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Grundlagen·14 Min. Lesezeit·08.07.2025

Natürliche Pferdefütterung: ohne Industriefutter, mit Plan

Ohne Fertigfutter geht vieles, ohne Mineralfutter nicht. In fünf Schritten vom Heu über Eiweiß und Mineral bis zu Kräutern, sauber gerechnet statt auf Verdacht.

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Ein Pferd frisst in einer Blumenwiese. Die Grundration entscheidet, nicht der Futtersack.
Ein Pferd frisst in einer Blumenwiese. Die Grundration entscheidet, nicht der Futtersack.

Immer mehr Pferdebesitzerinnen stellen sich genau diese Frage, und das aus gutem Grund: unzählige Futtersäcke im Regal, klangvolle Namen, bunte Verpackungen, und beim Blick auf die Zutatenliste bleibt die Frage, was davon das Pferd eigentlich braucht.

Kann man ein Pferd also ohne fertige Mischfuttermittel gesund und leistungsfähig füttern? Zum größten Teil ja, weil der Löwenanteil der Versorgung aus etwas kommt, das kein Hersteller abfüllt: aus dem Heu.

Ganz ehrlich muss ich aber gleich dazusagen, wo die Grenze ist. Ohne Mineralfutter geht es nicht, und das ist genauso ein Produkt aus dem Sack. Mir geht es deshalb nicht um Sack oder kein Sack, sondern um die Frage, ob du weißt, was drin ist und ob dein Pferd es überhaupt braucht. Genau das sehe ich in der Beratung jeden Tag: nicht zu wenig Futter, sondern eine Ration, die niemand mehr durchrechnen kann.

Was es dafür braucht, ist keine lange Einkaufsliste, sondern eine Reihenfolge. Die kommt jetzt.

Warum überhaupt weg vom Tütenfutter?

Das Problem ist selten ein einzelnes schlechtes Produkt, sondern der fehlende Überblick. Wer seine Ration aus mehreren Fertigmischungen zusammensetzt, weiß irgendwann nicht mehr, wie viel Zucker, Stärke, Zink oder Selen am Tag tatsächlich ankommt. Und was man nicht durchrechnen kann, kann man auch nicht anpassen, wenn etwas nicht stimmt.

Fertigfutter ist nicht per se schlecht, es gibt sehr ordentliche Produkte, und einige davon empfehle ich selbst. Worauf ich beim Etikett trotzdem schaue:

  • Zucker, Melasse oder Aromastoffe, häufig als Presshilfe oder damit es besser schmeckt
  • Getreide und Stärke, die in der Summe mehr ausmachen, als man beim Blick auf eine einzelne Schaufel denkt
  • Zutaten ohne Mengen, also eine lange Liste mit Namen, aber keine Zahlen je Kilogramm

Der eigentliche Knackpunkt ist die Summe. Zwei Produkte, die beide Mineralstoffe enthalten, addieren sich. Zucker und Stärke summieren sich über drei Komponenten, ohne dass es irgendwo als Zahl auftaucht. Heißt für uns: lieber wenige Bausteine, von denen du jeden einzelnen erklären kannst.

Schritt 1: Womit fängt die Ration an?

Mit dem Heu, und zwar mit Menge, Verteilung und Qualität. Als Faustregel gelten mindestens 1,5 kg Heu je 100 kg Körpergewicht, bei einem 500-Kilo-Pferd also mindestens 7,5 kg am Tag. Dazu keine Fresspausen über vier Stunden und, der Schritt, den fast alle überspringen, eine Heuanalyse. Erst danach lohnt die Frage, was fehlt.

Die Menge ist eine Untergrenze, kein Zielwert. Genauso wichtig ist die Verteilung: Der Pferdemagen bildet rund um die Uhr Säure, auch wenn nichts drin ist. Lange Fresspausen sind deshalb ein eigenes Thema, egal wie gut das Heu ist. Warum das so ist, steht im Beitrag über den Pferdedarm. Engmaschige Heunetze können die Fresszeit strecken. Ich setze sie vorsichtig ein, gewöhne langsam an und achte auf Frust, Stress und die Zähne.

