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Nährstoffe·13 Min. Lesezeit·06.10.2026

Mineralbar fürs Pferd: Sinn oder Unsinn?

Mineralbar beim Pferd: Was Studien zur freien Mineralwahl zeigen, warum Geschmack statt Bedarf entscheidet und was du stattdessen fütterst.

Ein braunes Pferd mit Blesse senkt den Kopf und schnuppert an einer blühenden Distel am Rand einer trockenen Wiese.
Ein braunes Pferd mit Blesse senkt den Kopf und schnuppert an einer blühenden Distel am Rand einer trockenen Wiese.

Eine Mineralbar ist nur für Salz sinnvoll. Für alle anderen Mineralien ist sie nach heutigem Wissen keine verlässliche Versorgung. Pferde haben einen echten Appetit nur auf Natrium, und selbst der ist ungenau. Es gibt keine einzige Studie, die zeigt, dass Pferde Kupfer, Zink oder Selen nach ihrem Bedarf auswählen. Was sie an den Schalen steuert, sind Geschmack, Gewohnheit und Neugier.

Die Idee klingt ja wirklich schön: Man stellt mehrere Schalen mit einzelnen Mineralien hin, und das Pferd sucht sich selbst aus, was ihm gerade fehlt. Ich versteh total, warum das so viele überzeugt. Es fühlt sich natürlich an und nach Vertrauen in das eigene Pferd. Ich habe mir die Studien zur freien Mineralwahl deshalb einmal sauber angesehen, bei Pferden und, weil es dort viel mehr Forschung gibt, auch bei Schafen und Rindern. In diesem Beitrag steht, was dabei herauskommt, wo eine Mineralbar sogar riskant werden kann und was du stattdessen machst. Die wichtigste Erkenntnis vorweg: Ein Pferd frisst an der Mineralbar, was ihm schmeckt, und nicht, was ihm fehlt.

Ob Pferde überhaupt einen Instinkt fürs richtige Futter haben, also auch bei Energie, Giftpflanzen und Kräutern, steht ausführlich im Beitrag Holt sich das Pferd, was es braucht?. Hier geht es gezielt um die Schalen mit Mineralien.

Was ist eine Mineralbar fürs Pferd?

Eine Mineralbar, manchmal auch Mineralbuffet oder Cafeteria genannt, sind mehrere Schalen mit einzelnen Mineralien oder Mischungen, die frei zugänglich im Stall oder am Paddock stehen. Das Pferd soll sich selbst nehmen, was es gerade braucht, statt eine feste Menge Mineralfutter zu bekommen.

Was in den Schalen liegt, hängt vom Anbieter ab. Häufig sind es Salz, eine Calciumquelle wie Algenkalk, Magnesium, Kieselerde, manchmal einzelne Spurenelemente wie Zink oder Kupfer, dazu Kräuter oder Bierhefe. Oft sind die Mischungen mit Kräutern, Aromen oder Melasse schmackhaft gemacht, damit die Pferde überhaupt daran gehen.

Die Begründung ist fast immer dieselbe: Wildpferde suchen sich ihre Mineralien auch selbst, also kann das Pferd im Stall das ebenfalls. Genau diese Annahme ist der Punkt, an dem es hakt. Ein Pferd kann nur nach etwas suchen, dessen Fehlen es spürt. Und das ist beim Pferd nur bei einem einzigen Mineral sicher belegt.

Können Pferde spüren, welches Mineral ihnen fehlt?

Nur beim Salz, und selbst da ungenau. Für Natrium haben Pferde einen angeborenen Appetit. Für Calcium, Magnesium, Kupfer, Zink oder Selen ist so etwas beim Pferd nicht nachgewiesen. Ein Kupfermangel baut sich über Wochen auf, er schmeckt und riecht nach nichts, und das Pferd kann ihn keiner bestimmten Schale zuordnen.

Ich habe nach Studien gesucht, in denen Pferde Spurenelemente nach ihrem Bedarf auswählen. Es gibt keine. Ehrlicherweise gibt es auch keine Wahlstudie beim Pferd, die das Gegenteil für Kupfer oder Zink direkt zeigt. Das Thema ist schlicht kaum untersucht. Was es gibt, sind Versuche zu Salz und Calcium, und die sprechen gegen die Mineralbar.

