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Fliegenspray mit ätherischen Ölen fürs Pferd selber machen: was du wissen solltest

Von Yasemin Halac, Ernährungsberaterin für Pferde · 17.10.2026

Schimmel schnuppert an einem Himbeerzweig

Im Sommer bekomme ich die Frage nach einem selbst gemachten Fliegenspray mit ätherischen Ölen fürs Pferd ständig. Meine ehrliche Antwort vorweg: Öle wie Lemongrass und Citronella werden in der Aromapflege traditionell zur Insektenabwehr geschätzt, ob sie Fliegen beim Pferd verlässlich fernhalten, ist aber kaum untersucht. Dazu verfliegen viele Öle schnell, und einige reizen die Haut oder machen sie in der Sonne empfindlich.

Ich bin Yasi, Ernährungsberaterin für Pferde, und zur Aromapflege bin ich über meine Stute Helena gekommen. Alles Fachliche hier stammt aus meinem Kurs Aroma Horse. Du liest, welche Öle in Fliegensprays stecken und wie verträglich sie sind, wie du ein Pflegespray richtig verdünnst und aufträgst und was du im Sommer ganz ohne Öl tun kannst. Ein Wundermittel bekommst du hier nicht, dafür eine ehrliche Einordnung.

Halten ätherische Öle Fliegen vom Pferd fern?

Das kann dir niemand verlässlich sagen. Lemongrass und Citronella werden in der Aromapflege traditionell zur Insektenabwehr geschätzt, und Citronellal steckt auch in Insektenabwehrmitteln. Belastbare Studien dazu beim Pferd gibt es kaum. Dazu kommt, dass viele Öle schnell verfliegen. Niemand kann garantieren, dass Fliegen fernbleiben, egal was auf dem Etikett steht.

Ätherische Öle sind flüchtig, das gehört zu ihren Grundeigenschaften. Besonders die Monoterpene, die in vielen frischen und zitronigen Ölen stecken, verdunsten schnell. Ein Spray, das morgens frisch riecht, ist mittags oft nur noch ein Hauch. Wer dann nachsprüht, bringt immer mehr Öl auf die Haut, und genau da wird es heikel.

Deshalb sehe ich ein Spray mit ätherischen Ölen im Sommer als Pflege für Fell und Haut. Wenn dein Pferd es mag und die Haut es verträgt, spricht nichts dagegen. Als einzigen Fliegenschutz würde ich mich darauf nicht verlassen.

Welche ätherischen Öle stecken in Fliegensprays und wie verträglich sind sie?

In Fliegensprays stecken oft Lemongrass, Citronella, Eucalyptus citriodora, Lavendel, Zeder und Zitrusöle. Lemongrass, Citronella und Eucalyptus citriodora gehören zu den Aldehyden und können die Haut deutlich reizen. Lavendel gilt als sehr gut verträglich. Kaltgepresste Zitrusöle wie Bergamotte, Zitrone und Limette machen die Haut lichtempfindlich, was im Sommer auf der Weide ungünstig ist.

Lemongrass ist ein gutes Beispiel. Es hat bis zu 80 Prozent Citral, und das ist über die Nase frisch und angenehm, auf der Haut in dieser Menge aber ein ausgeprägter Reizstoff. Ein Spray mit viel Lemongrass, großflächig aufgesprüht, kann bei empfindlichen Pferden genau das auslösen, was du vermeiden willst: gereizte Haut. Wie du kritische Öle allgemein erkennst, steht im Beitrag welche ätherischen Öle für Pferde gefährlich sind.

Typische Öle in Fliegensprays
ÖlLeitstoffStoffklasseWas ich beachte
LemongrassCitral, 70 bis 80 ProzentAldehydedeutlich hautreizend, nie großflächig, nicht bei Fohlen, nicht bei Ekzemern
CitronellaCitronellalAldehydevorher an kleiner Stelle testen, bei Ekzemern lieber ganz lassen
Eucalyptus citriodoraCitronellalAldehydewie Citronella, nur sehr niedrig dosiert
Lavendel feinLinalylacetat, LinaloolEster, Monoterpenolesehr gut verträglich, trotzdem verdünnt
AtlaszederCedrol, AtlantonSesquiterpenole, Ketonenicht bei tragenden Stuten, Fohlen, Anfallsneigung
Bergamotte, Zitrone, Limette kaltgepresstBergaptenFurocumarinemindestens 12 Stunden keine Sonne, im Sommer weglassen oder FCF nehmen

Kann ich ein Fliegenspray mit ätherischen Ölen selber machen?

Als Pflegespray kannst du es selber machen. Dass es Fliegen fernhält, kann dir aber niemand versprechen. Ätherische Öle lösen sich nicht in Wasser, sie schwimmen oben. Ein Spray aus Wasser und ein paar Tropfen Öl bringt also unverdünnte Öltröpfchen auf die Haut. Ich nehme deshalb entweder ein Hydrolat pur oder ein Öl in einem fetten Trägeröl, sauber verdünnt.

