelemente knapp Haltung und Ration
Senkrechte Hornspalte Fehlbelastung, zu lange Zehe, alte Verletzung am Kronrand Hufbearbeiter
Breite, bröselige weiße Linie Zug an der Hufwand, Keime im Spalt, Stoffwechsel Hufbearbeiter, bei Ringen auch Tierärztin
Ringe quer über die Wand Futterwechsel, Weide, Stoffwechsel, früher Rehe je nach Form, siehe weiter unten
Eisen hält nicht, Nagellöcher reißen aus dünne Wand, schlechtes Horn, zu lange Beschlagsintervalle Schmied und Ration
Riechende, schmierige Strahlfurchen Nässe, Mist, wenig Bewegung Haltung und Hufbearbeiter

Du siehst schon an der Tabelle: Die Fütterung ist fast überall dabei, aber selten allein. Mach am Anfang von jedem Huf ein Foto, seitlich und von vorn, mit dem Handy auf Bodenhöhe. Das brauchst du später, um überhaupt zu sehen, ob sich etwas ändert.

Warum hat mein Pferd so schlechte Hufe?

Meistens kommen mehrere Dinge zusammen: eine Ration, in der Zink, Kupfer oder Eiweiß knapp sind, zu viel Stärke und Zucker, ein Mineralfutter, das nicht zum Heu passt, dazu Untergrund, Bewegung und die Abstände der Bearbeitung. Bei manchen Pferden steckt auch eine Stoffwechselerkrankung dahinter, die gehört tierärztlich abgeklärt.

Ich geh die Gründe immer in derselben Reihenfolge durch, weil man sonst an der falschen Stelle Geld ausgibt:

  1. Die Versorgung. Hufhorn ist zum größten Teil Keratin, also Eiweiß. Damit es fest wird, braucht der Körper genug Eiweiß mit schwefelhaltigen Aminosäuren, dazu Zink, Kupfer und Biotin. Fehlt etwas davon über Monate, wächst das Horn dünner und weicher nach.
  2. Zu viel des Guten. Zwei Mineralfutter gleichzeitig, ein Müsli mit Mineralstoffen und dann noch ein Hufpulver obendrauf: Da landet man schnell bei Selen oder Zink weit über dem Bedarf. Dazu weiter unten mehr.
  3. Stärke und Zucker. Sehr stärkereiche Rationen und fette Weide bringen den Stoffwechsel aus dem Takt. Am Huf sieht man das später als Ringe oder als gedehnte weiße Linie.
  4. Untergrund und Wetter. Ständig nasser Matsch weicht das Horn auf, ständiger Wechsel zwischen nass und trocken lässt es reißen. Mehr dazu steht im Beitrag über trockene Hufe.
  5. Bewegung. Der Huf wird bei jedem Schritt durchblutet. Ein Pferd, das lange steht, versorgt seine Hufe einfach schlechter.
  6. Bearbeitung. Zu lange Abstände bedeuten zu lange Hebel, und die brechen jedes Horn, egal wie gut gefüttert wird.

Heißt für uns: Erst die Ration sauber rechnen und die Bearbeitung klären, dann weiterschauen. Ein Hufpulver auf Verdacht löst keinen dieser Punkte.

Wie viel Zink und Kupfer braucht ein Pferd für gutes Hufhorn?

Ein Pferd mit 500 Kilogramm braucht im Erhaltungsbedarf nach der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) 425 Milligramm Zink und 105 Milligramm Kupfer am Tag. Heu liefert davon in der Regel nur die Hälfte beim Zink und ein Drittel beim Kupfer. Die Lücke schließt ein Mineralfutter, das zur Heuanalyse passt.

Rechnen geht ganz einfach: Gehalt im Heu in mg je kg Trockenmasse mal kg Trockenmasse am Tag. Ein 500-kg-Pferd frisst grob 7,5 kg Heu-Trockenmasse.

Spurenelement Mittel LUFA Nord-West 2021 Median meine Heus 2026 aus 7,5 kg Heu (LUFA-Mittel) Bedarf 500 kg (GfE)
Zink 27 mg/kg 22 mg/kg 203 mg 425 mg
Kupfer 4,7 mg/kg 4 mg/kg 35 mg 105 mg

Beim Zink fehlen also gut 200 mg, beim Kupfer rund 70 mg, und zwar jeden Tag. Mit meinen Heus aus 2026 wäre die Lücke sogar noch etwas größer. Für 600 kg rechnest du mit rund 510 mg Zink und 126 mg Kupfer.

