KI-generiertCBD-Öl (Cannabidiol) ist längst nicht mehr nur in der Humanmedizin ein Thema, auch in der Pferdewelt rückt es immer stärker in den Fokus.
Viele Pferdebesitzerinnen hoffen darauf, ihrem Pferd damit etwas Gutes zu tun. Was tatsächlich untersucht ist, was der rechtliche Rahmen zulässt und worauf du achten musst, steht hier. Vorweg, damit du weißt, worauf du dich einlässt: CBD ist für Pferde nicht zugelassen, und belastbare Studien zur Wirkung beim Pferd gibt es nicht.
Was ist CBD überhaupt?
CBD steht für Cannabidiol, einen natürlichen Bestandteil der Hanfpflanze. Anders als THC ist es nicht psychoaktiv, dein Pferd wird also nicht „high“. CBD dockt am Endocannabinoid-System an, das unter anderem an Schmerzempfinden, Stress- und Angstregulation beteiligt ist. Dass CBD beim Pferd dasselbe tut wie beim Menschen, folgt daraus aber noch nicht.
CBD steht für Cannabidiol, einen natürlichen Bestandteil der Hanfpflanze.
Anders als THC wirkt CBD nicht psychoaktiv, dein Pferd wird also nicht „high“.
Stattdessen interagiert es mit dem Endocannabinoid-System des Körpers, das an vielen Prozessen beteiligt ist, unter anderem:
Schmerzempfinden
Entzündungsreaktionen
Immunsystem
Stress- und Angstregulation
Dieses System gibt es auch beim Pferd. Daraus folgt aber noch nicht, dass CBD dort dasselbe tut wie beim Menschen, dazu gleich mehr.
Was ist zu CBD beim Pferd untersucht, und was nicht?
Für das Pferd gibt es einige Untersuchungen zur Verträglichkeit und dazu, wie viel CBD nach der Gabe übers Maul im Blut ankommt: wenig, und das schwankt zwischen einzelnen Pferden erheblich. Was fehlt, sind kontrollierte Studien am Pferd, die zeigen, dass CBD ein bestimmtes Beschwerdebild bessert. Die wenigen kleinen Arbeiten reichen für eine belastbare Aussage nicht.
Bis hierher ist alles Grundlagenwissen: Es gibt dieses Rezeptorsystem, und CBD dockt daran an. Die spannende Frage kommt danach, und da wird es dünn.
Der allergrößte Teil dessen, was man über CBD liest, stammt aus Zellversuchen, aus Versuchen an Nagern oder aus der Humanmedizin. Für das Pferd gibt es inzwischen einige Untersuchungen zur Verträglichkeit und zu der Frage, wie viel vom Wirkstoff nach der Gabe übers Maul überhaupt im Blut ankommt. Deren Ergebnis in einem Satz: Es kommt wenig an, und wie viel es ist, schwankt zwischen einzelnen Pferden erheblich.
Was fehlt, sind kontrollierte Studien am Pferd, die zeigen, dass CBD ein bestimmtes Beschwerdebild bessert. Es gibt einzelne kleine Arbeiten zu Verhalten und Bewegung, mit uneinheitlichen Ergebnissen und wenigen Tieren. Für eine belastbare Aussage reicht das nicht.
Deshalb steht in diesem Beitrag nicht, wogegen CBD hilft. Ich weiß es nicht, und niemand, der es dir verkauft, weiß es besser. Was ich aufschreiben kann, ist der Rahmen, in dem du dich bewegst, und der ist enger, als die meisten denken.
Was zeigen die Studien zu CBD beim Pferd konkret?
Die meisten Arbeiten am Pferd messen, wie viel CBD im Blut ankommt, und schauen auf die Verträglichkeit. Zu Verhalten und Schmerz gibt es nur eine Handvoll kleiner Studien mit jeweils höchstens 24 Pferden und widersprüchlichen Ergebnissen. Eine der sorgfältigsten davon, doppelt verblindet und mit Placebo, fand keinen Unterschied. Für ein Wirkversprechen reicht das nicht.