Die einfachste Variante ist das Atlaszederhydrolat. Im Kurs nenne ich es für selbst gemischte Sprays im Sommer, und als Hydrolat darfst du es in der Regel pur aus der Sprühflasche nehmen. Bei tragenden Stuten lässt du die Zeder weg.

Wenn du mit Öl arbeiten willst, rechnest du so: 50 ml fettes Trägeröl, darin 3 Tropfen Lavendel fein (Lavandula angustifolia) und 3 Tropfen Atlaszeder (Cedrus atlantica). Das sind 6 Tropfen und damit rund ein halbes Prozent, also die Menge für den ersten Versuch und für empfindliche Pferde. Mehr als zwei Prozent nimmst du auch beim gesunden, erwachsenen Pferd nicht.

Und hier der ehrliche Satz, der zu jeder Mischung gehört: Niemand kann dir garantieren, dass Fliegen damit fernbleiben. Es bleibt ein Pflegeöl, das dein Pferd hoffentlich gern riecht.

Verdünnung zum Nachrechnen
VerdünnungTropfen auf 10 mlTropfen auf 50 mlFür wen
0,5 Prozent1 Tropfen5 bis 7 Tropfenerster Versuch, junge, alte, empfindliche Pferde
1 Prozent2 bis 3 Tropfen10 bis 15 TropfenAusgangspunkt für die meisten Anwendungen
2 Prozent4 bis 6 Tropfen20 bis 30 TropfenObergrenze beim gesunden, erwachsenen Pferd

Wichtig: Lemongrass würde ich nicht selbst einmischen, der Citralanteil ist zu hoch. Und Öl gehört nie in die Tränke oder ins Futter, auch nicht in der Hoffnung auf weniger Fliegen.

Wie trage ich ein Pflegespray mit ätherischen Ölen richtig auf?

Zuerst machst du einen Riechtest, dann einen Hauttest: eine kleine Menge auf eine handtellergroße Stelle am Hals und 24 Stunden warten. Danach trägst du an Hals, Schulter, Rücken, Kruppe, Brust und Oberschenkel auf. Kopf, Augen, Nüstern, Innenschenkel, Bauchnaht, Genitalbereich und gereizte Haut bleiben frei.

Beim Riechtest hältst du das Fläschchen etwa eine Handbreit vor die Nüstern und lässt es da. Kauen, Gähnen, Blinzeln oder ein gesenkter Kopf sind ein Ja, Wegdrehen ist ein Nein. Wie das genau geht, steht im Beitrag zum Riechtest beim Pferd. Helena zeigt mir dabei sehr genau, was sie möchte, und ein Spray, das sie ablehnt, kommt bei ihr nicht drauf.

Augen und Schleimhäute haben keine Barriere, die ein Öl abpuffern könnte. Deshalb sprühst du nie in Richtung Kopf. Wenn du das Gesicht pflegen willst, nimmst du ein mildes Hydrolat und ein Tuch.

Denk an die Pausen: Ein Öl nimmst du drei bis vier Wochen am Stück, danach mindestens genauso lange nicht. Bei Ekzemern und hautempfindlichen Pferden ist der Hauttest Pflicht. Und wo Stallkatzen mitlaufen, räumst du offene Fläschchen weg.

Wichtig: Bei Husten, Asthma oder anderen Atemwegsproblemen setze ich keine Düfte ein, auch kein Spray mit Öl. Das gehört zur Tierärztin.

Warum sind Zitrusöle im Sommer am Pferd heikel?

Kaltgepresste Zitrusöle wie Bergamotte, Zitrone und Limette enthalten Furocumarine, vor allem Bergapten. Die machen die Haut lichtempfindlich. Nach einer Hautanwendung bleibt die Stelle deshalb mindestens 12 Stunden aus der direkten Sonne. Süße Orange und Mandarine gelten nicht als lichtsensibilisierend, oxidieren aber wie alle Zitrusöle schnell und reizen dann die Haut.

Beim Pferd ist das besonders tückisch, weil es im Sommer nach dem Einsprühen meist direkt auf die Weide geht. Am empfindlichsten sind helle, unpigmentierte Stellen an Blesse, Nüstern und weißen Abzeichen. Eine Reaktion dort bringt kaum jemand mit dem Spray vom Morgen in Verbindung.

Für ein Sommerspray lasse ich Zitrusöle deshalb ganz weg. Wer nicht darauf verzichten will, nimmt FCF-Qualität, der wurden die Furocumarine entzogen. Wenn an hellen Hautstellen etwas auffällt, lass es tierärztlich abklären, denn Lichtempfindlichkeit kann auch von Futterpflanzen oder der Leber kommen.

