
Beim Stallwechsel ändert sich für dein Pferd fast alles auf einmal: Heu, Wasser, Weide, Bewegung, Gruppe und Tagesablauf. Am wichtigsten ist, dass nicht auch noch das Futter von heute auf morgen wechselt. Nimm Heu vom alten Stall für 10 bis 14 Tage mit und misch es langsam unter, behalte Kraftfutter und Mineralfutter erst einmal bei, und füttere am Transporttag Heu bis kurz vor der Abfahrt. Die ersten Tage und Wochen sind die Zeit mit dem höchsten Kolikrisiko.
Nach einem Stallwechsel kommen fast immer dieselben Sorgen, meistens ein paar Tage danach: Das Pferd frisst nicht richtig, hat Kotwasser, ist unruhig oder ruft ständig. Vieles davon ist normal und legt sich. Einiges lässt sich aber mit guter Planung vermeiden, und das meiste davon hat mit dem Futter zu tun. In diesem Beitrag steht, wie du die Umstellung planst, was am Transporttag wichtig ist, woran du erkennst, dass es nicht mehr normal ist, und worauf du beim neuen Stall schon vor dem Unterschreiben achten solltest.
Was muss ich beim Stallwechsel beachten?
Vor allem, dass nicht alles gleichzeitig wechselt. Plan den Umzug so, dass das Futter langsam umgestellt wird, die gewohnte Bewegung weiterläuft und dein Pferd am Anfang Ruhe hat. Kläre vorher, wie im neuen Stall gefüttert wird, und nimm Heu, Kraftfutter und Mineralfutter aus dem alten Stall mit.
Meine Liste für die Wochen vor dem Umzug:
- Fütterung im neuen Stall erfragen. Wie viel Heu, wie oft, wie lange Fresspausen, Heunetz oder Raufe, Heu ad libitum oder zugeteilt, wann Weidegang.
- Heu vom alten Stall organisieren. Für 10 bis 14 Tage, bei 10 kg am Tag also rund 100 bis 140 kg.
- Eigenes Kraft- und Mineralfutter mitnehmen, für mindestens vier Wochen.
- Tränke anschauen. Selbsttränke, Schwimmertränke oder Eimer. Ein Pferd, das nur Eimer kennt, trinkt aus einer Drucktränke anfangs oft zu wenig.
- Den Termin gut legen. Nicht direkt vor einem Turnier, nicht in einer Hitzewelle, nicht in die Woche nach dem Impfen oder Entwurmen.
- Equidenpass, Impfpass und Unterlagen griffbereit.
Was viele unterschätzen: Auch die Bewegung gehört zur Routine. Ein Pferd, das bisher täglich gearbeitet wurde und im neuen Stall eine Woche nur in der Box steht, hat eine Änderung mehr zu verkraften.
Warum ist ein Stallwechsel für den Darm so heikel?
Weil mehrere bekannte Kolikrisiken zusammenkommen: der Transport, das neue Heu, eine andere Wassermenge, weniger oder andere Bewegung und Stress. In einer englischen Studie hatten Pferde, die in den letzten 24 Stunden transportiert worden waren oder seit weniger als sechs Monaten im aktuellen Stall standen, ein höheres Risiko für eine Verstopfungskolik.
Die Studie von Hillyer und Kollegen (2002) hat Pferde mit einer bestimmten Form der Dickdarmkolik mit gesunden Pferden verglichen. Neben dem Transport und dem neuen Stall fielen auch viele Stunden in der Box und eine Änderung im gewohnten Bewegungsprogramm als Risiko auf. Bei einem Stallwechsel trifft oft alles davon gleichzeitig zu.
Was beim Transport im Darm passiert, hat eine australische Gruppe 2025 per Ultraschall gemessen (Raidal und Kollegen). Bei 30 Pferden war die Darmbewegung nach 10 bis 12 Stunden Fahrt deutlich herabgesetzt, besonders bei Hitze und bei Pferden, die stark gestresst ankamen. Zwei Stunden nach der Ankunft hatte sie sich schon teilweise erholt.