Damit du nicht nur meine Zusammenfassung hast, hier die Arbeiten, auf die ich mich stütze, mit Pferdezahl und Ergebnis:
- Wie viel ankommt: Turner, Knych und Adams (2022, American Journal of Veterinary Research) gaben acht älteren Pferden einmalig 2 mg CBD pro Kilogramm übers Maul. Im Blut kamen knapp 8 Prozent davon an. Eichler und Kollegen (2023, Frontiers in Veterinary Science) gaben sechs Pferden 15 Tage lang zweimal täglich 3 mg pro Kilogramm. CBD verteilt sich stark ins Gewebe, nach der letzten Gabe lag die Halbwertszeit im Blut bei rund 161 Stunden, also fast einer Woche.
- Verhalten und Stress, ohne Effekt: In der zweiten Studie von Eichler und Kollegen (2023, Frontiers in Veterinary Science) bekamen zwölf Pferde doppelt verblindet entweder CBD-Paste oder Leinöl als Placebo, 15 Tage lang. Verhalten, Cortisol, Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität unterschieden sich nicht, auch nicht bei einem unbekannten Gegenstand oder beim Verladen.
- Verhalten, mit Effekt: Draeger und Kollegen (2022, Journal of Equine Veterinary Science) fütterten 17 Quarter-Horse-Wallachen sechs Wochen lang 100 mg CBD am Tag oder nichts. Die CBD-Gruppe reagierte seltener stark auf einen unbekannten Gegenstand, die Herzfrequenz unterschied sich nicht. Das ist bisher nur als Kurzfassung eines Tagungsbeitrags veröffentlicht.
- Schmerz: Interlandi und Kollegen (2024, Frontiers in Veterinary Science) untersuchten 20 Pferde mit leichter Arthrose. Alle bekamen das Schmerzmittel Phenylbutazon, ein Teil zusätzlich 14 Tage CBD-Öl, und diese Gruppe hatte niedrigere Schmerzwerte. Aragona und Kollegen (2024, gleiche Zeitschrift) sahen bei 24 Pferden mit Arthrose ähnliche Werte mit anderen Hanfwirkstoffen (CBDA sowie CBG mit CBD).
Heißt für uns: Zwei kleine Arbeiten sehen etwas, die am besten kontrollierte sieht nichts. Alle laufen nur wenige Wochen, mit wenigen Tieren und mit unterschiedlichen Produkten und Mengen. Und die Schmerzstudie hat CBD als Zugabe zu einer tierärztlichen Schmerzbehandlung untersucht, nicht als Ersatz dafür. Das ist der Anfang von Forschung, kein Beleg.
Kann CBD beim Pferd Nebenwirkungen haben?
In den kurzen Studien am Pferd vertrugen die Tiere CBD gut, Blutbild und Leberwerte blieben im Rahmen. Das gilt aber nur für wenige gesunde Pferde über einige Wochen. In einer Studie mit Ponys stieg unter CBD die Insulinantwort, und Wechselwirkungen mit Medikamenten sind beim Pferd gar nicht untersucht. Langzeitdaten fehlen ganz.
Zur Verträglichkeit: Ryan und Kollegen (2021, Drug Testing and Analysis) sahen nach einzelnen Gaben bis 2 mg pro Kilogramm keine Auffälligkeiten bei Verhalten, Verdauung oder Herz. Bei Turner und Kollegen (2022) blieben Blutbild, Blutwerte und Vitalwerte unverändert. Wang und Kollegen (2025, American Journal of Veterinary Research) gaben sieben Pferden jeweils sechs Wochen lang zweimal täglich 1 mg pro Kilogramm und fanden bei Blutbild, Blutchemie und Leber keine klinisch bedeutsamen Veränderungen.
Der Punkt, der mich als Beraterin für Stoffwechselpferde am meisten beschäftigt: Wermer und Kollegen (2026, Frontiers in Veterinary Science) gaben 13 Connemara-Ponys, sieben davon mit Equinem Metabolischem Syndrom, drei Wochen lang zweimal täglich 2 mg CBD pro Kilogramm. Gewicht, Blutzucker und Blutfette blieben gleich, aber im oralen Zuckertest stieg das Insulin in der CBD-Gruppe deutlich an. Ganz ehrlich: Das ist eine einzige kleine Studie, und ein Schaden ist damit nicht bewiesen. Aber bei einem Pferd, bei dem du ohnehin jeden Halm auf Zucker prüfst, ist das kein Wert, mit dem ich experimentieren würde.
