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Grundlagen·14 Min. Lesezeit·15.10.2026

Narkolepsie beim Pferd: meistens ist es REM-Schlafmangel

Dein Pferd knickt im Stehen ein oder hat aufgeschlagene Fesseln? Was hinter der Narkolepsie beim Pferd steckt, wie REM-Schlaf funktioniert und was hilft.

Meine Stute Helena liegt in Brustlage auf dicker Strohstreu in ihrer Box und schaut in die Kamera.
Meine Stute Helena liegt in Brustlage auf dicker Strohstreu in ihrer Box und schaut in die Kamera.

Wenn ein erwachsenes Pferd im Stehen einschläft, wegsackt und auf die Knie fällt, heißt das fast immer Narkolepsie. In den meisten Fällen ist es aber keine Erkrankung des Gehirns. Es ist REM-Schlafmangel, das Pferd legt sich nicht mehr zum Schlafen hin. Den Tiefschlaf mit der völlig entspannten Muskulatur, den REM-Schlaf, bekommt ein Pferd aber nur im Liegen. Fehlt er, holt sich der Körper ihn im Stehen, und dann knickt das Pferd ein.

Ich kenne das von meiner eigenen Stute Helena, sie hatte genau diese Verletzungen. Die Frage kommt bei mir aber auch sonst oft so an: „Mein Pferd hat ständig aufgeschlagene Fesseln und Knie, und keiner weiß, woher.“ Oder die Stallbesitzerin hat das Pferd nachts schwanken sehen. Dann wird gern nach einem Futter gesucht, das beruhigt, oder nach Magnesium gegen die „Schlafkrankheit“. Ganz ehrlich, das trifft das Problem nicht. In diesem Beitrag steht, wie Pferde schlafen, was die bisher größte Untersuchung zu „narkoleptischen“ Pferden in Deutschland herausgefunden hat, woran du echte Narkolepsie erkennst und was du im Stall ändern kannst.

Wie schlafen Pferde und warum müssen sie sich hinlegen?

Pferde dösen und schlafen leicht im Stehen, weil sie ihre Beine über einen Haltemechanismus feststellen können. Für den REM-Schlaf entspannt sich aber die ganze Muskulatur, und dann hält kein Pferd mehr das Gleichgewicht. Diese Schlafphase gibt es deshalb nur im Liegen, in Brust- oder Seitenlage. Ohne Hinlegen fehlt dem Pferd ein Teil seines Schlafs.

Ein Pferd schläft in vielen kurzen Phasen über Tag und Nacht verteilt, die meisten davon nachts. Der Großteil ist Dösen und leichter Schlaf, und den schafft es im Stehen. Die Beine sind dabei über Sehnen und Bänder so verriegelt, dass das Pferd kaum Muskelkraft braucht, um stehen zu bleiben. Deshalb denken viele, ein Pferd müsse sich gar nicht hinlegen.

Der REM-Schlaf ist aber anders. Das ist die Phase, in der das Gehirn sehr aktiv ist, die Augen sich unter den Lidern bewegen und die Skelettmuskulatur fast völlig erschlafft. Beim Menschen ist das die Traumphase. Ein Pferd, das in dieser Phase steht, verliert die Spannung im Hals und in den Beinen.

Wie lange ein Pferd liegen muss, ist nicht als feste Zahl belegt. In der Münchner Untersuchung lagen Pferde ohne Probleme im Schnitt gut zwei Stunden pro Nacht zum Schlafen. In einer Wiener Studie mit Sensoren an 83 Pferden lagen die Pferde im Mittel 67 Minuten am Tag, mit einer riesigen Spanne von null bis über fünf Stunden.

Was ist Narkolepsie beim Pferd und wie häufig ist sie?

Echte Narkolepsie ist eine Störung im Gehirn, die das Umschalten zwischen Wachsein und Schlaf durcheinanderbringt. Beim Pferd ist sie sehr selten und zeigt sich meist schon beim Fohlen, beschrieben bei Miniaturpferden, Lipizzanern und einem Isländerfohlen. Was bei erwachsenen Pferden als Narkolepsie bezeichnet wird, ist in den allermeisten Fällen REM-Schlafmangel.

