
Herbstgrasmilben sind die Larven der Milbe Neotrombicula autumnalis. Sie sitzen von Mitte Juli bis in den November auf Gräsern, krabbeln auf das Pferd und fressen dort einige Tage, meistens an Fesseln, Maul und Kopf. Du erkennst sie mit der Lupe als winzige orangerote Pünktchen, oft in Grüppchen. Typisch sind Knötchen, Krusten und starker Juckreiz. Gefährlich sind sie in der Regel nicht, aber für empfindliche Pferde richtig unangenehm.
Zu den Herbstgrasmilben steht im Netz viel, was so nicht stimmt. Da ist von weißen Punkten mit 3 Millimetern die Rede, vom Abschaben mit dem Rasiermesser oder von Essig, der die Larven erstickt. Ich habe mir angeschaut, was über die Milbe wirklich bekannt ist, und daraus aufgeschrieben, woran du sie erkennst, was du tun kannst und wann die Tierärztin ran muss. Wichtig zu wissen vorweg: Wenn das Pferd richtig anfängt zu jucken, ist die Larve oft schon wieder weg.
Was sind Herbstgrasmilben?
Herbstgrasmilben sind Spinnentiere, und nur ihre Larven leben parasitisch. Eier, Nymphen und erwachsene Milben leben im Boden und fressen dort kleine Insekten und deren Eier. Die Larve klettert an Gräsern hoch, geht auf ein vorbeikommendes Tier, frisst ein paar Tage an der Haut und lässt sich dann wieder fallen.
Am Pferd sitzt also immer nur dieses eine Stadium, die Larve. Sie hat sechs Beine, Nymphe und erwachsene Milbe haben acht. Nach dem Fressen fällt die Larve auf den Boden und entwickelt sich dort weiter. Am Pferd vermehrt sich die Herbstgrasmilbe also nicht, da legt sie auch keine Eier ab.
Wählerisch ist die Larve nicht. Sie geht an Mäuse, Igel, Hunde, Katzen, Pferde, Rinder, Vögel und genauso an uns Menschen. Wer im Spätsommer im Garten gearbeitet hat und danach juckende Pusteln am Sockenrand oder am Hosenbund hat, kennt das.
Gesaugt wird übrigens kein Blut. Die Larve gibt Speichel in die Haut, der das Gewebe darunter auflöst, und nimmt diesen Brei dann auf. Genau dieser Speichel ist es, auf den viele Pferde so stark reagieren.
Fachlich gibt es noch einen Haken. Eine spanische Arbeit hat 2014 gezeigt, dass dort bei einem Ausbruch eine sehr ähnliche Art die Ursache war, Neotrombicula inopinata. Die beiden lassen sich nur unter dem Mikroskop an der Zahl der Borsten unterscheiden. Für dich im Stall macht das keinen Unterschied, die Larven sehen gleich aus und machen dasselbe.
Wie sehen Herbstgrasmilben am Pferd aus?
Als winzige orangerote bis rote Pünktchen, ungefähr 0,2 bis 0,4 Millimeter groß. Mit bloßem Auge sind sie gerade so zu ahnen, mit einer Lupe siehst du sie gut. Oft sitzen mehrere dicht beieinander, an Fessel, Ballen, Maul, Nüstern, Ohren oder am Hals. Weiße Punkte von 3 Millimetern sind etwas anderes.
So suchst du am besten:
- Bei Tageslicht und mit Lupe. Die Larven sind so klein, dass du sie im dunklen Stall leicht übersiehst.
- Fell an der Fessel gegen den Strich streichen, vor allem in der Fesselbeuge und an den Ballen.
- Klebestreifen: Ein Stück durchsichtiges Klebeband auf die verdächtige Stelle drücken, abziehen und auf ein weißes Blatt kleben. Unter der Lupe siehst du dann, ob orange Pünktchen dran sind. So kannst du es auch der Tierärztin zeigen.
- Mitten in den Knötchen schauen. Die Larve sitzt oft direkt in der Mitte einer frischen Quaddel.
