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Kräuter und Öle·12 Min. Lesezeit·06.10.2026

Kräuterspaziergang mit dem Pferd: Sinn, Risiken, Tipps

Sucht sich dein Pferd beim Kräuterspaziergang aus, was es braucht? Was Studien zeigen, welche Pflanzen am Wegrand giftig sind und wie viel Naschen okay ist.

Getrocknete Kräuter mit Blättern und Löwenzahnblüten, gemischt mit grünen Pellets, in einer hellgrauen Futterschüssel.
Getrocknete Kräuter mit Blättern und Löwenzahnblüten, gemischt mit grünen Pellets, in einer hellgrauen Futterschüssel.

Ein Kräuterspaziergang ist eine schöne Sache für Bewegung, Beschäftigung und gemeinsame Zeit. Eine Apotheke ist er nicht. Dass Pferde sich am Wegrand gezielt die Pflanze suchen, die gegen ein bestimmtes Problem hilft, ist beim Pferd nie belegt worden. Sie wählen nach Geschmack, Geruch und Erfahrung. Deshalb entscheidest du, was gefressen wird, und nicht dein Pferd.

Ich mag Kräuter beim Pferd wirklich gern. Bei meinem Pferd steht selbst eine Kräuterbar in der Box, die ich im Wechsel bestücke, zum Beispiel mit Ringelblume oder Gerstengras. Nur mache ich das als Abwechslung und Beschäftigung, nicht weil ich glaube, dass sich mein Pferd damit selbst behandelt. Genau diese Unterscheidung fehlt bei vielen Tipps zum Kräuterspaziergang. In diesem Beitrag steht, was die Forschung zur Pflanzenwahl beim Pferd wirklich sagt, welche Pflanzen am Wegrand giftig sind, in welcher Jahreszeit welche gefährlich wird und wie viel Naschen auch bei Pferden in Ordnung ist, die auf Zucker achten müssen. Die wichtigste Erkenntnis vorweg: Dein Pferd weiß, was ihm schmeckt. Was ihm gut tut, weißt du.

Sucht sich ein Pferd beim Kräuterspaziergang aus, was es braucht?

Das ist beim Pferd nicht belegt. Selbstmedikation, also das gezielte Fressen von Pflanzen gegen eine Krankheit, wurde beim Pferd nie systematisch untersucht. Belegt ist, dass Pferde klare Vorlieben haben und lernen können, einen Geschmack mit einer Wirkung zu verbinden. Dass sie das am Wegrand gezielt nutzen, zeigt keine Studie.

Am nächsten dran ist eine Arbeit der Colorado State University von 2008. Vier chronisch lahme Pferde lernten dort, ein Aroma mit der Wirkung eines Schmerzmittels zu verbinden. Das zeigt, dass Pferde dieses Lernen grundsätzlich beherrschen. Es war aber ein Pilotversuch im Stall mit einem Medikament, und der Autor schreibt selbst, dass sich bei so wenigen Pferden keine Schlüsse ziehen lassen.

Näher an der Wiese ist ein Weideversuch von 2024 (Malsa und Kollegen). Dort wurde genau beobachtet, was Pferde auf einer Weide mit Kräutern fressen, denen eine Wirkung gegen Würmer nachgesagt wird. Die Pferde suchten diese Kräuter nicht gezielt, sondern fraßen sie ungefähr in dem Maß, wie sie auf der Weide wuchsen. Und in einem älteren französischen Versuch mieden Pferde zwar Gras in der Nähe von Kothaufen, wo die Wurmlarven sitzen. Das taten sie aber unabhängig davon, ob sie selbst Würmer hatten.

Die Universität Calgary beobachtet seit 2021 Wildpferde in Kanada, um zu sehen, ob sie Pflanzen mit Wirkung gegen Würmer bevorzugen. Ergebnisse, die das belegen, gibt es bisher nicht.

Gut untersucht ist dagegen, was Pferde mögen. An der Universität Southampton bekamen acht Pferde 15 Aromen im Futter angeboten. Ganz vorn lagen Bockshornklee, Banane und Kirsche. Echinacea, Muskat und Koriander lehnten einige Pferde ab. Das ist eine Rangliste des Geschmacks, kein Bedarf. Ausführlich zum Instinkt beim Pferd steht alles im Beitrag Holt sich das Pferd, was es braucht?.