Das Kennzeichen echter Narkolepsie beim Menschen und beim Hund ist die Kataplexie. Bei starker Gefühlsregung, meistens Freude, verliert der Körper plötzlich die Muskelspannung. Beim Pferd passiert das zum Beispiel, wenn es gefüttert oder auf die Weide geführt wird. Die Fohlen schwanken, stolpern und fallen auf die Vorderfußwurzelgelenke.

Beschrieben ist das in einzelnen Familien. 1993 bei zwei verwandten Miniaturpferden in Nordamerika, 2012 bei drei Lipizzaner-Stuten vom selben Hengst. Bei den Lipizzanern wurden die Anzeichen ab etwa zwei Jahren weniger. Ein Isländerfohlen mit Narkolepsie ist 2009 in Deutschland untersucht worden. Das sind Einzelfälle, keine Häufung.

Die Tierärztin kann echte Narkolepsie mit einem Medikamententest (Physostigmin) eingrenzen, das gehört in die Klinik. Wichtig zu wissen: Ein Pferd, das erst mit 15 oder 20 Jahren anfängt umzukippen, hat mit großer Wahrscheinlichkeit keine angeborene Narkolepsie.

Was haben die Münchner Studien zur Narkolepsie beim Pferd gezeigt?

An der LMU München haben zwei Tierärztinnen 177 Besitzerinnen von „narkoleptischen“ Pferden befragt und 39 Pferde im Stall untersucht, 24 Stunden mit Kamera und mit Schlafmessung am Kopf. Keines hatte eine Erkrankung des Nervensystems. Fast alle legten sich nachts nicht zum Schlafen hin, und die Kollapse kamen genau dann, wenn REM-Schlaf anstand.

Die Pferde waren im Schnitt 18 Jahre alt, über zwei Drittel Warmblüter. Fast alle Besitzerinnen (97,7 Prozent) sahen ihr Pferd aber regelmäßig wälzen. Die Pferde konnten sich also körperlich hinlegen und wieder aufstehen. Zum Schlafen taten sie es nicht. Ein Viertel hatte zusätzlich eine Stereotypie wie Koppen oder Weben.

Bei den 37 Pferden, die während der Messung Kollapse hatten, waren es im Schnitt über 60 am Tag, beim schlimmsten Pferd 199. Nur zwei davon legten sich nachts überhaupt hin, und dann im Schnitt nur 24 Minuten. Die Vergleichspferde ohne Kollapse schliefen 134 Minuten im Liegen. Die meisten Kollapse passierten zwischen 4 und 4:30 Uhr, genau in der Zeit, in der gesunde Pferde liegend ihren REM-Schlaf haben.

Die Schlafmessung zeigte das passende Bild: sehr unruhiger Schlaf, viel leichter Schlaf, wenig Tiefschlaf und REM-Phasen von nur etwa einer Minute statt über vier. 86,7 Prozent der Kollapse fielen in eine REM-Phase. Bei drei Pferden verschwanden die Anfälle nach einem Stallwechsel ganz.

Woran erkenne ich REM-Schlafmangel beim Pferd?

Am häufigsten an Verletzungen, die keiner erklären kann: aufgeschlagene Vorderfußwurzelgelenke und Fesselköpfe vorne, manchmal Schürfungen am Kopf. Dazu kommt Schwanken und Einknicken im Stehen, meistens in Ruhe und nachts. Viele Pferde liegen nie mit Einstreu im Fell oder Spänen in der Mähne, wälzen sich aber durchaus.

In der Befragung hatten 90,2 Prozent der Pferde schon Verletzungen durch die Kollapse. Am Vorderfußwurzelgelenk waren es 72,4 Prozent, vorne am Fesselkopf 68,4 Prozent, am Kopf 31 Prozent. Wenn das Pferd ganz zusammensackt, kann auch das Sprunggelenk etwas abbekommen. Das Muster passt dazu, wie so ein Kollaps abläuft: Erst sinkt der Kopf, dann knicken die Vorderbeine ein, und das Pferd fängt sich auf den Knien oder den Fesselköpfen ab.

Die meisten Besitzerinnen sehen die Kollapse gar nicht selbst, weil sie nachts passieren. Es fängt meist mit leichtem Schwanken an, dann knickt das Pferd vorne kurz ein und fängt sich wieder. Manche Pferde fallen ganz auf die Knie und wachen dabei auf. Der Unterschied zur echten Narkolepsie: Die Anfälle kommen in Ruhe, beim Dösen, und nicht bei Freude oder Aufregung.