Diese Bausteine schau ich mir fürs Horn an:

Nährstoff Rolle im Horn Hinweis
Eiweiß mit Methionin und Cystein Keratin ist reich an Cystein, seine Schwefelbrücken machen das Horn fest Erst die Eiweißmenge der ganzen Ration prüfen
Zink an der Verhornung der Hornzellen beteiligt 425 mg am Tag für 500 kg im Erhaltungsbedarf (GfE)
Kupfer Teil von Enzymen, die für festes Horn gebraucht werden 105 mg am Tag für 500 kg im Erhaltungsbedarf (GfE)
Biotin an der Kittsubstanz zwischen den Hornzellen beteiligt 15 bis 20 mg am Tag, nur mit Geduld über Monate

Das Verhältnis von Zink zu Kupfer, in der ganzen Ration etwa 3 zu 1 bis 4 zu 1, ist eine Orientierung. Wichtiger ist, dass beide Mengen überhaupt erreicht werden. Ein Mineralfutter mit schönem Verhältnis, aber zu kleiner Tagesdosis, bringt das Horn nicht weiter. Wie du die Zeilen im Prüfbericht findest und umrechnest, steht im Beitrag zur Heuanalyse.

Kann zu viel Mineralfutter den Hufen schaden?

Ja. Am deutlichsten ist das beim Selen: Eine dauerhafte Überversorgung zeigt sich am Huf mit Querrissen, die am Kronrand anfangen, und mit Haarausfall an Mähne und Schweif. Auch reines Zink ohne Blick auf das Kupfer verschiebt die Versorgung. Deshalb gehört vor jedes Hufpulver die Frage, was schon gefüttert wird.

Beim Selen liegen Bedarf und Zuviel nah beieinander. Die GfE nennt 1,05 mg am Tag für ein 500-kg-Pferd. Als Obergrenze, die ein Pferd dauerhaft verträgt, gelten nach den amerikanischen Empfehlungen (NRC) 2 mg je kg Trockenmasse der ganzen Ration, bei 10 kg Trockenmasse also rund 20 mg am Tag. Das klingt nach viel Abstand. Wer aber zwei Mineralfutter, ein mineralisiertes Müsli und ein Hufpräparat mit Selen kombiniert, kommt dem näher, als man denkt, und manche Pferde zeigen schon darunter Auffälligkeiten.

Typische Stolperfallen in der Ration:

  • Zwei Produkte mit denselben Spurenelementen. Ein Mineralfutter, dazu ein Hufpulver, das noch einmal Zink, Kupfer und Selen enthält. Die Mengen stehen auf beiden Etiketten, nur zusammengezählt hat sie niemand.
  • Zink extra, Kupfer vergessen. Reine Zinkpräparate werden gern für Hufe und Fell empfohlen. Zink und Kupfer nutzen im Darm ähnliche Aufnahmewege, viel Zink allein kann die Kupferaufnahme bremsen.
  • Dosis nach Gefühl. „Ein Messbecher“ ist keine Angabe. Wieg die Menge einmal nach, bei manchen Bechern ist der Unterschied zur Herstellerangabe erstaunlich groß.

Woran du ein Mineralfutter erkennst, das zu deinem Heu passt, steht im Beitrag über natürliches Mineralfutter.

Braucht das Hufhorn mehr Eiweiß?

Das Hufhorn braucht genug Eiweiß, vor allem die schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystein. Bei Pferden, die nur Heu bekommen, reicht die Menge oft, bei sehr magerem Heu oder Rationen mit viel Stroh nicht immer. Ob es passt, zeigt die Rechnung. Methionin als Einzelzusatz ist beim Pferd für die Hufe nicht belastbar untersucht.

Hier wird gern sehr schnell zum Methioninpulver gegriffen. Die Idee dahinter stimmt erst mal: Methionin ist die Vorstufe von Cystein, und je mehr Cystein im Horn steckt, desto härter ist es. Trotzdem gibt es beim Pferd keine kontrollierte Studie, die Methionin allein und den Huf untersucht. Die Ergebnisse, die man online findet, stammen vom Rind oder von Mischprodukten, in denen auch Biotin und Zink stecken.