Vollgefressen werden die Larven etwas größer, je nach Quelle bis etwa 0,7 Millimeter. Dass man sie gar nicht sehen kann, stimmt also nicht. Man muss nur wissen, wonach man sucht, und eben auf orange achten.
Wann und wo gibt es Herbstgrasmilben?
Die Larven sind ungefähr von Mitte Juli bis Ende Oktober oder Anfang November unterwegs, am meisten im Spätsommer und Frühherbst. In einer vierjährigen Studie in Bonn wurden sie genau in diesem Zeitraum gefunden. Sie kommen in ganz Deutschland vor, aber sehr fleckig: Eine Weide hat sie, die Nachbarweide oft nicht.
Spannend an der Bonner Studie (Schöler und Kollegen, 2006) ist vor allem das Fleckige. Die Forscher haben über vier Jahre an vielen Stellen Larven gesammelt, und die meisten Fundstellen lagen mindestens drei Jahre lang am selben Ort. Einen klaren Grund, warum die Milbe genau dort sitzt, haben sie nicht gefunden. Bodenbeschaffenheit und pH-Wert spielten nur eine kleine Rolle. Die Milbe kommt mit sehr unterschiedlichen Bedingungen zurecht, in Gärten, Parks, Wiesen, an Waldrändern und Böschungen.
Dass Herbstgrasmilben vor allem ein Problem in Süddeutschland sind, lässt sich so nicht sagen. Die Bonner Arbeitsgruppe beschreibt, dass sie in vielen Gegenden Deutschlands in Gärten, Parks und Grünanlagen zur Plage geworden sind.
Heißt für uns: Wenn dein Pferd jedes Jahr im August auf einer bestimmten Koppel Probleme bekommt, ist das sehr wahrscheinlich kein Zufall. Merk dir diese Stelle, denn im nächsten Jahr sind die Larven mit großer Wahrscheinlichkeit wieder dort.
Welche Anzeichen zeigt mein Pferd bei Herbstgrasmilben?
Kleine Knötchen und Quaddeln, später Krusten, und vor allem Juckreiz. Betroffen sind meist die unteren Beine, besonders Fesselbeuge und Ballen, dazu Maul, Nüstern, Kopf, Ohren und Hals. Viele Pferde stampfen, scheuern die Beine aneinander oder knabbern daran. Manche schütteln den Kopf oder niesen, wenn Nüstern oder Ohren betroffen sind.
Was du sehen kannst:
- kleine Knötchen oder Quaddeln, oft mehrere nebeneinander
- Krusten und Schuppen an den Stellen, wo das Pferd gescheuert hat
- abgebrochenes oder fehlendes Fell an der Fessel und am Maul
- nässende oder offene Stellen, wenn das Pferd sich wund gekratzt hat
- Unruhe, Stampfen, Beine am Zaun reiben, an den Beinen knabbern
- Kopfschütteln oder Niesen, wenn die Larven an Nüstern oder Ohren sitzen
Wie stark das ausfällt, ist von Pferd zu Pferd sehr verschieden. Viele Pferde haben die Larven und zeigen kaum etwas. Andere reagieren auf ein paar Bisse schon mit starkem Juckreiz. Das liegt nach heutigem Stand eher am Pferd als an der Zahl der Milben, diskutiert wird eine Überempfindlichkeit gegen den Speichel.
Weiße Beine mit rosa Haut fallen übrigens oft eher auf. Das heißt aber nicht, dass dunkle Beine verschont bleiben, man sieht es dort nur schlechter.
Warum juckt es noch, wenn die Milben weg sind?
Weil der Juckreiz von der Reaktion der Haut auf den Speichel kommt. Die Larve frisst einige Tage, je nach Quelle zwischen zwei und zehn, und fällt dann ab. Die Haut reagiert aber oft noch Tage länger. Wer erst beim Juckreiz anfängt zu suchen, findet deshalb häufig keine Milben mehr.
Für dich heißt das zweierlei. Erstens: Leere Stellen ohne Larven sprechen nicht gegen Herbstgrasmilben. Gerade im August und September, nach Weidegang auf einer bekannten Milbenkoppel, passt das Bild trotzdem. Zweitens: Alles, was nur gegen die Larve geht, kommt dann zu spät. Bei einem Pferd, das sich schon wund scheuert, geht es um die Haut und darum, dass keine neuen Larven dazukommen.