Ein einfacher Hinweis ist das Fell. Ein Pferd, das sich nachts hinlegt, hat morgens öfter Späne oder Stroh im Fell, an der Schulter oder an der Hüfte. Fehlt das über Wochen, lohnt sich ein genauerer Blick.

Warum legt sich ein Pferd nicht mehr hin?

Weil es Schmerzen hat oder sich nicht sicher genug fühlt. In der Münchner Untersuchung waren die Risikofaktoren Alter über 15 Jahre, ein Stallwechsel, eine zu kleine Box oder Liegefläche und Stereotypien. Dazu kommen Schmerzen, zum Beispiel durch Arthrose, die das Ablegen und vor allem das Aufstehen schwer machen. Ein harter oder nasser Boden spielt ebenfalls mit.

Der Stallwechsel ist dabei besonders auffällig. Es gab einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem letzten Stallwechsel und den ersten Verletzungen oder Kollapsen, und zwar egal, ob der neue Stall besser war. Auch der Wechsel aus der Box in die Gruppe kann ein Pferd so verunsichern, dass es sich wochen- oder monatelang nicht hinlegt. Ein neuer Platz, eine neue Herde, eine neue Rangordnung, da braucht manches Pferd viel Zeit, bis es sich traut. Was du beim Umzug sonst noch beachten kannst, steht im Beitrag über den Stallwechsel beim Pferd.

Bei der Fläche wurde mit der Formel aus den Leitlinien des Landwirtschaftsministeriums gerechnet: Box oder Liegefläche je Pferd mindestens (2 x Widerristhöhe)². Für ein Pferd mit 1,65 m sind das knapp 11 m². Bei 14 der 39 Pferde lag die Fläche darunter. Gezählt wird dabei nur eingestreute Fläche, Beton, Matsch oder Gummimatten ohne Einstreu nicht.

Eine Befragung aus Nordeuropa von 2026 mit 1.749 Pferden in Boxen kam auf ähnliche Punkte. Pferde, deren Besitzer Schlafprobleme vermuteten, waren älter, größer, öfter krank oder verletzt, hatten Mühe beim Hinlegen und Aufstehen und standen häufiger auf hartem Boden, trocken oder nass.

Wie war das bei meiner Stute Helena?

Helena ist heute 28. Vor ein paar Jahren ist sie übergangsweise mit meinem Jungpferd Donni in einen Offenstall gezogen, er war damals gerade ein Jahr alt. Der Liegebereich war klein, und Helena hat sich dort einfach nicht mehr hingelegt. Irgendwann ist sie umgefallen und hatte die typischen Verletzungen von so einem Kollaps.

Helenas Vorderbein von vorne: Über dem Vorderfußwurzelgelenk ist das Fell großflächig abgeschürft, die Haut darunter ist rötlich, am Rand hängen Schuppen und Schorf.

So sah Helenas Vorderfußwurzelgelenk damals aus. Genau an dieser Stelle fängt sich ein Pferd ab, wenn es im Stehen einknickt und auf die Knie fällt.

Wir haben die beiden dann getrennt. Donni ist zu einem Pferd in seinem Alter gekommen, was für ein Jungpferd ohnehin besser ist, und Helena stand allein. Den Grund sehe ich bis heute im kleinen Liegebereich.

Heute stehen die beiden wieder zusammen, Donni ist inzwischen vier. Das Bild hier ist von meiner Stallkamera, aufgenommen am 12. Oktober um 3:59 Uhr, also genau in der Zeit, in der Pferde ihren REM-Schlaf haben. Beide liegen und schlafen.

Bild meiner Stallkamera vom 12.10.2026 um 3:59 Uhr: Rechts liegt eines meiner beiden Pferde in Brustlage auf der Einstreu, vorne links ragt der Kopf des zweiten liegenden Pferdes ins Bild.

Für mich war das die wichtigste Lehre aus der Geschichte: Ein Pferd kann sich körperlich hinlegen und tut es trotzdem nicht, wenn die Bedingungen nicht passen. Tagsüber sieht man davon nichts, nachts nur mit einer Kamera.

Worauf ich achte, damit ein altes und ein junges Pferd gut zusammen wohnen, steht im Beitrag Alte und junge Pferde zusammen halten.

Welche Rolle spielen Schmerzen und Arthrose?