Dazu kommt das Heu. Jedes Heu ist anders, und die Darmbakterien brauchen einige Tage bis Wochen, um sich auf ein neues Futter einzustellen. Ein abrupter Heuwechsel ist einer der häufigsten Auslöser für Kotwasser, mehr dazu im Beitrag über Kotwasser beim Pferd.
Wie stelle ich das Futter beim Stallwechsel um?
Schrittweise über 10 bis 14 Tage. Du fütterst zuerst nur das mitgebrachte Heu und mischst dann alle drei bis vier Tage ein Viertel mehr vom neuen Heu darunter. Kraftfutter und Mineralfutter bleiben in dieser Zeit gleich. Wenn du etwas daran ändern willst, dann erst, wenn das Pferd sich eingelebt hat.
So sieht das als Plan aus:
| Tage | Heu vom alten Stall | Heu vom neuen Stall |
|---|---|---|
| 1 bis 3 | 100 % | 0 % |
| 4 bis 6 | 75 % | 25 % |
| 7 bis 9 | 50 % | 50 % |
| 10 bis 12 | 25 % | 75 % |
| ab 13 | 0 % | 100 % |
Wenn du nicht genug altes Heu bekommst, starte mit 75 zu 25 und verlänger lieber die Mischphase am Ende. Lässt sich gar kein Heu mitnehmen, kannst du die Umstellung mit Heucobs abfedern, die dein Pferd schon kennt.
Im Pensionsstall ist das Mischen nicht immer einfach, weil das Heu in der Gruppe für alle gleich ist. Dann kannst du das mitgebrachte Heu als eigene Portion in einem Netz geben oder zusätzlich zu den Mahlzeiten verfüttern. Sprich das am besten schon vor dem Umzug mit dem Stall ab.
Das Gleiche gilt für die Weide. Steht das Pferd im alten Stall gar nicht oder nur stundenweise auf der Weide, darf es im neuen Stall nicht direkt den ganzen Tag raus. Fang mit 15 bis 30 Minuten an und steiger langsam. Im Herbst ist das besonders wichtig, warum, steht im Beitrag über die Herbstweide.
Und das Wasser: Schau in den ersten Tagen, ob dein Pferd wirklich trinkt. Wenn du unsicher bist, stell zusätzlich einen Eimer hin, dann siehst du die Menge. Ein Salzleckstein oder loses Salz gehört ab dem ersten Tag dazu, weil Salz den Durst anregt. Wie viel Salz ein Pferd braucht, steht im Beitrag über Salz fürs Pferd.
Was kann ich für den Darm füttern, wenn ein Stallwechsel ansteht?
Am meisten bringt gutes Heu in ausreichender Menge, denn davon leben die Darmbakterien. Dazu passen Futtermittel mit löslichen Fasern und Schleimstoffen, zum Beispiel Leinsamenschleim und eingeweichte Heucobs. Wichtig ist der Zeitpunkt: Fang ein bis zwei Wochen vor dem Umzug damit an, dann kennt dein Pferd das Futter schon und es kommt nichts Neues dazu.
Das passt zur Regel, beim Umzug nichts gleichzeitig zu wechseln. Was dein Pferd vor dem Umzug schon gut verträgt, nimmst du einfach mit. Es bleibt dann in einer Zeit, in der sich alles andere ändert, etwas Vertrautes im Trog. Neue Zusatzfutter direkt am Umzugstag würde ich dagegen nicht anfangen.
Leinsamenschleim passt gut in Umstellungszeiten. Gekochter Leinsamen bringt Schleimstoffe und Fasern mit, die Pferde fressen ihn meistens sehr gern, und er lässt sich gut über eingeweichte Heucobs geben. Wie er richtig schlonzig wird, mit Mengen und wie lange er hält, steht in meinem kostenlosen Rezept zum Ausdrucken.