Und dann die Heuanalyse. Sie kostet einmal Geld, gilt aber für die ganze Charge, also oft für ein ganzes Jahr. Wie groß die Unterschiede zwischen zwei Heus sind, zeigt die Tabelle im nächsten Abschnitt: beim verdaulichen Eiweiß fast das Dreifache, beim Zucker mehr als das Dreifache. Ohne diese Zahlen ist alles, was danach kommt, geraten. Mit ihnen weißt du, wo wirklich eine Lücke ist, und sparst dir viele Zusätze, die sonst auf Verdacht im Trog landen.

Wenn dein Pferd kein Heu mehr kauen kann, etwa wegen der Zähne, sind Heucobs der Weg. Sie sind kein Kraftfutter, sondern Heu in anderer Form. Heulage lehne ich übrigens nicht grundsätzlich ab, bei guter Hygiene und passender Trockenmasse kann sie passen.

Und wenn dein Pferd zu viel auf den Rippen hat, aber trotzdem lange Fresszeiten braucht, gehört Haferstroh oder Grünhaferstroh in die Basis. Damit streckst du die Raufutterration, ohne die Menge im Netz zu kürzen.

Was deckt Heu allein ab, und was nicht?

Durchschnittliches Heu deckt bei einem 500-Kilo-Pferd im Erhalt Energie und Eiweiß, Mangan und Eisen sogar mehrfach. Zink, Kupfer und Selen dagegen nur zu etwa einem Drittel bis knapp der Hälfte. Genau deshalb fehlen in fast jeder Ration die Spurenelemente und selten die Energie. Wie es bei deinem Heu aussieht, zeigt nur die eigene Analyse.

Die Rechnung dazu: ein 500-Kilo-Pferd im Erhalt, 9 kg Heu am Tag. Die Heuwerte sind die Mittelwerte der LUFA Nord-West für den Jahrgang 2025 (Nährstoffe aus 1.187 Proben, Mineralstoffe aus 473, Selen aus 90), in Klammern die Spanne, in der 96 von 100 Proben liegen. Der Bedarf folgt den Empfehlungen der GfE.

Nährstoff Gehalt im Heu je kg Trockenmasse 9 kg Heu liefern Bedarf 500 kg, Erhalt gedeckt
Energie 7,0 MJ ME (5,9 bis 8,1) 55 MJ 55 MJ rund 100 % (85 bis 116 %)
verdauliches Eiweiß (pcv XP) 45 g (27 bis 77) 355 g 315 g rund 110 % (68 bis 190 %)
Zink 24 mg (12 bis 56) 189 mg 425 mg rund 45 % (22 bis 100 %)
Kupfer 4,5 mg (2,4 bis 8,0) 36 mg 105 mg rund 34 % (18 bis 60 %)
Selen 0,05 mg (0,04 bis 0,20) 0,4 mg 1,05 mg rund 38 % (30 bis 150 %)
Mangan 134 mg (22 bis 394) 1.057 mg 425 mg rund 250 %
Eisen 178 mg (40 bis 799) 1.404 mg 425 mg über 300 %
Natrium 0,8 g (0,2 bis 3,8) 6,3 g 2,9 g (im Alltag eher 6 g) im Mittel gedeckt, schwankt aber um das Zwanzigfache
Zucker 106 g (48 bis 173) 836 g

Gerechnet mit 87,7 % Trockenmasse, also 7,9 kg Trockenmasse aus 9 kg Heu.

Drei Dinge lese ich daraus. Erstens ist Energie selten das Problem, ein Freizeitpferd mit genug gutem Heu braucht meist kein Kraftfutter. Zweitens fehlen Zink, Kupfer und Selen im Durchschnitt deutlich, und ein Mineralfutter muss vor allem diese drei liefern, Mangan und Eisen dagegen kaum. Drittens ist die Spanne riesig. Ein schwaches Heu bringt nicht einmal 70 % des Eiweißbedarfs, und ein zuckerreiches Heu liefert mehr als dreimal so viel Zucker wie ein zuckerarmes. Welches du hast, sagt dir keine Tabelle, nur deine Analyse.

Ganz ehrlich dazu: Die LUFA Nord-West sitzt in Oldenburg, ein großer Teil der Proben kommt aus Norddeutschland, und untersucht wird, was eingeschickt wird. Das sind gute Richtwerte, aber kein Durchschnitt für ganz Deutschland, und dein Heu kann in jeder Zeile woanders liegen.

Schritt 2: Braucht mein Pferd extra Energie und Eiweiß?