Genau deshalb halte ich auch nichts davon, die Stellen mit dem Rasiermesser abzuschaben. Die Larven sind in dem Moment oft schon weg, und auf gereizter Haut machst du mit der Klinge nur neue kleine Verletzungen. Wenn das Fell an der Fessel sehr lang ist, kannst du es mit der Schere oder der Schermaschine kürzen, damit Luft rankommt und du besser siehst. Das reicht völlig.
Ist es Herbstgrasmilbe, Fußräude oder Mauke?
Am Muster und an der Jahreszeit lässt sich das oft schon gut auseinanderhalten. Herbstgrasmilben kommen von der Weide, im Spätsommer und Herbst. Fußräude durch Chorioptesmilben sitzt dauerhaft am Pferd, vor allem bei Pferden mit Kötenbehang und eher im Winter. Mauke ist eine Entzündung in der Fesselbeuge mit vielen möglichen Ursachen.
| Herbstgrasmilbe | Fußräude (Chorioptes) | Mauke | |
|---|---|---|---|
| Wann | Mitte Juli bis November | ganzjährig, oft schlimmer im Winter | oft bei Dauernässe im Herbst und Winter |
| Wo | Fessel, Maul, Kopf, Ohren, Hals | Fessel und Röhrbein, vor allem mit Behang | Fesselbeuge |
| Was sitzt da | orange Larven, nur einige Tage | Milben leben dauerhaft auf der Haut | keine Milben, oder Milben als Auslöser |
| Ansteckend | nein, die Larven kommen aus dem Boden | ja, von Pferd zu Pferd | in der Regel nicht |
| Nachweis | Lupe, Klebestreifen, Jahreszeit | Hautgeschabsel bei der Tierärztin | Tierärztin, je nach Ursache |
Wichtig zu wissen: Das eine schließt das andere nicht aus. Ein Pferd, das sich an der Fessel wund scheuert, kann sich dort eine bakterielle Entzündung einfangen, und dann sieht es aus wie Mauke. Wie Mauke entsteht und wann Milben dahinterstecken, steht ausführlich im Beitrag über Mauke beim Pferd.
Andere Möglichkeiten, an die die Tierärztin bei Juckreiz an Beinen und Kopf denkt, sind Läuse, Hautpilz, eine bakterielle Hautinfektion oder Insekten wie Kriebelmücken. Bei Quaddeln am ganzen Körper ist eher etwas anderes los.
Was hilft gegen Herbstgrasmilben beim Pferd?
Drei Dinge: neue Larven vom Pferd fernhalten, die Larven, die da sind, loswerden und die gereizte Haut in Ruhe heilen lassen. Gegen die Larven setzt die Tierärztin Mittel mit Permethrin oder Fipronil örtlich ein. Gegen starken Juckreiz kann sie zusätzlich etwas verschreiben, zum Beispiel eine Salbe mit Kortison.
So würde ich vorgehen:
- Beine nach dem Weidegang waschen. In der Milbenzeit nach jedem Weidegang die unteren Beine mit lauwarmem Wasser abwaschen und gut trocknen. Larven, die sich noch nicht festgesetzt haben, gehen dabei mit runter. Das ist einfach, kostet nichts und ist die Maßnahme, die du selbst in der Hand hast.
- Mittel gegen die Larven nur über die Tierärztin. Im Handbuch für die Pferdepraxis steht ein Fipronil-Spray oder Permethrin als einmalige örtliche Behandlung. Welches Mittel dein Pferd bekommen darf, hängt auch daran, was im Equidenpass zur Schlachtung eingetragen ist. Das klärt die Tierärztin.
- Juckreiz nehmen. Wenn das Pferd sich wund scheuert, ist die Tierärztin gefragt. Sie kann mit einer Salbe oder einem Spray gegen den Juckreiz helfen, und dann hören auch das Scheuern und die neuen Wunden auf.