Heucobs, die dein Pferd schon kennt, sind in der Umstellung praktisch. Sie geben dir eine Mahlzeit, die gleich bleibt, und du kannst sie nehmen, um mit dem Heu langsamer zu wechseln, wenn das mitgebrachte Heu knapp ist. Weich sie 15 bis 20 Minuten in warmem Wasser ein, dann nimmt dein Pferd damit auch gleich Wasser auf. Gut passen zum Beispiel die Kräuter-Heucobs vom Biohof Elmengrund.
Kräuter wie Löwenzahnwurzel werden traditionell bei Verdauungsthemen gefüttert, belastbare Studien dazu gibt es beim Pferd aber nicht. Wenn du Kräuter geben möchtest, dann als Einzelkraut, kurweise und auch hier schon vor dem Umzug angefangen. Einzelkräuter bekommst du zum Beispiel bei Hotte Maxe.
Wichtig zu wissen: Das alles ist Futter und keine Behandlung. Es ersetzt weder genug Heu noch kurze Fresspausen noch die langsame Umstellung. Mehr dazu, was die Darmflora wirklich braucht, steht im Beitrag über Darmprobleme beim Pferd.
Was füttere ich am Transporttag?
Heu, und zwar bis kurz vor der Abfahrt. Der Pferdemagen bildet ständig Säure, auch wenn nichts drin ist. Ein leerer Magen auf der Fahrt ist deshalb ungünstig. Bei längeren Fahrten gehört ein Heunetz in den Hänger und regelmäßig Wasser dazu. Eine große Kraftfuttermahlzeit direkt vor der Abfahrt würde ich weglassen.
Wie sich lange Fahrten ohne Futter auswirken, zeigt eine Studie von 2023 (Gharehaghajlou und Kollegen). 26 Stuten wurden 12 Stunden ohne Futter und Wasser transportiert. Beim Abladen hatten 9 von ihnen deutliche Schäden an der Schleimhaut im oberen Magenteil. Das waren Bedingungen, die bei einem normalen Stallwechsel über eine Stunde Fahrt nicht vorkommen. Es zeigt aber, wie empfindlich der Magen auf lange Pausen reagiert.
Für den Umzugstag heißt das:
- Heu bis zur Abfahrt, kein Fasten vor der Fahrt.
- Heunetz im Hänger, wenn die Fahrt länger als eine Stunde dauert.
- Wasser anbieten, vor der Abfahrt, bei langen Fahrten alle drei bis vier Stunden und gleich nach der Ankunft.
- Bei Hitze früh oder spät fahren. Hitze verstärkt den Rückgang der Darmbewegung.
- Nach der Ankunft zuerst Heu und Wasser, dann in Ruhe ankommen lassen. Das Kraftfutter gibt es zur gewohnten Zeit, in der gewohnten Menge.
Wenn dein Pferd einen empfindlichen Magen hat oder schon einmal Magengeschwüre hatte, sprich den Umzug vorher mit deiner Tierärztin ab. Ob vorbeugend ein Magenschutz sinnvoll ist, entscheidet sie.
Mein Pferd frisst nach dem Stallwechsel nicht, was tun?
Am ersten Tag weniger fressen ist häufig, viele Pferde schauen sich erst einmal alles an. Heu muss trotzdem immer da sein. Wenn dein Pferd länger als etwa zwölf Stunden fast nichts frisst, kaum Kot absetzt oder Kolikanzeichen zeigt, ruf die Tierärztin. Damit wartest du nicht bis zum nächsten Tag.
Was du in den ersten Tagen beobachtest:
- Frisst es Heu? Ein Pferd mit 500 kg frisst normalerweise rund 8 bis 10 kg am Tag. Wenn das Netz morgens noch fast voll ist, stimmt etwas nicht.
- Trinkt es? Bei Heufütterung sind 25 bis 40 Liter am Tag normal, bei Wärme mehr.