Was ich stattdessen mache:

  • Erst die Eiweißmenge der ganzen Ration rechnen. Wenn das Heu schon ordentlich Rohprotein mitbringt, bringt mehr Eiweiß dem Huf nichts.
  • Wenn die Rechnung eine Lücke zeigt, eine eiweißreiche Ergänzung mit ausgewiesenen Gehalten nehmen, zum Beispiel Luzerne in Maßen oder Hanfprotein. Hanf liefert Eiweiß, als Lysinquelle taugt er nicht viel.
  • Nicht auf Verdacht zusätzlich zu einem Mineralfutter füttern, das schon Methionin enthält.

Warum die Zusammensetzung des Eiweißes oft mehr zählt als die Menge, steht im Beitrag über Aminosäuren.

Bringt Biotin wirklich etwas für die Hufe?

Ja, Biotin ist die einzige Einzelergänzung fürs Hufhorn, die in mehreren kontrollierten Studien gut untersucht ist. Gefüttert wurden 15 bis 20 Milligramm am Tag, und sichtbar besser wurde das Horn meist erst nach neun Monaten oder später. Biotin ersetzt aber keine passende Grundversorgung, es kommt obendrauf, wenn die Ration stimmt.

Ganz ehrlich, bei Zusatzfutter für die Hufe bin ich sonst sehr vorsichtig. Biotin ist die Ausnahme, weil es dazu Studien gibt, die du selbst nachlesen kannst:

  • Buffa und Kollegen (1992, Equine Veterinary Journal): 24 Reitpferde über zehn Monate. Wachstumsrate und Härte des Horns nahmen zu, mit 15 Milligramm am Tag deutlicher als mit 7,5 Milligramm.
  • Josseck, Zenker und Geyer (1995, Equine Veterinary Journal): 42 Lipizzanerhengste in Wien, doppelt verblindet, 20 Milligramm am Tag oder ein Scheinpräparat. Nach neun Monaten war der Hufzustand in der Biotingruppe deutlich besser.
  • Zenker, Josseck und Geyer (1995, Equine Veterinary Journal): dieselben Pferde unter dem Mikroskop und bei der Zugfestigkeit. Nach 19 Monaten zeigte sich eine kleine, aber messbare Verbesserung gegenüber dem Scheinpräparat.
  • Geyer und Schulze (1994, Schweizer Archiv für Tierheilkunde): 97 Pferde mit 5 Milligramm je 100 bis 150 Kilogramm Körpergewicht. Das Horn wurde nach acht bis 15 Monaten besser, und bei sieben von zehn Pferden wurde es nach dem Absetzen wieder schlechter.
  • Reilly und Kollegen (1998, Equine Veterinary Journal Supplement): acht Ponys mit 0,12 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht. Nach fünf Monaten war das Horn rund 15 Prozent schneller gewachsen als bei den Vergleichsponys.

Heißt für uns: Biotin braucht Geduld. Wenn du es fütterst, plan mindestens neun Monate ein, mach die Fotos vom Kronrand und urteile erst dann. Sinnvoll ist es für mich erst, wenn Zink, Kupfer und Eiweiß in der Ration schon passen.

Wie lange dauert es, bis man am Huf etwas sieht?

Hufhorn wächst beim erwachsenen Pferd grob 6 bis 10 Millimeter im Monat, bei älteren Pferden eher am unteren Ende. An der Zehe braucht neues Horn neun bis zwölf Monate vom Kronrand bis zum Boden, an den Trachten nur vier bis fünf. Eine Futteränderung siehst du deshalb frühestens nach drei Monaten oben am Kronrand.

Was folgt daraus?

  • Was heute unten an der Zehe bröckelt, ist vor einem Dreivierteljahr entstanden. Du beurteilst also immer die Vergangenheit.
  • An den Trachten ist das Horn jünger als an der Zehe. Wenn sich etwas bessert, merkst du es dort oft zuerst.
  • Wer nach sechs Wochen ein Hufpräparat absetzt, weil sich nichts tut, hat Geld ausgegeben und nichts erfahren.