- Kühlen. Ein kühler, feuchter Lappen oder kurz die Beine abspritzen tut vielen Pferden gut, wenn es akut juckt.
- Wunden sauber halten. Offene Stellen mit klarem Wasser oder einer milden Wundspüllösung reinigen und trocken halten.
Ein Hinweis zu Permethrin, weil es in vielen Fliegensprays steckt: Für Katzen ist es giftig. Wenn bei euch Stallkatzen unterwegs sind, lass sie nicht an frisch behandelte Beine, und lass keine offenen Flaschen herumstehen.
Wichtig zu wissen: Das Hauptproblem ist der Nachschub. Solange das Pferd auf der Milbenkoppel steht, kommen jeden Tag neue Larven dazu. Im Handbuch steht deshalb auch der Weidewechsel in der kritischen Zeit als Maßnahme drin. Mehr dazu weiter unten bei der Vorbeugung.
Wie du kleine Wunden selbst versorgst und warum Blau- und Silberspray dort nichts verloren haben, steht im Beitrag über Wundversorgung beim Pferd. Dazu gibt es auch meine Anleitung als PDF:
Helfen Hausmittel wie Essig, Schwarzkümmelöl oder Kokosöl?
Untersucht ist davon beim Pferd nichts. Dass Essigwasser die Larven erstickt, ist eine Behauptung ohne Beleg, und auf gekratzter Haut brennt Essig. Schwarzkümmelöl, Kokosöl, Teebaumöl oder Lavendel werden oft empfohlen, Studien zur Wirkung gegen Herbstgrasmilben beim Pferd gibt es dafür nicht.
Ich verstehe total, warum Hausmittel beliebt sind, man hat sie im Schrank und will einfach schnell was tun. Ein paar Dinge solltest du aber wissen:
- Essig ist eine verdünnte Säure. Auf intakter Haut ist ein Schuss im Waschwasser meistens harmlos, auf offenen Stellen brennt er und reizt zusätzlich. Mehr dazu im Beitrag über Apfelessig beim Pferd.
- Öle legen sich als Film über die Haut. Ob das Larven abhält, ist nicht untersucht. An der Fessel hält Öl außerdem Dreck fest.
- Ätherische Öle wie Teebaumöl können auf gereizter Haut selbst Reizungen auslösen. Auf offene Stellen gehören sie nicht.
- Lebermoos gibt es als Pflegespray für die Haut, oft zusammen mit Zistrose und Ölen. Im Labor zeigt ein Inhaltsstoff des Lebermooses Wirkung gegen einige Bakterien. Gegen Milben ist Lebermoos nicht untersucht, beim Pferd schon gar nicht. Als Pflege auf intakter Haut kann man es nehmen, die Larven wirst du damit aber nicht los.
- Schwefelblüte zum Auftragen, zum Beispiel mit Vaseline verrührt auf die Fesseln, ist ein altes Stallmittel. Ganz aus der Luft gegriffen ist das nicht: Beim Menschen wird Schwefelsalbe mit 8 bis 10 Prozent gegen Krätze eingesetzt und hat in kleinen Studien gewirkt, wenn auch schwächer als Permethrin. In den USA streut man Schwefelpulver traditionell auf Socken und Hosenbeine, um die Larven fernzuhalten. Geprüft ist das gegen Herbstgrasmilben aber nicht, beim Pferd schon gar nicht. Wer es probieren will: nur auf intakte Haut, nicht auf offene Stellen, nicht an Augen und Nüstern, und vorher an einer kleinen Stelle testen, ob die Haut es verträgt.
- Octenisept und ähnliche Wunddesinfektionsmittel sind für offene Stellen gedacht. Gegen die Larven selbst sind sie nicht gemacht.
Heißt für uns: Wenn dein Pferd nur ein paar Knötchen hat und sich nicht scheuert, reicht oft Waschen, Trocknen und Beobachten. Ein Hausmittel ersetzt aber nicht den Weg zur Tierärztin, wenn es stark juckt oder offen ist.
Kann ich gegen Herbstgrasmilben anfüttern?