Bei einem Freizeitpferd in leichter Arbeit oft nicht. Gutes Heu in ausreichender Menge deckt die Energie meistens. Fehlt doch etwas, dann gezielt: Energie über strukturreiche Cobs statt über Getreide oder Öl, Eiweiß über Luzerne, Esparsette oder Hülsenfrüchte. Welcher Baustein passt, zeigt die Rechnung, nicht das Bauchgefühl.

Wenn Energie fehlt, nehme ich strukturreiche Cobs aus Grünhafer, Grünhirse oder Luzerne. Sie liefern Energie zusammen mit Faser. Getreide ist selten die beste Antwort, und Pflanzenöl empfehle ich als Energieträger nicht. Das ist meine Entscheidung, kein Verbot: Öl liefert reine Energie ohne Struktur und ohne Eiweiß, und Cobs bringen beides mit.

Beim Eiweiß zählt nicht die Rohproteinzahl auf dem Sack, sondern ob die Aminosäuren ankommen, allen voran Lysin. Gute Lysinlieferanten sind Luzerne und Hülsenfrüchte. Warum das so wichtig ist, steht im Beitrag über Aminosäuren.

Und die Saaten? Die nutze ich gern, aber aus anderen Gründen als oft gedacht:

  • Leinsamen wegen der Schleimstoffe, geschrotet oder gekocht
  • Hanfsamen wegen des Eiweißes, auch wenn Hanf keine besonders lysinreiche Quelle ist
  • Nicht als Omega-3-Lieferant. Im Alltag kommt Omega-3 über den Weidegang. Wer gezielt EPA und DHA braucht, kommt an Algen- oder Dorschöl nicht vorbei, weil das Pferd aus Saaten kaum etwas davon selbst herstellt.

Inaktive Bierhefe kann in kleinen Mengen Aminosäuren und B-Vitamine beisteuern. Lebendhefe empfehle ich grundsätzlich nicht.

Zu Soja und Kartoffelprotein gibt es jeweils einen eigenen Beitrag. Soja lehne ich nicht mehr pauschal ab, es ist ein lysinreiches Eiweiß, auf Herkunft und Verarbeitung schaue ich trotzdem genau. Zum Kartoffelprotein steht dort, wann es passt und wann nicht.

Schritt 3: Warum geht es ohne Mineralfutter nicht?

Weil Heu die Spurenelemente fast nie deckt, und Kräuter oder Samen das nicht auffangen. Ein 500-Kilo-Pferd braucht 425 Milligramm Zink am Tag, in hundert Gramm Kräutermischung stecken davon wenige Milligramm. Deshalb gehört ein Grundmineralfutter mit ausgewiesenen Gehalten in jede Ration, ausgewählt nach deinem Heu.

Das ist der Schritt, an dem Fütterung ohne Fertigfutter am häufigsten scheitert. Wer Mineralfutter weglässt, weil es „aus der Fabrik" kommt, spart am falschen Ende. Die Richtwerte der GfE für ein 500-Kilo-Pferd im Erhalt liegen bei 425 mg Zink, 105 mg Kupfer und 1,05 mg Selen am Tag. Durchschnittsheu bringt davon beim Kupfer und Selen rund ein Drittel und beim Zink knapp die Hälfte, siehe Tabelle oben.

Worauf ich beim Mineralfutter achte:

  • Klar deklariert, mit Milligramm je Kilogramm, nicht nur mit Zutatennamen
  • Passend zum Heu: Ist dein Heu schon reich an Mangan oder Eisen, braucht es davon nichts extra
  • Beide Werte gedeckt, Zink und Kupfer. Das Verhältnis ist eine Orientierung, keine Grenze. Kritisch wird es vor allem, wenn Zink extra gegeben wird, ohne dass man weiß, wie es um das Kupfer steht

Pflanzliche Ergänzungen aus Kräutern und Samen können daneben stehen, sie haben aber eine andere Aufgabe. Das Grundmineral ersetzen sie nicht.