Für Calcium beschreibt Kentucky Equine Research einen Versuch aus den 1970er Jahren: Ponys mit Calciummangel im Futter fraßen von einem frei angebotenen Calciumzusatz nicht mehr als Ponys, die genug Calcium bekamen. Die Originalarbeit stammt vermutlich von der Cornell University, ist aber online nicht einsehbar. Ich nenne sie deshalb nur als Hinweis, nicht als Beweis.

Auch die Frage, wonach Pferde überhaupt wählen, ist untersucht. Forschende der Cornell University haben Ponys verschiedene Futter in Eimern angeboten. Die Ponys hatten klare Vorlieben, etwa für Hafer und Süßes. Einzelne wählten aber gar nicht nach dem Futter, sondern nach der Seite: Sie fraßen immer aus dem rechten Eimer. Genau so etwas passiert auch an einer Mineralbar.

Was zeigen Studien zur freien Salzaufnahme?

Sie zeigen, dass selbst beim Salz, dem einzigen echten Mineralappetit, die Mengen von Pferd zu Pferd extrem schwanken und oft nicht zum Bedarf passen. In einer aktuellen Studie fraß mehr als die Hälfte der Pferde zu wenig Salz, obwohl es frei zur Verfügung stand. Andere fraßen ein Vielfaches ihres Bedarfs.

Zur Einordnung: Ein Pferd mit 500 kg braucht im Erhalt nach den Empfehlungen der GfE 2,9 g Natrium am Tag. Im Alltag rechne ich eher mit rund 6 g Natrium, das sind etwa 15 g Salz. Mit Schweiß steigt der Bedarf deutlich.

Studie Pferde Was frei angeboten wurde Ergebnis
Schryver und Kollegen, Cornell, 1987 erwachsene Pferde, bis zu 45 Wochen Salz 19 bis 143 g Salz am Tag, im Mittel 53 g
Murphy und Catalano, 2026 16 Pferde Salz lose und als Block 2 bis 135 g Salz am Tag, über die Hälfte unter dem Bedarf
Jansson und Dahlborn, 1999 6 Sportpferde Salzblock 0 bis 62 mg Natrium je kg Körpergewicht am Tag
Kennedy und Kolleginnen, KER 4 Vollblüter Salz lose und als Block lose rund 50 g in Woche 2 und 3, in Woche 4 nur noch 30 g
Houpt und Kolleginnen, Cornell, 1991 Pferde nach Natriumverlust Salz fraßen mehr Salz, glichen den Verlust aber nur zum Teil aus

Die Autoren der Cornell-Studie von 1987 schreiben selbst, dass vermutlich nicht die ganze freiwillige Aufnahme mit dem Salzbedarf zusammenhängt. Gewohnheit und Geschmack spielen mit. Wenn das schon beim Salz so ist, wo es einen echten Appetit gibt, ist bei Mineralien ohne diesen Appetit erst recht nichts Besseres zu erwarten.

Die Zahlen von Kentucky Equine Research zeigen noch etwas, das viele beim Umstieg beobachten: Am Anfang wird gierig gefressen, nach ein paar Wochen deutlich weniger. Das sieht aus, als sei der Bedarf gedeckt. Oft ist es nur der Reiz des Neuen, der nachlässt.

Was sagt die Forschung bei Schafen und Rindern?

Dort ist die freie Mineralwahl viel besser untersucht als beim Pferd, und das Ergebnis ist eindeutig: Die Aufnahme aus Mineralschalen richtet sich mehr nach dem Geschmack als nach dem Bedarf. Die wenigen Beispiele, in denen Tiere gezielt wählen, betreffen Natrium und zum Teil Calcium und Phosphor, nie die Spurenelemente.

So steht es im Standardwerk zur Mineralstoffversorgung von Nutztieren (Suttle, Mineral Nutrition of Livestock). Dort heißt es sinngemäß: Entgegen der verbreiteten Meinung ist der Appetit auf ein Mineral, besonders auf Spurenelemente, kein verlässliches Maß für den Bedarf, und man kann sich nicht darauf verlassen, dass er einen Mangel ausgleicht.