Belegt ist dafür nichts. Weder Knoblauch noch Schwefel, Bierhefe, Schwarzkümmel oder spezielle Zusatzfutter halten nachweislich Herbstgrasmilben vom Pferd fern. Knoblauch würde ich dafür auch nicht füttern, weil er bei Pferden die roten Blutkörperchen schädigen kann. Was die Fütterung kann: dafür sorgen, dass der Haut nichts fehlt.
Zu Knoblauch gibt es tatsächlich Studien beim Pferd. In einer entstand bei großen Mengen eine Blutarmut, in einer zweiten sanken die Blutwerte schon bei 20 g getrockneten Flocken am Tag über knapp drei Monate leicht ab. Für eine Wirkung, die nicht belegt ist, ist das ein schlechter Tausch.
Schwefelblüte wird in vielen Ställen gefüttert, gerade bei Hautthemen, und viele Pferdebesitzerinnen haben gute Erfahrungen damit. Eine Studie, ob sie Herbstgrasmilben fernhält, gibt es beim Pferd nicht. Den Schwefel, den das Pferd selbst braucht, bekommt es über das Eiweiß im Heu, in den Aminosäuren Methionin und Cystein. Wichtig zu wissen: Schwefel ist nicht harmlos, wenn es zu viel wird. Aus England ist eine Schwefelvergiftung bei Pferden beschrieben, die versehentlich große Mengen Schwefelblüte bekommen hatten. Wer füttert, bleibt also bei kleinen Mengen und gibt sie nicht dauerhaft, eine geprüfte Dosis fürs Pferd gibt es nicht.
Die Haut braucht für ihre Erneuerung vor allem Eiweiß, Zink, Kupfer und Vitamin A. Zur Einordnung die GfE-Empfehlung für ein Pferd mit 500 kg im Erhaltungsbedarf: 425 mg Zink und 105 mg Kupfer am Tag. Heu allein deckt das meistens nicht. Ob dein Mineralfutter die Lücke schließt, siehst du erst, wenn du die Ration einmal sauber durchrechnest. Das hält keine Milbe ab. Es sorgt nur dafür, dass der Haut für ihre Erneuerung nichts fehlt.
Viele Stallweisheiten rund um Futter gegen Parasiten, Fliegen und Juckreiz habe ich einmal gesammelt und geprüft:
Wie kann ich Herbstgrasmilben vorbeugen?
Am besten, indem du weißt, wo sie sitzen, und das Pferd in der Milbenzeit dort nicht oder nur kurz grasen lässt. Die Fundstellen bleiben oft über Jahre am selben Ort. Dazu kommen Beine waschen nach dem Weidegang und tägliches Absuchen mit der Lupe von Juli bis November.
Was sich bewährt hat:
- Milbenstellen merken. Notier dir, auf welcher Koppel dein Pferd im Spätsommer Probleme bekommt. In der Bonner Studie lagen die meisten Fundstellen über Jahre am selben Ort.
- Weide wechseln. Wenn es geht, die betroffene Koppel von August bis Oktober meiden oder nur kurz nutzen. Steht nur diese Weide zur Verfügung, helfen das Waschen und die tierärztliche Behandlung umso mehr.
- Beine nach dem Weidegang abwaschen und trocknen, in der ganzen Milbenzeit.
- Täglich kurz absuchen. Fesselbeuge, Ballen und Maul einmal mit der Lupe anschauen, dann bemerkst du die Larven früh.
- Lange Fesselhaare kürzen, damit du besser siehst und die Haut trocken wird.
- Abwehrmittel: Mittel mit Permethrin gegen Insekten gibt es auch für Pferde. Ob sie gegen Herbstgrasmilben vorbeugend etwas bringen, ist beim Pferd nicht untersucht. Sprich das mit deiner Tierärztin ab, bevor du so ein Mittel dauerhaft auf die Beine gibst.
Zur Herbstweide gibt es noch mehr zu beachten als nur die Milben, vor allem Zucker im Gras und Eicheln. Das steht im Beitrag über die Herbstweide.
Wann muss ich mit Herbstgrasmilben zur Tierärztin?