- Wie sieht der Kot aus? Menge, Festigkeit, Kotwasser. Weniger oder sehr trockene, feste Äppel sind ein Warnzeichen.
- Wie verhält es sich? Ruft es, läuft es Zaun, steht es teilnahmslos in der Ecke?
Wenn ein Pferd das neue Heu nicht mag, liegt das manchmal am Heu selbst. Es kann staubig, muffig oder einfach anders sein, als das Pferd es kennt. Schau es dir genau an, woran du schlechtes Heu erkennst, steht im Beitrag über Schimmel im Heu. Oft hilft es, das mitgebrachte Heu in den ersten Tagen etwas großzügiger zu geben.
Wie lange dauert die Eingewöhnung im neuen Stall?
Die erste Aufregung legt sich meist nach ein paar Tagen. Bis ein Pferd seinen Platz in der Gruppe gefunden hat und wieder so frisst, schläft und sich bewegt wie vorher, dauert es oft zwei bis vier Wochen, bei manchen länger. Das Kolikrisiko bleibt laut der englischen Studie bis etwa sechs Monate nach dem Umzug erhöht.
Wie schnell es geht, hängt stark vom Pferd ab. Pferde, die schon oft umgezogen sind und viel unterwegs waren, kommen meist schneller an. In der australischen Transportstudie hatten Pferde ohne Transporterfahrung schon vor der Abfahrt höhere Stresshormone als Pferde, die das Fahren kannten.
Ältere Pferde brauchen oft länger. Sie hängen mehr an ihrer Routine, haben manchmal Zahnprobleme, durch die sie neues, gröberes Heu schlechter fressen, und verlieren unter Stress schneller Gewicht. Bei einem alten Pferd würde ich in den ersten Wochen einmal pro Woche das Gewicht mit dem Maßband kontrollieren.
Was die Eingewöhnung leichter macht, ist ein fester Tagesablauf. Gleiche Fütterungszeiten, gleiche Menschen, ein ruhiger Spaziergang am Anfang. Lass deinem Pferd in den ersten Tagen Zeit und zeig ihm das Neue nach und nach.
Wann kann ich nach dem Stallwechsel wieder reiten?
Leichte Bewegung tut ab dem ersten oder zweiten Tag gut, also Führen, Spazierengehen, ruhiges Longieren oder ein lockerer Ritt in bekannter Begleitung. Ganz aussetzen würde ich die Bewegung nicht, denn eine plötzliche Änderung im gewohnten Bewegungsprogramm zählt selbst zu den Kolikrisiken.
Die Anforderungen steigerst du, wenn dein Pferd entspannt frisst und sich eingelebt hat, meist nach ein bis zwei Wochen. Die neue Reithalle, der neue Platz und das neue Gelände sind am Anfang Reize genug. Viele Pferde sind in den ersten Tagen schreckhafter als sonst, das ist normal und kein Rückschritt in der Ausbildung.
Wie gewöhne ich mein Pferd an eine neue Gruppe?
Langsam und mit Abstand. Am besten steht dein Pferd die ersten Tage auf einem Paddock direkt neben der Gruppe, sodass sich alle über den Zaun kennenlernen. Dann kommt es zuerst mit einem ruhigen Pferd zusammen und erst danach in die ganze Gruppe. Genug Platz und genug Fressplätze senken das Risiko für Verletzungen.
Was dabei hilft:
- Erst über den Zaun. Ein paar Tage Kontakt ohne direkten Zugriff.
- Ein ruhiges Pferd als Erstes. Ein Kumpel, den das neue Pferd schon kennt, wenn es dann in die Gruppe geht.
- Genug Platz und mehr Fressplätze als Pferde. Rangeleien gibt es vor allem am Heu und an engen Stellen.
- Hufeisen hinten sprich mit dem Stall ab. In manchen Gruppen werden sie für die Eingliederung abgenommen.