Mach deshalb jeden Monat dieselben Fotos wie am Anfang, gleiche Stelle, gleiche Höhe. Am Kronrand siehst du dann irgendwann eine Grenze zwischen altem und neuem Horn. Die ist dein Beweis, lange bevor du im Alltag einen Unterschied bemerkst.

Was sagen Ringe am Huf über die Fütterung?

Ringe quer über die Hufwand zeigen, dass das Horn eine Zeit lang anders gewachsen ist. Liegen sie gleichmäßig parallel, stecken oft Futterwechsel, Weidebeginn oder Jahreszeit dahinter. Laufen sie an den Trachten auseinander und an der Zehe zusammen, ist das ein Hinweis auf eine zurückliegende Hufrehe. Dann gehört das Pferd zur Tierärztin.

So unterscheidest du die beiden Formen:

  • Parallele, flache Ringe, überall gleich breit: Das Horn ist in dieser Zeit einfach anders gewachsen, zum Beispiel nach dem Anweiden, einem Stallwechsel oder einer Futterumstellung. Das zeigt erst mal nur, dass sich etwas verändert hat. Wenn du weißt, wie schnell das Horn wächst, kannst du am Abstand zum Kronrand sogar ungefähr ablesen, wann das war.
  • Auseinanderlaufende Ringe, an den Trachten deutlich breiter als an der Zehe: Die Zehe ist in dieser Zeit langsamer gewachsen als die Trachten. Das passt zu einer Rehe, auch zu einer, die du nie als Schub bemerkt hast. Oft kommt eine gedehnte weiße Linie dazu. Hier braucht es eine Untersuchung und meistens ein Röntgenbild, bevor du an der Fütterung etwas änderst.

Eine Ausnahme gibt es: Bei sehr hohen Trachten oder einem Bockhuf können die Ringe ebenfalls auseinanderlaufen, ohne dass eine Rehe dahintersteckt. Auch das klärt am besten jemand, der den Huf in der Hand hat. Wie die Fütterung nach einer Rehe aussieht, steht im eigenen Beitrag zur Hufrehe.

Was hat der Darm mit dem Hufhorn zu tun?

Hufhorn entsteht aus den Nährstoffen, die das Pferd über das Futter aufnimmt. In erster Linie muss also die Ration sie liefern. Seltener spielt die Verdauung eine Rolle, zum Beispiel wenn das Pferd dauerhaft Durchfall oder Kotwasser hat oder viel Stärke unverdaut im Dickdarm landet. Biotin wird zum Teil dort von den Darmbakterien gebildet.

Für den Huf heißt das ganz praktisch: genug Raufutter, möglichst ohne lange Fresspausen, wenig Stärke je Mahlzeit und jede Umstellung in kleinen Schritten. Erst die Reizfaktoren aus der Ration nehmen, dann umstellen, dann dabei bleiben. Wenn dein Pferd neben schlechten Hufen auch Kotwasser, einen dicken Bauch oder stumpfes Fell hat, lohnt es sich, die Ration als Ganzes anzuschauen und nicht nur den Huf.

Wie die Darmflora mit der Fütterung zusammenhängt, steht im eigenen Beitrag. Dieselben Bausteine, die dem Horn fehlen, fehlen übrigens oft auch der Haut, wie du im Beitrag über Mauke siehst.

Wann gehört der Huf zum Hufbearbeiter oder Tierarzt?

Bei Lahmheit, warmen Hufen, deutlicher Pulsation an der Fessel, Blut oder Eiter am Kronrand, auseinanderlaufenden Ringen und bei jedem Verdacht auf Hufrehe ist es keine Fütterungsfrage mehr. Dann rufst du die Tierärztin. Spalten, Ausbrüche und eine breite weiße Linie gehören zuerst zum Hufbearbeiter, bevor irgendetwas dazugefüttert wird.

Der Abstand zur Hufbearbeitung liegt üblicherweise bei sechs bis acht Wochen, im Sommer bei schnell wachsendem Horn eher kürzer. Wird er deutlich überzogen, hilft auch die beste Fütterung nichts. Auch tiefe, riechende Strahlfurchen gehören angesehen, bevor du etwas draufgibst.

Und noch ein Punkt, der oft untergeht: Wenn dein Pferd neben schlechten Hufen abnimmt, schlecht frisst, viel trinkt oder ein auffällig langes, lockiges Fell behält, gehört ein Blutbild dazu. Dazu gehört auch ein Blick auf die Leber.

