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Haut, Fell und Hufe·15 Min. Lesezeit·14.10.2026

Strahlfäule beim Pferd: erkennen, behandeln, vorbeugen

Strahlfäule riecht faulig und kommt gern wieder. Was eine Studie mit 942 Pferden über die Ursachen zeigt, was hilft und wann der Huf zur Tierärztin muss.

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Balkengrafik zu einer Studie mit 942 Pferden: schlechte Hornqualität, nasser Stallboden, reine Stallhaltung und Stroh als Einstreu erhöhen die Chance auf Strahlfäule.
Balkengrafik zu einer Studie mit 942 Pferden: schlechte Hornqualität, nasser Stallboden, reine Stallhaltung und Stroh als Einstreu erhöhen die Chance auf Strahlfäule.

Strahlfäule ist eine Zersetzung des Strahlhorns durch Bakterien, die ohne Sauerstoff leben. Du erkennst sie an schwarzer, schmieriger Masse in den Strahlfurchen und an dem typischen fauligen Geruch. Begünstigt wird sie vor allem durch Nässe und Mist im Stall, wenig Bewegung und schwaches Horn. Die Behandlung besteht aus Ausschneiden, Sauberhalten und Trockenlegen. Ein Mittel allein bringt wenig, solange die Haltung gleich bleibt.

Strahlfäule ist viel häufiger, als man denkt. In einer niederländischen Studie haben Hufschmiede bei 942 Pferden ganz normal beim Bearbeiten nachgeschaut, und bei 45 Prozent war Strahlfäule zu finden. Damit war sie dort die häufigste Hufveränderung überhaupt. Die meisten Fälle waren leicht, aber gerade die leichten werden gern übersehen, bis es riecht. In diesem Beitrag steht, woran du Strahlfäule erkennst, was laut den Zahlen wirklich dahintersteckt, was du im Stall tun kannst und wo die Fütterung ins Spiel kommt.

Woran erkenne ich Strahlfäule beim Pferd?

Am Geruch und an der Farbe. Beim Auskratzen kommt aus den Strahlfurchen eine schwarze bis graue, schmierige Masse, die deutlich faulig riecht. Das Horn daneben ist weich, bröckelt oder lässt sich in Fetzen abziehen. Oft sind die Furchen tiefer als sonst, vor allem die mittlere Furche zwischen den Ballen.

Gesundes Strahlhorn ist gummiartig, fest und riecht nach Huf, mehr nicht. Ein bisschen Dreck in den Furchen ist normal, gerade wenn das Pferd gerade aus der Box kommt. Wichtig zu wissen: Der Geruch ist das sicherste Zeichen. Mist riecht nach Mist, Strahlfäule riecht süßlich faulig und bleibt auch an den Fingern hängen.

Woran du sonst noch denken solltest:

  • Mittlere Strahlfurche: Ist sie tief und schmal wie ein Spalt, sammelt sich dort Dreck, der nie richtig rauskommt. Hier sitzt die Strahlfäule besonders gern, und hier wird sie auch am häufigsten übersehen.
  • Seitliche Furchen: Werden sie weich und schmierig, ist das Horn dort meistens schon angegriffen.
  • Ballen: Manche Pferde reagieren beim Auskratzen empfindlich, wenn du an die Ballen kommst. Das kann ein Hinweis sein, dass es schon tiefer geht.
  • Gang: Ein Pferd mit tiefer Strahlfäule tritt oft lieber mit der Zehe zuerst auf, weil der Ballenbereich wehtut.

In leichten Fällen läuft das Pferd ganz normal, und genau deshalb lohnt es sich, beim täglichen Auskratzen einmal bewusst hinzuschauen und zu riechen.

Was ist die Ursache von Strahlfäule?

Strahlfäule entsteht, wenn Keime, die ohne Sauerstoff leben, in feuchtem, schlecht belüftetem Horn ideale Bedingungen finden. Diese Keime kommen in jedem Stall vor, im Boden und im Mist. Ob daraus Strahlfäule wird, entscheiden Feuchtigkeit, Sauberkeit, Bewegung, die Form des Hufs und die Qualität des Horns.