Eine große. Ein Pferd mit Schmerzen in den Gelenken, im Rücken oder in den Hufen überlegt sich, ob es sich hinlegt, weil das Aufstehen wehtut. Die Münchner Arbeiten vermuten Schmerz oder Unsicherheit als Hauptgründe. Deshalb gehört bei jedem Pferd mit Kollapsen eine gründliche Untersuchung auf Schmerzen dazu, bevor an der Haltung herumprobiert wird.

Bei einem älteren Pferd sind es oft die Sprunggelenke, die Knie oder der Rücken. Beim Ablegen muss das Pferd die Hinterbeine weit untersetzen, beim Aufstehen schiebt es sich mit den Vorderbeinen hoch und drückt dann mit der Hinterhand nach. Wer Spat hat, lässt das lieber. Auch ein Pferd nach einer Hufrehe oder mit schmerzhaften Hufen liegt anfangs oft mehr, später aber unter Umständen gar nicht mehr, wenn das Aufstehen zum Problem wird.

Die Münchner Tierärztin schreibt, dass bei Verdacht auf Schmerz im Einzelfall ein Versuch mit einem Schmerzmittel sinnvoll sein kann, mit Kamera zur Kontrolle. Das entscheidet deine Tierärztin. Legt sich das Pferd unter dem Schmerzmittel wieder hin, weißt du, wo du ansetzen musst.

Bei Arthrose kannst du selbst einiges tun: das Gewicht im Rahmen halten, regelmäßige Bewegung, eine weiche, dicke Einstreu, ein Platz zum Liegen, an dem das Pferd beim Aufstehen nicht an die Wand stößt. Welche Zusätze dabei überhaupt untersucht sind, steht im Beitrag über Gelenkzusätze fürs Pferd.

Was kann ich tun, damit sich mein Pferd wieder hinlegt?

Zuerst Schmerzen ausschließen lassen. Dann die Liegefläche prüfen: groß genug, trocken, weich und dick eingestreut. In der Gruppe einen ruhigen Liegeplatz, an dem rangniedere Pferde nicht weggescheucht werden. Ein Pferd, mit dem sich dein Pferd versteht, in Sichtweite. Und eine Kamera, damit du siehst, ob sich nachts etwas ändert.

So würde ich vorgehen:

  1. Kamera aufhängen. Eine günstige Stallkamera mit Nachtsicht zeigt dir in einer Woche mehr als jede Vermutung. Wie oft legt sich das Pferd hin, wie lange, und wann kommen die Kollapse?
  2. Tierärztin holen. Gelenke, Hufe, Rücken, Zähne, im Zweifel auch einen Versuch mit Schmerzmittel.
  3. Fläche ausmessen. (2 x Widerristhöhe)² ist das Minimum, die Münchner Tierärztin empfiehlt für die Box oder Liegefläche das Doppelte bis Dreifache. Nur eingestreute Fläche zählt.
  4. Einstreu dick und trocken. Viele Pferde legen sich auf dicker, weicher Einstreu eher hin als auf dünnen Spänen oder Matten.
  5. Sicherheit schaffen. Ein vertrautes Pferd daneben, kein Platz direkt am Durchgang, in der Gruppe genug Liegefläche für alle, auch für die unten in der Rangordnung.
  6. Unnötige Stallwechsel vermeiden. Wenn ein Umzug sein muss, Zeit geben und in den ersten Wochen genau hinsehen.

Ändere wenn möglich eins nach dem anderen und schau mit der Kamera nach, was sich tut. Manche Pferde legen sich nach wenigen Tagen wieder hin, andere brauchen Wochen.

Eine Paddockbox gilt in den Münchner Arbeiten als die pferdefreundlichste Form der Einzelhaltung. Gruppenhaltung ist für viele Pferde besser, aber nur, wenn auch die rangniederen Tiere in Ruhe liegen können.

Hilft Futter gegen Narkolepsie oder REM-Schlafmangel?

Nein, ein Futter macht keinen fehlenden Liegeschlaf wett. Magnesium, Tryptophan oder Beruhigungskräuter ändern nichts daran, ob sich ein Pferd zum Schlafen hinlegt, belegt ist dazu beim Pferd nichts. Was die Fütterung kann: das Gewicht im Rahmen halten, damit Gelenke und Hufe weniger belastet sind, und nachts genug Heu bereitstellen.