Was bringt ein Kräuterspaziergang dann?

Eine ganze Menge, nur eben nicht als Behandlung. Dein Pferd bewegt sich, kaut, schnuppert und erkundet, und das ist natürliches Verhalten, das im Stall oft zu kurz kommt. Dazu kommt die gemeinsame Zeit ohne Leistungsdruck. Für viele Pferde ist das Abwechslung, die sie sonst kaum haben.

Pferde fressen von Natur aus wählerisch. Auf der Weide lassen sie bestimmte Stellen stehen und gehen an andere immer wieder. Auf dem Spaziergang kannst du das beobachten: Das eine Pferd geht zielstrebig zum Löwenzahn, das andere zum Spitzwegerich. Das ist spannend und sagt dir viel über die Vorlieben deines Pferdes. Es ist nur kein Hinweis darauf, dass genau diese Pflanze gerade fehlt.

Ganz ehrlich, ich finde, das macht den Spaziergang nicht weniger wert. Man muss ihm keine Heilwirkung andichten, damit er sich lohnt. Wer ihn als Beschäftigung versteht, schaut auch genauer hin, was im Maul landet, und das ist der wichtigste Punkt überhaupt.

Welche Pflanzen am Wegrand sind giftig für Pferde?

Am Wegrand sind vor allem Jakobskreuzkraut, Herbstzeitlose, Schierling, Fingerhut, Adlerfarn, Johanniskraut und frischer Hahnenfuß ein Thema, dazu Gehölze wie Eibe, Thuja, Robinie, Bergahorn und Eiche. Bei einigen genügen kleine Mengen. Die Angaben unten stammen aus der Giftpflanzendatenbank Clinitox der Universität Zürich.

Pflanze Gift und Pflanzenteil Für Pferde genannte Menge Getrocknet
Eibe Taxin, Nadeln und Pflanze 100 bis 200 g Nadeln können tödlich sein bleibt giftig
Fingerhut herzwirksame Glykoside, Blätter 100 bis 200 g frische oder 25 g trockene Blätter tödlich bleibt giftig
Gefleckter Schierling Coniin, alle Teile ab etwa 2 kg frische Blätter tödlich verliert an Giftigkeit
Herbstzeitlose Colchicin, alle Teile 1,2 bis 3 kg frisches Material bleibt giftig, auch im Heu
Jakobskreuzkraut Pyrrolizidinalkaloide, ganze Pflanze schädigt die Leber, Menge summiert sich über Wochen bleibt giftig, auch im Heu
Adlerfarn Thiaminase und Ptaquilosid gefährlich bei Aufnahme über Wochen bleibt giftig
Johanniskraut Hypericin macht die Haut lichtempfindlich, Pferde gelten als besonders empfindlich rund 20 % der Giftigkeit bleiben
Hahnenfuß Protoanemonin, frische Pflanze meist leichte Reizung, bei rund 2 kg Kolik möglich im Heu ungiftig
Robinie Eiweißgifte, vor allem Rinde etwa 150 g Rinde tödlich keine Angabe
Bergahorn Hypoglycin A, Samen und Keimlinge keine sichere Menge bekannt keine Angabe

Die Mengen sind ältere Einzelangaben aus Fachbüchern, keine Grenzwerte aus Studien. Ein Pferd, das weniger frisst, ist deshalb nicht automatisch sicher. Bei Thuja, Kirschlorbeer, Rhododendron und Eiche nennt Clinitox für Pferde gar keine Menge, giftig sind sie trotzdem. Alle Bäume und Sträucher mit Erkennungstipps stehen im Beitrag Welche Sträucher und Bäume dürfen Pferde fressen?.

Wann im Jahr ist welche Giftpflanze gefährlich?

Im Frühjahr sind es die Keimlinge des Bergahorns und blühender Hahnenfuß, im Sommer Jakobskreuzkraut, Schierling und Johanniskraut in voller Blüte, im Herbst Bergahornsamen, Eicheln und die blühende Herbstzeitlose. Die Eibe ist im Winter am giftigsten. Gartenabfälle über dem Zaun sind das ganze Jahr ein Risiko.