Welche Keime genau beteiligt sind, ist erstaunlich wenig untersucht. Eine Arbeit aus Südafrika (Petrov und Dicks, 2013) hat 14 Hufproben von Pferden mit Strahlfäule und 14 von gesunden Hufen verglichen. Das Bakterium Fusobacterium necrophorum fand sich in 5 der 14 kranken Proben und in einer gesunden. Dichelobacter nodosus, der Erreger der Moderhinke bei Schafen, war in keiner Probe. Das zeigt zweierlei: Fusobacterium spielt eine Rolle, aber es ist nicht in jedem Fall nachweisbar. Strahlfäule ist also eher ein Zusammenspiel aus mehreren Keimen und den Bedingungen im Huf.

Heißt für uns: Die Keime bekommst du aus dem Stall nie ganz raus. Was du in der Hand hast, sind die Bedingungen. Ein Strahl, der regelmäßig belastet wird, trocken steht und sauber ist, bietet diesen Keimen kaum Platz. Ein Strahl, der in einer engen, feuchten Furche den ganzen Tag Mist abbekommt, schon.

Was erhöht das Risiko für Strahlfäule?

Laut der Studie von Holzhauer und Kollegen mit 942 Pferden vor allem vier Dinge: schlechte Hornqualität, ein nasser Stallboden, dauerhafte Stallhaltung und Stroh als Einstreu. Am stärksten war der Zusammenhang mit schlechtem Horn, das ging mit einer rund 3,4-fach höheren Chance auf Strahlfäule einher.

Die Studie lief 2015 in den Niederlanden. 21 zertifizierte Hufschmiede haben im Winter und im Sommer jeweils ein Pferd pro Betrieb untersucht, und zwar ganz normal beim Bearbeiten. Das ist der große Vorteil dieser Arbeit: Es waren keine Klinikpferde, es waren ganz normale Freizeit-, Dressur- und Springpferde.

Faktor Vergleich Chance auf Strahlfäule (Odds Ratio)
Schlechte Hornqualität gegenüber gutem Horn 3,4
Nasser Stallboden gegenüber trockenem Boden 2,9
Etwas feuchter Stallboden gegenüber trockenem Boden 1,6
Dauerhaft im Stall gegenüber dauerhaft auf der Weide 1,7
Stroh als Einstreu gegenüber Leinstroh 1,5

Quelle: Holzhauer et al. 2017, Preventive Veterinary Medicine 140, S. 53 bis 59.

Eine Odds Ratio ist kein exaktes „so viel Prozent mehr“, aber sie zeigt gut, welche Punkte wie viel Gewicht haben. Und eins fällt auf: Leinstroh hat zwar weniger Strahlfäule gebracht, in derselben Studie aber mehr Probleme an der weißen Linie. Eine Einstreu, die alles richtig macht, gibt es also nicht. Entscheidend ist eher, wie trocken und sauber der Platz ist, auf dem das Pferd steht.

Wie behandle ich Strahlfäule richtig?

Zuerst kommt das kranke Horn weg, dann wird der Huf sauber und trocken gehalten. Lose, zersetzte Hornteile schneidet der Hufbearbeiter aus, damit Luft an die Furchen kommt. Danach täglich auskratzen, die Furchen säubern und ein desinfizierendes Mittel einbringen, bis wieder festes Horn nachgewachsen ist.

Das Ausschneiden ist der wichtigste Schritt, und den solltest du deinem Hufbearbeiter überlassen. Unter überhängenden Hornlappen bleibt es feucht, und da kommt kein Mittel der Welt hin. Gerade bei der mittleren Strahlfurche reicht der Hufkratzer oft nicht, weil sie so eng ist.

So gehe ich im Alltag vor:

  • Täglich auskratzen, am besten zweimal, und die Furchen mit einer harten Bürste sauber machen.
  • Trocken reinigen: Den Huf nach dem Säubern trocken werden lassen, bevor du etwas aufträgst. Auf nassem Dreck wirkt nichts.
  • Mittel gezielt einbringen: Mit einem Wattestäbchen, einem Tupfer oder einem dünnen Mullstreifen tief in die Furche, nicht nur oben drüber sprühen. Was nicht unten ankommt, bringt nichts.
  • Trockener Standplatz: Die Box täglich gründlich misten, nasse Stellen rausnehmen, und auf dem Paddock einen trockenen Bereich schaffen.
  • Bewegung: Jeder Schritt auf dem Strahl drückt ihn zusammen, presst Dreck raus und fördert die Durchblutung.