Ein gutes Beispiel ist ein Versuch mit Lämmern aus den USA. Lämmer mit Calciummangel fraßen tatsächlich mehr von einem frei angebotenen Calciumzusatz als Lämmer ohne Mangel. Ihre gesamte Calciumaufnahme blieb aber zu niedrig, und es ging ihnen nicht besser. Die Forschenden empfehlen deshalb, Mineralien über das Futter zu geben und nicht zur freien Wahl.

Gibt es auch Studien, die für die freie Wahl sprechen?

Ja, und die gehören fairerweise dazu. Eine Arbeitsgruppe der Utah State University hat gezeigt, dass Lämmer lernen können, bei Calcium- oder Phosphormangel ein bestimmtes Aroma zu bevorzugen, das mit dem fehlenden Mineral gekoppelt war. Das klappte aber nur bei diesen Mengenelementen, nur bei Schafen und nur nach gezieltem Training mit klar unterscheidbaren Aromen. Dieselbe Arbeitsgruppe rät in ihrem Merkblatt für Halter trotzdem von Mineralbuffets ab.

Und die oft erzählte Geschichte von Pferden, die an der Universität Ohio in einem Cafeteria-Versuch ihr Calcium und ihren Phosphor perfekt ausgeglichen haben sollen? Die stammt aus Herstellerkatalogen, die sich auf einen Artikel von 1976 ohne Autor berufen. Eine veröffentlichte Studie dazu gibt es nicht, keine Tierzahl, keine Messwerte. Als Beleg taugt sie nicht.

Kann eine Mineralbar dem Pferd schaden?

Ja, vor allem auf zwei Wegen. Erstens über Selen, weil ein Pferd nicht merkt, wann es genug hat, und schmackhafte Mischungen zum Weiterfressen einladen. Zweitens, weil du glaubst, dein Pferd sei versorgt, während ein echter Mangel an Kupfer, Zink oder Selen einfach weiterläuft.

Beim Selen ist die Spanne kleiner als bei den meisten anderen Spurenelementen. Ein Pferd mit 500 kg braucht rund 1 mg Selen am Tag (GfE: 1,05 mg). Als Höchstgrenze nennt der amerikanische Nationale Forschungsrat 2 mg je kg Trockenmasse der gesamten Ration, bei 10 kg Trockenmasse also rund 20 mg am Tag. Das klingt nach viel Luft. In der Praxis kommt das Selen aber oft aus mehreren Quellen gleichzeitig: Mineralfutter, Müsli, Leckstein, Ergänzungen.

Wie schwer frei zugängliche Mineralien zu steuern sind, hat eine deutsche Studie gezeigt, an der die Leipziger Tierernährerin Ingrid Vervuert beteiligt war (Langner und Kolleginnen, 2020). Bei zwei von zehn Pferden, die melassehaltige Leckmassen mit Selen frei zur Verfügung hatten, lag der Selenwert im Blut mindestens einmal über dem Referenzbereich. Die Forschenden empfehlen deshalb, Selen gezielt über Mineral- oder Ergänzungsfutter zuzuteilen.

Dazu kommt die Haltung in der Gruppe. Steht die Mineralbar im Offenstall, weiß niemand, welches Pferd aus welcher Schale wie viel gefressen hat. Das eine frisst die süße Mischung leer, das andere kommt gar nicht dran.

Was kostet eine Mineralbar im Vergleich?

Meist mehr als ein passendes Mineralfutter, und du weißt am Ende trotzdem nicht, was angekommen ist. Du kaufst mehrere Einzelprodukte, ein Teil wird verstreut, verschmutzt, zieht Feuchtigkeit oder verdirbt in der Schale. Bei abgemessenem Mineralfutter bezahlst du genau die Menge, die dein Pferd frisst.