Jahreszeit Worauf du am Wegrand achtest
Frühjahr Bergahornkeimlinge, Hahnenfuß in der Blüte, junge Blätter der Herbstzeitlose ab April, junges Eichenlaub
Sommer Jakobskreuzkraut (Blüte etwa Mitte Juni bis September), Schierling, Johanniskraut, Fingerhut
Herbst Bergahornsamen, Eicheln, Herbstzeitlose (Blüte August bis November, dann ohne Blätter)
Winter Eibe (höchster Giftgehalt), Thuja und Kirschlorbeer in Hecken, wenn sonst wenig Grün da ist
ganzjährig Gartenschnitt und Hecken an Siedlungsrändern

Gerade jetzt im Herbst ist der Bergahorn das größte Thema. Er löst die atypische Weidemyopathie aus, eine Muskelerkrankung, an der in einer großen europäischen Auswertung rund drei von vier erkrankten Pferden starben. Die meisten Fälle treten im Herbst auf. Wie du Bergahorn von Spitz- und Feldahorn unterscheidest, steht im Sträucher-Beitrag. Was du im Herbst sonst auf der Weide beachtest, steht im Beitrag zur Herbstweide beim Pferd.

Welche Wegrandkräuter darf mein Pferd naschen?

Löwenzahn, Spitzwegerich, Breitwegerich, Brennnessel, Schafgarbe, Kamille, Brombeerblätter und Hagebutten werden in der Pferdefütterung seit langem verwendet und gelten als unbedenklich. Wichtig ist, dass du sie sicher erkennst. Verwechslungen sind am Wegrand häufiger als echte Giftpflanzen, die man auf den ersten Blick sieht.

Drei Verwechslungen, auf die ich besonders achte:

  • Schafgarbe und Doldenblütler. Weiße, schirmartige Blüten hat nicht nur die Schafgarbe, sondern auch der giftige Schierling. Wenn du dir nicht sicher bist, lass weiße Dolden ganz stehen.
  • Löwenzahn und Ferkelkraut. Beide haben gelbe Blüten und eine Blattrosette. Das Ferkelkraut steht auf der Giftpflanzenliste für Pferde der Universität Bern.
  • Johanniskraut in Kräutermischungen. Es wächst an vielen Wegrändern und steckt in manchen Mischungen. Pferde gelten als besonders empfindlich für die Lichtempfindlichkeit der Haut, die es auslösen kann, vor allem bei hellen Abzeichen und viel Sonne.

Zu den Wirkungen dieser Kräuter beim Pferd gibt es kaum belastbare Studien. Ich verspreche deshalb keine Wirkung, weder für Spitzwegerich noch für Brennnessel. Ich sage: Sie sind ungefährlich, viele Pferde mögen sie, und als Abwechslung sind sie schön. Dass Löwenzahn, Spitzwegerich und Schafgarbe Pferden schmecken, hat übrigens schon ein englischer Weideversuch in den 1970er Jahren gezeigt.

Wie viel darf mein Pferd beim Spaziergang fressen?

Bei einem gesunden Pferd, das an Weide gewöhnt ist, ist Naschen auf dem Spaziergang kein Problem. Bei Pferden, die wenig Zucker und Stärke bekommen sollen, zählt jedes Maul voll frisches Grün mit. Pferde können in kurzer Zeit überraschend viel fressen, vor allem wenn sie das Ritual kennen.

Das zeigt eine Studie aus England (Ince, Longland und Kollegen, 2011). Ponys mit nur drei Stunden Weidegang am Tag fraßen in dieser Zeit in der ersten Woche 0,49 Prozent ihres Körpergewichts als Trockenmasse. Nach einigen Wochen waren es 0,91 Prozent. Sie hatten gelernt, die Zeit zu nutzen, und fraßen ab der ersten Minute.

Ich habe das einmal umgerechnet, als Beispiel und nicht als Messung: Frisst ein Pferd mit 500 kg so effizient wie diese Ponys, sind das rund 1,5 kg Trockenmasse in einer Stunde. Ein Spaziergang, auf dem dein Pferd eine halbe Stunde fast ununterbrochen frisst, kann also rechnerisch bei bis zu 750 g Trockenmasse landen. Das sind etwa 3 kg frisches Gras. Wie viel Zucker und Fruktan darin stecken, hängt stark von Jahreszeit, Wetter und Tageszeit ab. Was das im Herbst bedeutet, steht im Beitrag zur Herbstweide beim Pferd.