Salz nicht vergessen. Salz ist das eine Mineral, nach dem ein Pferd wirklich selbst sucht, trotzdem reicht der Leckstein oft nicht, weil die Zunge das nicht hergibt. Die GfE nennt für ein 500-Kilo-Pferd im Erhalt, also bei wenig Bewegung und ohne Hitze, 2,9 g Natrium, gut 7 g Salz. Coenen und Vervuert rechnen für den Alltag mit rund 6 g Natrium, etwa 15 g Salz. Mit jedem Liter Schweiß gehen zusätzlich rund 3 g Natrium verloren, also etwa 8 g Salz. Bei leichter Arbeit kommen so schnell 25 bis 40 g Salz am Tag zusammen, im Sommer auch mehr. Wie viel davon dein Heu schon liefert, siehst du in der Analyse, die Spanne ist beim Natrium besonders groß. Am besten gibst du das Salz abgewogen ins Futter und bietest zusätzlich loses Salz zur freien Aufnahme an.

Vorsicht bei Seealgenmehl. Es wird gern als natürliche Mineralquelle empfohlen, ist aber vor allem eine sehr ergiebige Jodquelle, je nach Alge und Charge mit mehreren hundert Milligramm Jod je Kilo. Ein 500-Kilo-Pferd braucht am Tag rund 1,6 Milligramm. Ein Rechenbeispiel: 10 g einer Alge mit 800 mg Jod je Kilo liefern 8 mg, also das Fünffache des Bedarfs. Die Obergrenze liegt zwar ein gutes Stück über dem Bedarf, mit Algen ist sie aber schnell erreicht, vor allem wenn Mineralfutter und Kräuter auch noch Jod mitbringen. Also nur mit Deklaration und Waage, nie nach Gefühl, und immer mitrechnen, was über Mineralfutter und Kräuter schon ankommt.

Wie du das im Einzelnen aufbaust und durchrechnest, steht ausführlich im Beitrag über Mineralfutter.

Schritt 4: Wie setze ich Kräuter sinnvoll ein?

Gezielt, dosiert und zeitlich begrenzt, nicht als Dauerbeigabe. Kräuter sind Futtermittel mit Inhaltsstoffen, kein Grundfutter und keine Arznei. Ich setze sie kurweise ein, eine Sache zur Zeit, und bei Pferden in tierärztlicher Behandlung erst nach Rücksprache. So kannst du auch beurteilen, ob sich überhaupt etwas verändert.

Drei Regeln, an die ich mich halte:

Kurweise, nicht dauerhaft. Meist drei bis sechs Wochen, dann eine Pause von mindestens derselben Länge. Manche Kräuter brauchen einen kürzeren Rhythmus, Süßholz zum Beispiel höchstens 14 Tage am Stück und dann 14 Tage Pause. Eine Mischung, die seit zwei Jahren täglich im Trog landet, ist keine Kur mehr, sondern ein Bestandteil der Ration, den niemand mehr beurteilen kann.

Eine Sache zur Zeit. Wer gleichzeitig drei Mischungen füttert und dann eine Veränderung sieht, weiß nicht, woran es lag. Und wer nichts sieht, weiß es erst recht nicht.

Nicht auf Verdacht. Bei tragenden Stuten, bei Pferden unter Medikamenten und bei allem, was tierärztlich behandelt wird, gehört jede Kräutergabe vorher besprochen. Manche Pflanzeninhaltsstoffe beeinflussen die Wirkung von Medikamenten.

Und die ehrliche Einordnung, die du bei Herstellern selten liest: Für die meisten Futterkräuter gibt es beim Pferd keine belastbaren Studien. Was wir haben, ist lange Erfahrung und Wissen über die Inhaltsstoffe. Das ist etwas wert, aber es ist kein Wirksamkeitsnachweis, und es ersetzt keine tierärztliche Behandlung.

Schritt 5: Woran merke ich, ob die Umstellung passt?

An deinem Pferd, aber erst nach einigen Wochen. Verdauung, Kot, Fell, Hufhorn, Energie und Gewicht sagen dir mehr als jedes Etikett. Ändere immer nur eine Sache, warte sechs bis acht Wochen und schreib mit, was du siehst.

Worauf du schaust:

  • Wie ist die Verdauung, wie sieht der Kot aus?
  • Wie ist das Fell, wie das Horn?
  • Wie sind Energie, Gewicht und Rittigkeit?

Ändere eine Sache und warte. Die Darmflora stellt sich in rund zwei bis drei Wochen auf ein neues Futter ein. Fell und Huf brauchen deutlich länger, weil man die Veränderung erst am nachwachsenden Haar und Horn sieht. Wer alle zwei Wochen etwas Neues dazugibt, kann am Ende nichts mehr zuordnen.