- Zusammenführen bei Tageslicht, wenn jemand dabei sein kann.
Wichtig zu wissen: Ein Pferd, das sich nicht verträgt, ist ein Problem für den ganzen Stall. Frag vor dem Umzug, wie der Stall damit umgeht, wenn es in der Gruppe nicht passt.
Warum ruft und trauert mein Pferd nach dem Umzug?
Weil Pferde feste Bindungen zu anderen Pferden haben. Wenn der Kumpel aus dem alten Stall fehlt, rufen viele Pferde, laufen am Zaun, fressen schlechter oder wirken in sich gekehrt. Das ist Stress und kein Ungehorsam. Bei den meisten lässt es nach, sobald sie neue Partner gefunden haben.
Wenn du die Möglichkeit hast, zieh dein Pferd zusammen mit einem Freund um. Das macht einen großen Unterschied. Sonst hilft alles, was Sicherheit gibt: ein fester Tagesablauf, ein Pferd in Sichtweite, ein Platz in der Gruppe, an dem es nicht ständig verdrängt wird.
Beruhigungsmittel oder Zusatzfutter gegen Stress würde ich nicht auf Verdacht geben. Was einem Pferd beim Ankommen hilft, ist vor allem Zeit, Raufutter und Gesellschaft. Ist dein Pferd nach zwei bis drei Wochen immer noch sehr unruhig, frisst schlecht oder nimmt ab, lass es von der Tierärztin anschauen.
Worauf achte ich bei der Fütterung im neuen Stall?
Schau dir das Heu an, bevor du unterschreibst. Frag nach der Menge, nach den Fresspausen und ob es eine Heuanalyse gibt. Lass dir Heu, Raufutter und Weidegang so genau wie möglich in den Vertrag schreiben. Mündliche Zusagen beim Einzug sind später schwer nachzuweisen, wenn sich die Fütterung ändert.
Gerade 2026, wo Heu knapp ist, lohnt sich das. In vielen Ställen wird gerade altes oder zugekauftes Heu gefüttert, und die Qualität schwankt stark. Was du tun kannst, wenn das Heu knapp wird, steht im Beitrag über Heuknappheit 2026.
Fragen, die ich vor einem Stallwechsel stelle:
| Frage | Warum |
|---|---|
| Wie viel Heu gibt es, wie oft? | Fresspausen über vier Stunden sind für den Magen ungünstig |
| Woher kommt das Heu, welcher Schnitt? | Sagt viel über Zucker und Struktur |
| Gibt es eine Heuanalyse? | Ohne Analyse fütterst du auf Verdacht |
| Darf ich eigenes Futter mitbringen? | Wichtig bei Pferden mit EMS, PPID oder Allergien |
| Wie lange und wann Weidegang? | Bei Hufrehe-Pferden entscheidend |
| Wie wird das Heu gelagert? | Feuchte Lagerung heißt Schimmelrisiko |
Wenn der Stall dir eine Heuanalyse gibt oder du selbst eine machen lässt, weißt du, ob das neue Heu zu deinem Pferd passt, und kannst Kraft- und Mineralfutter danach anpassen. Ich werte sie dir gern aus.
Muss ich den Stallwechsel melden?
Das hängt vom Bundesland ab. Pferde müssen beim Veterinäramt und bei der Tierseuchenkasse des Landes gemeldet sein, und wer dafür zuständig ist, die Eigentümerin oder der Stallbetreiber, ist unterschiedlich geregelt. Der Equidenpass muss beim Pferd sein, also nimmst du ihn mit in den neuen Stall.
Am einfachsten ist es, beim Einzug den Stall zu fragen, wie er das regelt, und im Zweifel bei der Tierseuchenkasse deines Bundeslandes kurz anzurufen. Bei einem Umzug in ein anderes Bundesland lohnt sich das auf jeden Fall, weil die Beiträge und Zuständigkeiten dort anders sein können.