Heißt für uns: Bei einem Pferd, das auf Zucker achten muss, sind ein paar gezielte Bissen völlig in Ordnung. Ein Spaziergang, der eigentlich eine halbe Stunde Weide am Strick ist, sollte mit in die Rationsberechnung, so wie jede andere Weidezeit auch.

Wie mache ich einen Kräuterspaziergang richtig?

Du bestimmst die Pflanzen, dein Pferd bestimmt das Tempo. Nur fressen lassen, was du sicher kennst, Feldränder, Straßengräben und Gartenhecken meiden, die Menge im Blick behalten und den Spaziergang als Beschäftigung sehen, nicht als Behandlung. So bleibt er für beide entspannt.

So gehe ich vor:

  • Erst ohne Pferd gehen. Lauf die Strecke einmal allein ab und schau, was dort wächst. Giftpflanzen merkst du dir mit Standort, so weißt du, wo du zügig vorbeigehst.
  • Nur sichere Kräuter. Was du nicht eindeutig erkennst, bleibt stehen. Eine Bestimmungs-App ist ein Anfang, aber keine Garantie.
  • Gehölze und Gärten meiden. Eibe, Thuja und Kirschlorbeer stehen in vielen Hecken an Siedlungsrändern, Gartenschnitt landet oft am Weg.
  • Feldränder und Straßengräben auslassen. Du weißt nicht, was dort ausgebracht wurde.
  • Ein Kommando fürs Fressen. Viele Pferde lernen schnell ein Wort, mit dem Fressen erlaubt ist, und ein zweites, mit dem es weitergeht. Das macht den Spaziergang sicherer, weil dein Pferd nicht an jeder Pflanze stehen bleibt.
  • Menge im Blick. Bei Pferden mit Stoffwechselthemen lieber kurze Naschpausen als eine halbe Stunde Weide am Strick.
  • Keine Wunder erwarten. Wenn dein Pferd auffällig auf eine Pflanze besteht, ist das Vorliebe. Ein Grund zur Sorge ist es nur, wenn es dazu krank wirkt.

Wann gehört die Tierärztin dazu?

Sofort, wenn du weißt oder vermutest, dass dein Pferd etwas Giftiges gefressen hat, auch wenn es noch völlig normal wirkt. Bei Eibe, Fingerhut, Schierling und Bergahorn zählen Stunden. Nimm wenn möglich ein Stück der Pflanze mit oder mach ein Foto, damit die Tierärztin weiß, womit sie es zu tun hat.

Ruf außerdem an, wenn dein Pferd nach einem Spaziergang Kolik zeigt, zittert, taumelt, stark speichelt, steif läuft, sich nicht mehr bewegen will oder dunklen Urin absetzt. Manche Vergiftungen zeigen sich verzögert, bei Eicheln zum Beispiel erst rund 24 Stunden nach dem Fressen.

Rötungen, Krusten oder nässende Stellen an hellen Abzeichen nach sonnigen Tagen gehören ebenfalls abgeklärt. Das kann eine Reaktion auf Pflanzen wie Johanniskraut sein, aber auch etwas ganz anderes. Und wenn dein Pferd an Holz, Erde oder Wänden leckt, ist das meist Salzhunger oder zu wenig Raufutter und kein Zeichen, dass es ein bestimmtes Kraut braucht.

Woher stammen die Angaben in diesem Beitrag?

Die Giftpflanzen stammen aus der Datenbank Clinitox der Universität Zürich, die Angaben aus Fachbüchern zusammenfasst. Die Aussagen zur Selbstmedikation, zu Geschmacksvorlieben und zur Grasmenge stammen aus Studien. Wo eine Zahl nur aus einer Zusammenfassung stammt, steht das dabei.