Magnesium und Tryptophan werden gern für alles verkauft, was mit Nerven und Ruhe zu tun hat. Ein Pferd mit 500 kg braucht rund 5,6 g Magnesium am Tag, und 10 kg durchschnittliches Heu liefern etwa 13,6 g. Für Tryptophan zeigen zwei Studien ausdrücklich keine beruhigende Wirkung. Mehr dazu im Beitrag über Magnesium beim Pferd.

Beim Heu geht es um etwas anderes. In der Gruppe stehen rangniedere Pferde nachts oft an der Raufe, wenn die anderen schlafen, weil sie tagsüber nicht herankommen. Genug Fressplätze und keine langen Fresspausen nehmen da Druck raus. Ob sich das auf das Liegen auswirkt, ist beim Pferd nicht untersucht, aber es schadet nicht.

Ein übergewichtiges Pferd mit Arthrose profitiert vom Abnehmen doppelt: weniger Last auf den Gelenken und leichteres Aufstehen. Da kann die Fütterung wirklich etwas beitragen.

Wann muss ein Pferd mit Kollapsen zur Tierärztin?

Immer. Ein Pferd, das im Stehen einknickt, hat ein Problem, das abgeklärt werden muss. Hinter Schwanken und Einknicken können auch Herzrhythmusstörungen, neurologische Erkrankungen wie Ataxie, Schmerzen oder eine echte Narkolepsie stecken. Sofort anrufen solltest du, wenn das Pferd auch beim Bewegen schwankt, stürzt oder nicht mehr aufsteht.

Besonders dringend ist es, wenn das Pferd sich dabei verletzt hat, vor allem an den Gelenken. Eine Wunde über dem Vorderfußwurzelgelenk oder dem Fesselkopf kann das Gelenk erreicht haben. Was bei Wunden selbst in deiner Hand liegt und was nicht, steht im Beitrag über die Wundversorgung beim Pferd.

Für die Tierärztin hilft dir eine Kamera am meisten. Ein Video von einem Kollaps und ein paar Nächte Aufnahmen vom Liegeverhalten sagen ihr mehr als jede Beschreibung. Schreib außerdem auf, seit wann es so ist, ob es einen Stallwechsel gab und was sich sonst geändert hat.

Häufige Fragen

Ist Narkolepsie beim Pferd heilbar?

Echte, angeborene Narkolepsie ist nicht heilbar, bei Fohlen werden die Anzeichen aber mit dem Alter oft weniger. REM-Schlafmangel verschwindet, wenn sich das Pferd wieder zum Schlafen hinlegt. In der Münchner Untersuchung waren drei Pferde nach einem Stallwechsel ganz ohne Anfälle.

Wie lange muss ein Pferd am Tag liegen?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Gesunde Pferde in der Münchner Untersuchung schliefen nachts gut zwei Stunden im Liegen. In einer Wiener Studie lagen Pferde im Mittel 67 Minuten am Tag, Pferde mit Zeichen von REM-Mangel nur etwa 8 Minuten.

Kann ein Pferd im Stehen schlafen?

Ja, leichter Schlaf und Dösen gehen im Stehen. Den REM-Schlaf, bei dem die Muskulatur völlig erschlafft, bekommt ein Pferd aber nur im Liegen. Einem Pferd, das sich nie hinlegt, fehlt also ein Teil seines Schlafs.

Ist REM-Schlafmangel gefährlich für mein Pferd?

Ja, vor allem wegen der Stürze. In der Befragung hatten 90 Prozent der Pferde Verletzungen, meistens an den Knien und Fesselköpfen. Dazu kommt, was Schlaf sonst leistet. In einer finnischen Studie von 2026 kamen 16 Pferde mit kurzem REM-Schlaf in einem Lerntest weniger weit als die mit längerem.

Hilft Magnesium bei Narkolepsie beim Pferd?

Nein. Magnesium ändert nichts daran, ob sich ein Pferd hinlegt. Ein echter Magnesiummangel ist bei Heufütterung selten, schon durchschnittliches Heu liefert mehr als das Doppelte des Bedarfs.

Warum legt sich mein Pferd nach dem Stallwechsel nicht mehr hin?

Weil es sich im neuen Stall noch nicht sicher fühlt. Neue Umgebung, neue Herde, neue Rangordnung, das verunsichert viele Pferde. In der Münchner Untersuchung hing der Beginn der Kollapse deutlich mit dem letzten Stallwechsel zusammen, auch wenn der neue Stall besser war.

Quellen

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  • Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (2009): Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten.

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