Was kann ich gegen Fliegen beim Pferd ohne ätherische Öle tun?

Am meisten bringen im Alltag die einfachen Dinge: eine gut sitzende Fliegendecke und eine Fliegenmaske, Weidezeiten, die zu den ruhigeren Tageszeiten bei euch passen, und ein sauberer Stall mit regelmäßig abgesammeltem Mist. Ein Pflegespray kann dazukommen, aber die Decke und die Maske sind für mich die Grundlage.

Diese 5 Punkte sind für mich im Sommer die Grundlage, ganz ohne Öl. Du findest sie in der Liste unten.

Bei Sommerekzemern mit ohnehin gereizter Haut würde ich auf ein Spray mit Lemongrass oder Citronella ganz verzichten. Da arbeite ich lieber mit Hydrolaten und einer Decke. Hautveränderungen, die sich ausbreiten oder nässen, lässt du vorher tierärztlich abklären.

  • Fliegendecke: gut sitzend, an heißen Tagen luftig, scheuert nicht an Mähnenkamm und Schulter
  • Fliegenmaske: schützt die Augenpartie, an die sowieso kein Öl darf
  • Weidezeiten: schau, wann bei euch am meisten los ist, und leg die Weidezeit lieber in die ruhigeren Stunden
  • Mist weg: Paddock, Unterstand und Weide regelmäßig abmisten, denn Mist zieht Fliegen an
  • Schatten: ein Unterstand oder Bäume, unter die sich dein Pferd zurückziehen kann

Was nehme ich nach Insektenstichen und bei juckender Haut?

Nach Insektenstichen greife ich zu Hydrolaten. In der Aromapflege werden dafür vor allem Pfefferminz- und Lavendelhydrolat geschätzt, pur aufgesprüht oder in Aloe-vera-Gel eingearbeitet. Das Gel kommt nicht auf offene Stellen. Ist ein Stich stark geschwollen, heiß oder in der Nähe der Augen, rufst du die Tierärztin.

Mein Trick ist das Pfefferminzhydrolat im Aloe-vera-Gel. Das gebe ich auf Mähnenkamm und Schweifrübe, wenn dort viel gescheuert wird, gern direkt aus dem Kühlschrank. Bei Fohlen und Jungpferden kommt Pfefferminze nicht an die Nüstern und nie in Augennähe. Mehr zu den einzelnen Hydrolaten findest du im Beitrag über Hydrolate für Pferde.

Lavendelhydrolat ist die Variante für Pferde, die den Geruch von Minze nicht mögen. Beide darfst du in der Regel pur aufsprühen, bei sehr empfindlichen Pferden höchstens 1:1 mit stillem Wasser verdünnt. Biete das Hydrolat vorher am besprühten Tuch an und schau, wie dein Pferd reagiert. Ein Pferd, das sich deutlich abwendet, bekommt etwas anderes.

Häufige Fragen

Kann ich Teebaumöl ins Fliegenspray geben?

Dafür würde ich es nicht nehmen. Teebaumöl kommt nie unverdünnt auf die Haut und nicht auf offene Stellen, und viele Pferde mögen den scharfen Geruch nicht. Dazu ist es für Stallkatzen giftig.

Wie oft darf ich ein Pflegespray mit Öl verwenden?

Ein Öl nimmst du drei bis vier Wochen am Stück, danach machst du mindestens genauso lange Pause. Lehnt dein Pferd das Spray zwischendurch plötzlich ab, ist die Pause schon vorher fällig. Ständiges Nachsprühen über den Tag würde ich vermeiden.

Sind gekaufte Fliegensprays mit ätherischen Ölen besser?

Nicht automatisch. Schau in die Zutatenliste, steht Lemongrass oder Citronella weit vorn, testest du das Spray erst an einer kleinen Stelle. Bei Ekzemern lässt du so ein Spray besser ganz weg.

Was gilt bei Turnierpferden?

Sei vorsichtig mit allem, was Campher oder Menthol enthält, das kann bei Dopingkontrollen auffallen. Prüf vor jedem Turnier die aktuellen Regeln deines Verbands und sprich mit deiner Tierärztin.

Und wenn mein Pferd im Equidenpass nicht als Nicht-Schlachtpferd eingetragen ist?

Dann sprichst du vor jeder Anwendung auf der Haut mit deiner Tierärztin. Das gilt für ein Pflegespray mit Öl genauso wie für jede andere Mischung.

Ätherische Öle und Hydrolate sind Begleitung, keine Behandlung. Bei Husten, Fieber, Lahmheit, Koliksymptomen, Wunden oder allem, was plötzlich kommt, gehört dein Pferd zur Tierärztin.

Zum Nachschlagen

Die ätherische Stallapotheke

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aromahorseoil ist eine Marke von Pferdeliebehealthy, Yasemin Halac, Buchen im Odenwald.