  • Clinitox, Universität Zürich: Einträge zu Eibe, Fingerhut, Schierling, Herbstzeitlose, Jakobskreuzkraut, Adlerfarn, Johanniskraut, Hahnenfuß, Robinie, Thuja, Kirschlorbeer, Rhododendron, Eiche und Bergahorn.
  • Caloni, F. und Cortinovis, C., 2015: Plants poisonous to horses in Europe. Equine Veterinary Education 27, 269 bis 274.
  • van Galen, G. und Kollegen, 2012: Equine Veterinary Journal 44, 621 bis 625 (atypische Myopathie, 354 Fälle in Europa).
  • Julius Kühn-Institut, 2009: Faltblatt Jakobs-Kreuzkraut.
  • LAZBW Aulendorf, 2018: Faltblatt Herbstzeitlose.
  • Williams, D. E., 2008: Self-medication in horses, Doktorarbeit, Colorado State University (Pilotversuch mit vier Pferden).
  • Malsa, J. und Kollegen, 2024: International Journal for Parasitology: Drugs and Drug Resistance (Weideversuch mit Zichorie und Kräutern).
  • Fleurance, G. und Kollegen, 2007: Applied Animal Behaviour Science 108, 288 bis 301 (Meiden von Gras in Kotnähe).
  • Archer, M., 1973: Journal of the British Grassland Society 28, 123 bis 128 (Vorlieben für Gräser und Kräuter).
  • Goodwin, D. und Kolleginnen, 2005: Selection and acceptance of flavours in concentrate diets for stabled horses. Applied Animal Behaviour Science 95, 223 bis 232.
  • Universität Calgary, 2021: Beobachtungsprojekt zur Selbstmedikation bei Wildpferden in Alberta.
  • Ince, J., Longland, A. C., Newbold, C. J. und Harris, P. A., 2011: Journal of Equine Veterinary Science (Grasaufnahme bei begrenztem Weidegang, nach der Zusammenfassung von Kentucky Equine Research).
  • Universität Bern, Phytovet: Giftpflanzenliste für Pferde.

Häufige Fragen zum Kräuterspaziergang mit dem Pferd

Weiß mein Pferd, welche Kräuter es braucht?

Dafür gibt es beim Pferd keinen Beleg. Pferde wählen nach Geschmack, Geruch und Erfahrung. Sie können lernen, einen Geschmack mit einer Wirkung zu verbinden, aber dass sie am Wegrand gezielt Heilpflanzen suchen, ist nie gezeigt worden.

Welche Kräuter darf mein Pferd am Wegrand fressen?

Löwenzahn, Spitzwegerich, Breitwegerich, Brennnessel, Schafgarbe, Kamille, Brombeerblätter und Hagebutten gelten als unbedenklich. Voraussetzung ist, dass du sie sicher erkennst. Weiße Dolden lässt du stehen, wenn du dir nicht sicher bist, weil der giftige Schierling ähnlich aussieht.

Welche Pflanzen am Wegrand sind für Pferde giftig?

Unter anderem Eibe, Fingerhut, Schierling, Herbstzeitlose, Jakobskreuzkraut, Adlerfarn, Johanniskraut, frischer Hahnenfuß, Robinie, Thuja, Kirschlorbeer, Bergahorn und Eicheln. Bei Eibe können schon 100 bis 200 g Nadeln tödlich sein.

Ist ein Kräuterspaziergang im Herbst gefährlich?

Er braucht mehr Aufmerksamkeit. Im Herbst fallen Bergahornsamen und Eicheln, und die Herbstzeitlose blüht. Bergahorn löst die atypische Weidemyopathie aus, die oft tödlich endet. Strecken mit Bergahorn meidest du im Herbst am besten ganz.

Darf ein Pferd mit Stoffwechselproblemen am Wegrand grasen?

Ein paar gezielte Bissen ja. Pferde können aber schnell viel fressen: Ponys schafften in einer Studie fast 1 Prozent ihres Körpergewichts als Trockenmasse in drei Stunden. Längeres Grasen am Strick zählt deshalb wie Weidezeit und gehört in die Ration.

Ist Hahnenfuß im Heu giftig?

Nein. Das Gift im Hahnenfuß zerfällt beim Trocknen, im Heu ist er ungiftig. Frisch kann er Maul und Darm reizen, in größeren Mengen auch Kolik auslösen. Die meisten Pferde lassen ihn auf der Weide ohnehin stehen.

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