Wann gehört die Tierärztin dazu?
Sofort bei Kolikanzeichen: Scharren, häufiges Hinlegen, Wälzen, Umschauen zum Bauch, Schwitzen ohne Grund oder ausbleibender Kot. Ebenso, wenn dein Pferd länger als etwa zwölf Stunden kaum frisst, Fieber hat, stark hustet oder sich in der Gruppe verletzt hat.
Ein Stallwechsel bringt dein Pferd auch mit neuen Pferden und damit mit neuen Keimen zusammen. Husten, Nasenausfluss oder Fieber in den ersten Wochen sind deshalb ein Grund, die Tierärztin zu rufen, und den Stall zu informieren. Viele Ställe verlangen vor dem Einzug ein aktuelles Impfbuch, frag danach.
Häufige Fragen zum Stallwechsel
Wie lange soll ich Heu vom alten Stall mitnehmen?
Für 10 bis 14 Tage. Bei einem Pferd mit 500 kg und rund 9 kg Heu am Tag sind das etwa 90 bis 130 kg. In dieser Zeit mischst du das neue Heu in Schritten von einem Viertel unter, sodass dein Pferd am Ende der zweiten Woche ganz auf das neue Heu umgestellt ist.
Darf mein Pferd am ersten Tag auf die Weide?
Nur, wenn es vorher auch täglich auf der Weide stand. Sonst fängst du mit 15 bis 30 Minuten an und steigerst über ein bis zwei Wochen. Neue Weide, neues Heu und Transportstress auf einmal sind für den Darm zu viel, gerade im Frühjahr und im Herbst.
Soll ich das Mineralfutter beim Stallwechsel wechseln?
Nicht gleichzeitig. Behalte das gewohnte Mineralfutter mindestens vier Wochen bei. Wenn das neue Heu ganz andere Werte hat, kann eine Anpassung sinnvoll sein, aber erst, wenn dein Pferd sich eingelebt hat und du weißt, was im neuen Heu steckt.
Wie lange dauert es, bis sich ein Pferd im neuen Stall eingelebt hat?
Die erste Aufregung legt sich meist nach wenigen Tagen. Bis es sich in der Gruppe eingefunden hat und wieder normal frisst und schläft, dauert es oft zwei bis vier Wochen. Ältere und sehr sensible Pferde brauchen länger.
Hilft Magenschutz vor dem Transport?
Das entscheidet deine Tierärztin. Bei Pferden mit Magengeschwüren in der Vorgeschichte kann sie einen Magenschutz für die Umzugszeit empfehlen. Für alle Pferde gilt: Heu bis kurz vor der Abfahrt und keine langen Fresspausen, das ist für den Magen das Wichtigste.
Ist ein Stallwechsel für ein altes Pferd zu viel?
Nicht unbedingt, aber er braucht mehr Planung. Achte besonders auf Gewicht, Zähne und ob es das neue Heu kauen kann. Ein Umzug mit einem vertrauten Partnerpferd und eine längere Futterumstellung helfen. Kontrollier das Gewicht in den ersten Wochen einmal pro Woche.
Quellen
- Hillyer MH, Taylor FG, Proudman CJ, Edwards GB, Smith JE, French NP: Case control study to identify risk factors for simple colonic obstruction and distension colic in horses. Equine Vet J 34 (5), 2002, S. 455 bis 463.
- Raidal SL, Freccero F, Carstens A, Weaver S, Padalino B: Road transportation is associated with decreased intestinal motility in horses. Frontiers in Veterinary Science 12, 2025, 1647236.
- Gharehaghajlou Y, Raidal SL, Freccero F, Padalino B: Effects of Transport and Feeding Strategies Before Transportation on Redox Homeostasis and Gastric Ulceration in Horses. J Equine Vet Sci 126, 2023, 104268.
- Coenen M, Vervuert I (Hrsg.): Pferdefütterung. 6. Auflage, Thieme 2020.