Sobald dein Pferd sich wund scheuert, offene oder nässende Stellen hat, die Beine anschwellen, es lahmt oder vor lauter Juckreiz nicht zur Ruhe kommt. Auch wenn du dir nicht sicher bist, ob es überhaupt Herbstgrasmilben sind, lohnt sich ein Blick der Tierärztin. Sie kann die Larven unter dem Mikroskop bestimmen und andere Ursachen ausschließen.
Bei diesen Zeichen rufst du die Tierärztin:
- offene, nässende oder eitrige Stellen
- Schwellung an Fessel oder Bein, Wärme, Lahmheit
- starkes Scheuern, Stampfen oder Knabbern, das nicht nachlässt
- Kopfschütteln, das das Pferd beim Fressen oder Reiten stört
- Hautveränderungen außerhalb der Milbenzeit oder am ganzen Körper
- keine Besserung nach etwa zwei Wochen, obwohl das Pferd nicht mehr auf der Milbenkoppel steht
Bei offenen Stellen an den Beinen bitte auch einmal den Tetanusschutz prüfen.
Und wenn dein Pferd in jedem Herbst stark reagiert, sprich die Tierärztin darauf an, bevor die Saison losgeht. Dann kannst du dir einen Plan zurechtlegen und musst nicht jedes Jahr wieder von vorne anfangen.
Falls in diesem Zusammenhang ein Allergietest zur Sprache kommt: Was solche Tests beim Pferd zeigen und was nicht, steht im Beitrag über den Allergietest beim Pferd.
Häufige Fragen
Sind Herbstgrasmilben ansteckend?
Nein, nicht von Pferd zu Pferd. Die Larven kommen aus dem Boden und gehen nach einigen Tagen Fressen wieder dorthin zurück. Am Pferd vermehren sie sich nicht. Wenn mehrere Pferde im Stall betroffen sind, haben sie meistens auf derselben Koppel gestanden. Bei Juckreiz an der Fessel im Winter und bei Pferden mit Behang ist eher an Fußräude zu denken, die tatsächlich ansteckend ist.
Wie lange bleiben Herbstgrasmilben am Pferd?
Die einzelne Larve frisst je nach Quelle zwischen zwei und zehn Tagen und fällt dann ab. Das Handbuch für die Pferdepraxis nennt sieben bis zehn Tage. Solange das Pferd auf einer Milbenkoppel steht, kommen aber ständig neue Larven dazu. Deshalb zieht es sich bei manchen Pferden über Wochen, bis im November die Saison vorbei ist.
Können Herbstgrasmilben auch Menschen beißen?
Ja. Beim Menschen sitzen die Bisse meistens dort, wo die Kleidung eng anliegt, also am Sockenrand, in der Kniekehle oder am Hosenbund. Die Stellen jucken oft heftig, sind aber harmlos. Lange Hosen in die Socken stecken und nach der Stallarbeit duschen hilft im Spätsommer schon viel.
Übertragen Herbstgrasmilben Krankheiten?
Bei uns gilt das als nicht belegt. Eine Bonner Arbeit hat zwar in einzelnen Larven Erbgut von Borrelien gefunden, also den Erregern der Borreliose. Ob die Larven die Borrelien aber tatsächlich weitergeben können, ist damit nicht gezeigt. Das Problem beim Pferd ist der Juckreiz und was beim Scheuern an Wunden entsteht.
Wie lange dauert es, bis die Haut wieder heil ist?
Wenn keine neuen Larven dazukommen und nichts entzündet ist, heilen die Stellen in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Hat sich das Pferd offen gescheuert oder ist eine Entzündung dazugekommen, dauert es länger. Wird es trotz Weidewechsel nach zwei Wochen nicht besser, sollte die Tierärztin draufschauen.
Kann ich Herbstgrasmilben auf der Weide bekämpfen?
Eine einfache und sichere Lösung für Pferdeweiden gibt es nicht. Mittel gegen Milben auf eine Koppel zu bringen, auf der Pferde grasen, ist keine gute Idee. Weil die Fundstellen oft über Jahre gleich bleiben, ist es praktischer, diese Stellen in der Milbenzeit zu meiden oder das Pferd dort nur kurz grasen zu lassen.
Quellen
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