Mineralbar Abgemessenes Mineralfutter
Wer entscheidet die Menge? das Pferd, nach Geschmack und Gewohnheit du, nach Heu und Bedarf
Weißt du, was ankommt? nein ja, auf das Gramm
Passt es zum Heu? nur zufällig ja, wenn nach Heuanalyse ausgewählt
Selen steuerbar? nein ja
Gruppenhaltung jedes Pferd frisst anders jedes Pferd bekommt seine Portion
Verluste Verschmutzung, Feuchtigkeit, Reste kaum
Salz sinnvoll frei anzubieten zusätzlich frei anbieten

Das ist kein Argument gegen Beschäftigung oder Abwechslung. Ich hab selbst eine Kräuterbar in der Box und mache da im Wechsel zum Beispiel Ringelblume oder Gerstengras rein. Das ist für mich Abwechslung, keine Mineralversorgung, die läuft bei mir abgemessen über die Ration. Eine Schale mit losem Salz dazu ist auch schön. Nur die Mineralversorgung selbst gehört nicht in die freie Wahl.

Was mache ich statt einer Mineralbar?

Ich messe ab, statt zu raten. Salz bekommt eine feste Menge im Futter und steht zusätzlich lose zur freien Verfügung. Das Mineralfutter suche ich nach dem Heu aus und füttere es abgemessen jeden Tag. So weiß ich, was ankommt, und kann Selen, Kupfer und Zink gezielt steuern.

So gehe ich konkret vor:

  • Salz: eine feste Menge ins Futter, rund 15 g am Tag für ein Pferd mit 500 kg ohne Schweiß, mit Schweiß mehr. Zusätzlich loses Salz frei anbieten, das ist der eine Teil der Mineralbar-Idee, der wirklich trägt. Loses Salz ist besser als ein Leckstein. Wie viel Salz dein Pferd braucht, steht im Beitrag zur Salzfütterung beim Pferd.
  • Heu kennen: Das Heu macht den größten Teil der Ration aus. Was darin fehlt, entscheidet, welches Mineralfutter passt. Am sichersten geht das mit einer Heuanalyse, sonst mit Durchschnittswerten aus deiner Region.
  • Mineralfutter passend wählen: nicht das teuerste und nicht das mit der längsten Zutatenliste, sondern das, dessen Kupfer, Zink und Selen die Lücke im Heu schließen. Wie das geht, steht im Beitrag zum natürlichen Mineralfutter.
  • Einmal sauber rechnen: Mit einer Rationsberechnung siehst du schwarz auf weiß, ob die Mengen stimmen, statt es dem Pferd zu überlassen.
  • Selenquellen zusammenzählen: Mineralfutter, Müsli, Leckmassen und Ergänzungen zusammenrechnen, bevor du irgendwo Selen dazugibst.

Ganz ehrlich, wenn dein Pferd bisher an einer Mineralbar stand, hast du nichts falsch gemacht. Du hast einer Idee vertraut, die gut klingt und überall empfohlen wird. Jetzt weißt du, worauf sie beruht.

Wann gehört die Tierärztin dazu?

Wenn dein Pferd auffällig viel aus einer bestimmten Schale frisst, an Holz, Erde oder Wänden leckt oder Symptome zeigt, die du dir nicht erklären kannst. Das ist kein Zeichen, dass es genau dieses Mineral braucht, sondern ein Grund, genauer hinzuschauen.

Häufig steckt hinter Lecken und Knabbern Salzhunger oder zu wenig Raufutter mit langen Fresspausen. Biete loses Salz an und rechne eine feste Menge ins Futter. Lässt das Verhalten in zwei bis drei Wochen nach, war es wohl das Salz. Wenn nicht, gehört es abgeklärt.

Bei Verdacht auf einen Mangel oder eine Überversorgung mit Selen ist ein Blutbild der richtige Weg, nicht eine weitere Schale. Ruf die Tierärztin außerdem sofort, wenn dein Pferd plötzlich Haare an Mähne und Schweif verliert, Hufprobleme mit Ringen oder Rissen am Kronrand zeigt oder steif läuft und mehrere Selenquellen im Spiel sind. Das können Zeichen einer Selenvergiftung sein.

Woher stammen die Zahlen in diesem Beitrag?

Aus begutachteten Studien zu Pferden, Schafen und Rindern, einem Standardwerk zur Mineralstoffversorgung und den Bedarfsempfehlungen der GfE. Wo ich eine Originalarbeit nicht selbst einsehen konnte, steht das dabei. Die Erzählung vom Cafeteria-Versuch in Ohio ist nicht aufgeführt, weil es dazu keine Veröffentlichung gibt.