Häufige Fragen

Warum hat mein Pferd so schlechte Hufe?

Horn und Fell zeigen Lücken oft früh, weil sie ständig nachwachsen. Die häufigsten Gründe sind eine dünne Versorgung mit Zink, Kupfer und schwefelhaltigen Aminosäuren, eine Ration mit zu viel Stärke und Zucker und zu lange Bearbeitungsabstände. Untergrund und Bewegung kommen dazu, aber sie erklären selten allein, warum das Horn bröckelt.

Wie lange dauert es, bis besseres Hufhorn sichtbar ist?

Am Kronrand lässt sich nach etwa drei Monaten erkennen, ob sich etwas ändert. Bis neues Horn an der Zehe bis zum Boden durchgewachsen ist, vergehen neun bis zwölf Monate, an den Trachten vier bis fünf. Wer nach sechs Wochen urteilt, beurteilt Horn, das lange vor der Umstellung gewachsen ist.

Welche Nährstoffe braucht das Hufhorn?

Zink und Kupfer in ausreichender Menge, für 500 kg im Erhalt 425 mg Zink und 105 mg Kupfer am Tag, dazu genug Eiweiß mit den schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystein und Biotin. Biotin wird zum Teil im Dickdarm gebildet, als Ergänzung ist es das am besten untersuchte Hufzusatzfutter.

Kann man Hufhornqualität überhaupt über die Fütterung ändern?

Ja, aber nur den Teil, der von der Versorgung abhängt, und der ist bei vielen Pferden groß. Was die Fütterung nicht ändert, sind Fehlstellungen, zu lange Bearbeitungsintervalle, dauerhaft nasser oder steinharter Untergrund und Vorschäden im Huf. Am schnellsten kommt man voran, wenn Fütterung und Hufbearbeitung gleichzeitig stimmen.

Kann zu viel Selen die Hufe kaputt machen?

Ja. Eine dauerhafte Überversorgung mit Selen zeigt sich mit Querrissen, die am Kronrand beginnen, und mit Haarausfall an Mähne und Schweif. Das passiert selten durch ein einzelnes Mineralfutter, eher durch mehrere Produkte, die alle Selen enthalten. Zähl deshalb alle Etiketten zusammen, bevor du etwas dazunimmst.

Wie lange sollte ich Biotin füttern, bevor ich urteile?

Plan mindestens neun Monate ein. In den Studien wurde das Horn frühestens nach acht bis neun Monaten sichtbar besser, und bei Geyer und Schulze (1994) wurde es bei den meisten Pferden nach dem Absetzen wieder schlechter. Wenn du nach einem Jahr am neuen Horn keinen Unterschied siehst, lohnt sich ein zweiter Blick auf die ganze Ration.

Zum Weiterlesen

Ob Huföl, Aloe vera oder Wässern trockenen Hufen etwas bringt, steht im Beitrag über trockene Hufe. Wie du Zink und Kupfer in deiner eigenen Heuanalyse findest, im Beitrag zur Heuanalyse, und woran du ein passendes Mineralfutter erkennst, beim Mineralfutter.

Die Biotinstudien zum Nachlesen: Buffa und Kollegen 1992, Equine Veterinary Journal 24, Seite 472 bis 474; Josseck, Zenker und Geyer 1995, Equine Veterinary Journal 27, Seite 175 bis 182; Zenker, Josseck und Geyer 1995, Equine Veterinary Journal 27, Seite 183 bis 191; Geyer und Schulze 1994, Schweizer Archiv für Tierheilkunde 136, Seite 137 bis 149; Reilly und Kollegen 1998, Equine Veterinary Journal Supplement 26, Seite 51 bis 57. Die Bedarfswerte für Zink, Kupfer und Selen stammen aus den Empfehlungen der GfE zur Energie- und Nährstoffversorgung von Pferden (2014), die Obergrenze für Selen aus NRC, Nutrient Requirements of Horses (2007), die Heuwerte aus den Auswertungen der LUFA Nord-West und meinen eigenen Heuanalysen 2026. Hornwachstum und Durchwachszeiten nach Butler, The Principles of Horseshoeing.

Zuletzt fachlich überarbeitet am 14.10.2026.

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