Und zu Medikamenten: Beim Menschen ist CBD als Arzneimittel zugelassen. In der europäischen Fachinformation (Epidyolex, EMA) steht, dass es in der Leber über dieselben Enzyme abgebaut wird wie viele andere Arzneimittel, dass deshalb Wechselwirkungen möglich sind und dass die Leberwerte dosisabhängig steigen können. Beim Pferd hat das niemand untersucht. Bekommt dein Pferd Medikamente, etwa ein Schmerzmittel oder Pergolid, sprich vorher mit deinem Tierarzt. Nicht weil eine Wechselwirkung belegt wäre, sondern weil niemand nachgesehen hat.
Was ist bei CBD für Pferde rechtlich erlaubt?
Ganz ehrlich: Der Rahmen ist enger, als die meisten denken. CBD ist für Pferde weder als Arzneimittel noch als Zusatzstoff im Futter zugelassen, wer es gibt, tut das auf eigene Verantwortung. Im Turniersport ist es tabu, weil Cannabinoide auf den Dopinglisten stehen. Und bei Pferden, die nicht als „nicht zur Schlachtung bestimmt“ eingetragen sind, gehört es nicht ins Futter.
CBD ist für Pferde nicht zugelassen, weder als Arzneimittel noch als Zusatzstoff im Futter. Ein Hersteller darf deshalb keine Wirkung gegen Krankheiten in Aussicht stellen, und ich darf das genauso wenig. Wer es einsetzt, tut das außerhalb jeder Zulassung, auf eigene Verantwortung.
Im Turniersport ist es tabu. Cannabinoide stehen auf den Dopinglisten, und verlässliche Karenzzeiten gibt es für die meisten Produkte nicht, weil die dafür nötigen Untersuchungen fehlen. Wer startet, lässt es weg. Die Sperre trifft die Reiterin, nicht den Hersteller.
Und der Punkt, den fast niemand auf dem Schirm hat: der Equidenpass. Ein Pferd gilt in der EU als lebensmittellieferndes Tier, solange es nicht ausdrücklich als „nicht zur Schlachtung bestimmt" eingetragen ist. Für diese Tiere dürfen pharmakologisch wirksame Stoffe nur angewendet werden, wenn sie dafür europäisch bewertet und gelistet sind. Cannabidiol ist das nicht. Sieh also im Pass nach, bevor du etwas fütterst, was dort nicht hineingehört. Das ist keine Formalie: Der Eintrag ist unwiderruflich, und er ist trotzdem für die allermeisten Freizeitpferde die richtige Wahl.
Und was ist mit Hanf im Futter? Hier lohnt sich eine Unterscheidung, die in der Werbung gern verschwimmt. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) schreibt in seinem Jahresbericht 2021/2022: Produkte aus Nutzhanfsamen mit technisch unvermeidbaren CBD-Gehalten sind im Futter in der Regel erlaubt, CBD-Extrakte und damit angereicherte Produkte dagegen nicht zugelassen. Bei seinen Kontrollen fand das LGL drei Hanföle mit 21.800 bis 31.800 mg CBD und CBDA pro Kilogramm, was auf unzulässige Zusätze hindeutete. Hanfsamen oder Hanfkuchen als Futtermittel sind also etwas anderes als ein CBD-Öl. Und ob in einem Produkt mehr steckt als unvermeidbar, siehst du der Flasche von außen nicht an.
Worauf achtest du beim Kauf von CBD-Öl für Pferde?
Wenn du dich trotzdem für CBD entscheidest, ist die Produktqualität das Einzige, was du selbst in der Hand hast. Ich schaue auf ein aktuelles Analysezertifikat zur Charge, einen ausgewiesenen CBD-Gehalt in Milligramm, nachweislich niedrigen THC-Gehalt aus zertifiziertem EU-Nutzhanf und einen Anbieter, der keine Heilung verspricht. Ein Pferd mit Schmerzen oder anhaltender Unruhe gehört vorher untersucht.
Dann ist die Produktqualität der einzige Punkt, den du selbst in der Hand hast. Worauf ich schaue:
- Ein aktuelles Analysezertifikat zur Charge, nicht nur ein Werbebild davon. Die Gehalte schwanken zwischen Chargen erheblich.
- Ein ausgewiesener CBD-Gehalt in Milligramm, damit du überhaupt weißt, was du gibst.
- Nachweislich niedriger THC-Gehalt, aus zertifiziertem EU-Nutzhanf.