  • Schryver, H. F. und Kollegen, 1987: Salt consumption and the effect of salt on mineral metabolism in horses. Cornell Veterinarian 77, 122 bis 131.
  • Murphy, B. und Catalano, D. N., 2026: The effect of form on equine salt intake. Journal of Equine Veterinary Science 163, 105923.
  • Jansson, A. und Dahlborn, K., 1999: Journal of Applied Physiology 86, 1610 bis 1616.
  • Kennedy, M. A. P. und Kolleginnen: Voluntary intake of loose versus block salt, in: Advances in Equine Nutrition, Band II, Kentucky Equine Research.
  • Houpt, K. A. und Kollegen, 1991: Thirst and salt appetite in horses treated with furosemide. Journal of Applied Physiology 71, 2380 bis 2386.
  • Hawkes, J. und Kollegen, 1985: Feed preferences of ponies. Equine Veterinary Journal 17, 20 bis 22.
  • Kentucky Equine Research: Pica, The Peculiar Palate (Calciumversuch aus den 1970er Jahren, Originalarbeit nicht eingesehen).
  • Langner, K., Hörügel, U., Donat, K. und Vervuert, I., 2020: Tierärztliche Praxis Ausgabe G 48, 398 bis 405.
  • Suttle, N. F., 2010: Mineral Nutrition of Livestock, 4. Auflage, Kapitel 3.
  • Burghardi, S. R. und Kollegen, 1982: Free choice consumption of minerals by lambs fed calcium-adequate or calcium-deficient diets. Journal of Animal Science 54, 410 bis 418.
  • Villalba, J. J., Provenza, F. D. und Hall, J. O., 2008: Journal of Animal Science 86, 738 bis 747, dazu das Merkblatt von Burritt, Utah State University, 2012.
  • GfE 2014, Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Pferden, nach der Tabelle der Landwirtschaftskammer NRW. Selen-Höchstgrenze nach National Research Council, Nutrient Requirements of Horses, 2007.

Häufige Fragen zur Mineralbar beim Pferd

Ist eine Mineralbar für Pferde sinnvoll?

Für Salz ja, für alle anderen Mineralien nicht. Pferde haben nur für Natrium einen echten Appetit. Für Kupfer, Zink und Selen gibt es keine Studie, die eine bedarfsgerechte Wahl zeigt. Was ein Pferd an der Mineralbar frisst, richtet sich nach Geschmack und Gewohnheit.

Holt sich mein Pferd an der Mineralbar, was es braucht?

Nein, außer beim Salz, und selbst da ungenau. In Studien fraßen Pferde zwischen 2 und 143 g Salz am Tag, mehr als die Hälfte in einer aktuellen Studie zu wenig. Für Spurenelemente fehlt ein solcher Appetit ganz.

Reicht ein Mineralleckstein statt Mineralfutter?

Nein. Die Aufnahme am Leckstein schwankt stark von Pferd zu Pferd, und du weißt nie, wie viel angekommen ist. Bei Leckmassen mit Selen lagen in einer deutschen Studie zwei von zehn Pferden zeitweise über dem Referenzbereich im Blut.

Ist zu viel Selen beim Pferd gefährlich?

Ja. Ein Pferd mit 500 kg braucht rund 1 mg Selen am Tag. Als Höchstgrenze gelten 2 mg je kg Trockenmasse der Ration. Wer mehrere Selenquellen kombiniert und dazu eine Mineralbar anbietet, verliert schnell den Überblick. Bei Verdacht hilft ein Blutbild.

Warum frisst mein Pferd so viel aus der Mineralschale?

Meist, weil es ihm schmeckt. Viele Mischungen enthalten Melasse, Kräuter oder Aromen. Oft ist es auch der Reiz des Neuen, der nach ein paar Wochen nachlässt. Ein Beweis für einen Mangel ist es nicht. Leckt dein Pferd dauerhaft an Holz oder Erde, denk zuerst an Salz und Raufutter.

Was ist besser als eine Mineralbar?

Ein Mineralfutter, das zu deinem Heu passt, abgemessen jeden Tag gefüttert, dazu eine feste Menge Salz im Futter und loses Salz zur freien Verfügung. So weißt du genau, was dein Pferd bekommt, und kannst Kupfer, Zink und Selen gezielt steuern.

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