Schreib es auf. Drei Zeilen am Tag reichen: Heumenge, längste Fresspause, Auffälligkeiten. Ohne Aufschrieb verlässt du dich nach zwei Monaten auf dein Gefühl, und das täuscht in beide Richtungen.

In welcher Reihenfolge stelle ich um?

Erst das Raufutter, dann Mineral und Salz, dann das Kraftfutter langsam reduzieren, zuletzt die Kräuter. Wer andersherum anfängt, also mit Kräutern und Zusätzen, ändert viel und merkt wenig.

  1. Erst das Raufutter. Menge wiegen, Fresspausen messen, Heu analysieren lassen. Solange das nicht sitzt, bringt der Rest wenig.
  2. Dann Mineral und Salz, sauber berechnet nach deinem Heu, weil dort die häufigsten Lücken sind.
  3. Dann das Kraftfutter reduzieren, langsam, über zwei bis vier Wochen.
  4. Zuletzt die Kräuter, gezielt und kurweise.

Wann muss mein Pferd zum Tierarzt?

Wenn es deutlich ab- oder zunimmt, ohne dass sich die Ration geändert hat, wiederkehrend fühlig geht oder lahmt, auffällig viel trinkt, länger als zwei bis drei Tage Durchfall hat oder trotz sauberer Fütterung stumpfes, spät wechselndes Fell behält. Heißt für uns: Erst untersuchen lassen, dann an der Ration drehen, nicht andersherum.

Eine Futterumstellung ist kein Ersatz für eine Untersuchung. Zum Tierarzt gehört dein Pferd, wenn es:

  • deutlich abnimmt oder zunimmt, ohne dass sich die Ration geändert hat
  • wiederkehrend fühlig geht oder lahmt
  • auffällig viel trinkt und Wasser lässt
  • anhaltend Durchfall hat, länger als zwei bis drei Tage
  • trotz sauberer Fütterung stumpfes, spät wechselndes Fell behält

Der letzte Punkt gehört zu den frühen Hinweisen auf PPID, im Stall meist Cushing genannt. Das ist eine Erkrankung und kein Fütterungsfehler.

Häufige Fragen

Braucht ein Freizeitpferd überhaupt Kraftfutter?

In den meisten Fällen nicht. Ein gesundes Pferd in leichter Arbeit deckt seinen Energiebedarf über gutes Raufutter. Was fast immer fehlt, sind Spurenelemente und Salz, nicht Energie.

Ist Mineralfutter nicht auch Industriefutter?

Ja, und trotzdem gehört es in die Ration. Heu deckt Zink, Kupfer und Selen fast nie, und Kräuter fangen das nicht auf. Entscheidend ist nicht, ob etwas aus einem Sack kommt, sondern ob die Gehalte ausgewiesen sind und zu deinem Heu passen.

Ist ganzheitlich füttern teurer?

Am Anfang oft ja, weil eine Heuanalyse und einzelne Komponenten Geld kosten. Auf Dauer meist nicht, weil viele Zusätze wegfallen, die vorher auf Verdacht gefüttert wurden. Der größte Kostenblock bleibt in beiden Fällen das Heu.

Kann ich einfach alle Zusätze weglassen?

Nein, jedenfalls nicht bei den Spurenelementen und beim Salz. Beides deckt Heu nicht ab, und das ändert sich auch nicht dadurch, dass man ohne Fertigfutter füttert.

Wie lange dauert eine Umstellung?

Rechne für die Futterumstellung selbst mit zwei bis vier Wochen und für die sichtbare Veränderung mit sechs bis zwölf Wochen. Die Darmflora hat sich nach rund zwei bis drei Wochen umgestellt, Fell und Huf zeigen eine Veränderung aber erst, wenn neues Haar und Horn nachgewachsen sind.

Mein Stall füttert für alle dasselbe. Was kann ich tun?

Fang mit dem an, was du beeinflussen kannst: die Heumenge, die du zufütterst, die Fresspausen, und dein eigenes Mineralfutter statt der Stallmischung. Das sind bereits die beiden größten Hebel.

Wenn du es systematisch lernen willst

Wenn du nicht nur umstellen, sondern verstehen willst, warum etwas so gehört, ist das genau der Inhalt meines Basisfutterkurses. Und wenn du erst einmal wissen willst, wo bei euch die Lücke sitzt, fang mit dem Futter-Check an, der kostet nichts.

Zuletzt fachlich überarbeitet am 26.09.2026.

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