- Kein Anbieter, der dir Heilung verspricht. Wer das tut, hat entweder das Recht nicht gelesen oder es bewusst ignoriert, und beides sagt dir etwas über den Rest der Sorgfalt.
Und der Satz, der über allem steht: Bevor irgendetwas ins Futter kommt, gehört ein Pferd mit Schmerzen, anhaltender Unruhe oder Magenproblemen untersucht. Ein Öl ist keine Diagnose.
Häufige Fragen
Ist CBD-Öl für Pferde in Deutschland erlaubt?
Besitz und Verkauf von CBD-Produkten sind nicht verboten, aber für Pferde ist CBD weder als Arzneimittel zugelassen noch als Futtermittelzusatzstoff genehmigt. Ein Hersteller darf deshalb keine Wirkung gegen Krankheiten versprechen, und wer es einsetzt, tut das außerhalb einer zugelassenen Anwendung. Wer sein Pferd behandelt haben möchte, spricht mit dem Tierarzt, statt sich auf Werbetexte zu verlassen.
Ist CBD im Turniersport verboten?
Cannabinoide stehen auf der Dopingliste, und das schließt CBD ein. Zwischen der letzten Gabe und einem Start muss deshalb eine ausreichende Karenzzeit liegen. Verlässliche Karenzzeiten für Pferde gibt es für die meisten Produkte nicht, weil die dafür nötigen Untersuchungen fehlen. Wer startet, lässt es also besser ganz weg.
Kann schon Hanffutter einen Dopingbefund auslösen?
Möglich ist es. Ekstrand und Kollegen (2026, Irish Veterinary Journal) gaben zwölf Trabern drei Tage lang zweimal täglich nur 10 bis 15 mg CBD oder CBDA übers Futter, also weit weniger als die Mengen aus den Wirkungsstudien. Im Urin war das bei allen zwölf Pferden nachweisbar, nach spätestens vier Tagen nicht mehr. Nach regelmäßiger Gabe ist mit deutlich längeren Zeiten zu rechnen, denn dann lag die Halbwertszeit bei Eichler und Kollegen bei fast einer Woche. Laut US-Reitsportverband ist CBD auch unter den Regeln der FEI verboten. Für ein Turnierpferd heißt das: Auch bei hanfhaltigem Futter genau hinschauen, was drinsteckt.
Macht CBD Pferde müde?
Belastbare Beobachtungen dazu gibt es beim Pferd nicht. Wichtig bleibt der Blick auf die Ursache: Ein Pferd, das unruhig ist, weil der Magen schmerzt, weil die Fresspausen zu lang sind oder weil die Herde nicht passt, braucht keine Beruhigung, sondern eine Änderung an genau dieser Stelle.
Enthält CBD-Öl THC?
Vollspektrum-Öle aus Nutzhanf enthalten in der Regel Spuren von THC unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Für die Wirkung spielt das kaum eine Rolle, für eine Dopingprobe schon. Wer ein Produkt kauft, sollte ein aktuelles Laborzeugnis dazu verlangen, denn die Gehalte schwanken zwischen Chargen erheblich.
Woran würde ich merken, ob sich etwas ändert?
Nur an einer sauberen Beobachtung, und die musst du selbst führen. Schreib vorher auf, was dir auffällt, ändere in dieser Zeit nichts anderes an Futter, Haltung und Training, und lies nach vier Wochen nach. Ohne diese Notizen schreibst du jede zufällige Besserung dem Öl zu, und das ist der Grund, warum Erfahrungsberichte im Netz so eindrucksvoll klingen. Wenn sich nichts ändert, setz es ab, statt die Dosis zu erhöhen.
Was solltest du prüfen, bevor du zum Öl greifst?
Fast alles, wogegen CBD eingesetzt wird, hat beim Pferd auch eine ganz handfeste Erklärung. Unruhe und Schreckhaftigkeit kommen häufig aus dem Magen oder aus zu langen Fresspausen. Hautprobleme kommen häufig aus der Versorgung. Und wiederkehrende Verdauungsthemen kommen aus dem Darm.
Deshalb lohnt es sich, vorher die Reihenfolge aus dem Beitrag wenn die Ursache unklar bleibt durchzugehen. Und wenn es um Haut und Fell geht, rechne zuerst nach, ob Zink und Kupfer überhaupt ankommen. Beides kostet nichts und beantwortet mehr Fragen als jede Flasche.
Zuletzt fachlich überarbeitet am 06.10.2026.