Welche Mittel helfen gegen Strahlfäule?

Bewährt haben sich Wasserstoffperoxid 3 % zum Reinigen der Furchen, dazu Jod oder Chlorhexidin zum Desinfizieren, alles aus der Apotheke. Wasserstoffperoxid schäumt den Dreck aus der Furche und bringt Sauerstoff hinein, und genau den mögen die Fäulniskeime nicht. Wichtig ist, dass das Mittel täglich und tief in die Furche kommt.

So setzt du die Mittel ein:

  • Wasserstoffperoxid 3 %: Nach dem Auskratzen mit einer Spritze ohne Nadel oder einer kleinen Sprühflasche in die Furchen geben, kurz schäumen lassen, dann mit der Bürste nacharbeiten. Danach den Huf trocken werden lassen. Nimm die 3-prozentige Lösung aus der Apotheke, höhere Konzentrationen verätzen das Gewebe.
  • Jod: Eine Povidon-Jod-Lösung aus der Apotheke auf einen Tupfer oder Mullstreifen geben und in die gereinigte Furche legen. Jod färbt braun, so siehst du auch gleich, wo es angekommen ist.
  • Chlorhexidin: Gibt es als Lösung in der Apotheke, wird genauso angewendet und färbt nicht.
  • Fertige Sprays und Tinkturen aus dem Fachhandel enthalten meistens einen dieser Wirkstoffe oder Chlorverbindungen. Schau auf das Etikett, was drin ist.

Wasserstoffperoxid gehört auf zersetztes Horn, nicht auf offene, rote oder blutende Stellen. Dort schadet es auch den gesunden Zellen, und wenn es schon so tief geht, ist ohnehin die Tierärztin dran.

Wichtig zu wissen: Wie gut diese Mittel gegen Strahlfäule wirken, ist am Pferd nicht verglichen worden. Eine kleine Untersuchung an 11 Pferden (Isola und Kollegen, 2021) hat geprüft, wie gut sich der Strahl vor einer Operation keimarm machen lässt. Mit Jod allein hat das kaum geklappt, mit Chlorhexidin nur bei einem Teil der Pferde. Das zeigt, wie viele Keime im Strahl sitzen, und warum das Ausschneiden und Trockenhalten so wichtig sind. Das Mittel kommt obendrauf.

Finger weg von Formalin und allem, was stark nach Lösungsmittel riecht. Das macht das Horn spröde und kann gesundes Gewebe verätzen. Kupfersulfat ist ätzend und giftig für Gewässer, das gehört nur in erfahrene Hände. Mehr zu dem Thema, was Pflegemittel am Horn machen, steht im Beitrag über trockene Hufe.

Helfen Hausmittel wie Apfelessig, Zucker oder Lehm gegen Strahlfäule?

Untersucht ist davon nichts. Apfelessig, Zucker, Kernseife, Teebaumöl oder Lehm werden in vielen Ställen genommen, Studien dazu gibt es beim Pferd nicht. Ob ein Hausmittel klappt, hängt meistens daran, dass nebenbei auch täglich ausgekratzt, sauber gemacht und trocken gestellt wird.

Ich verstehe total, warum Hausmittel beliebt sind: Sie sind günstig, man hat sie im Schrank und muss nichts bestellen. Aber man sollte sie richtig einordnen.

  • Apfelessig ist eine verdünnte Säure. Auf intaktem Horn ist er meistens harmlos, auf offenen Stellen und an der empfindlichen Lederhaut brennt er. Mehr dazu steht im Beitrag über Apfelessig beim Pferd.
  • Zucker wird gern in die Furchen gestreut. Die Idee dahinter ist, dass er Wasser bindet. Am Pferdehuf geprüft ist das nicht, und im Stall zieht Zucker Fliegen an.
  • Lehm hält Feuchtigkeit im Huf. Bei trockenen Hufen kann das sinnvoll sein, bei Strahlfäule ist es eher das Gegenteil von dem, was du willst.
  • Teebaumöl und andere ätherische Öle sind am Huf nicht untersucht und können auf gereizter Haut selbst Probleme machen.

Heißt für uns: Ein Hausmittel kann man probieren, wenn die Strahlfäule leicht ist und das Pferd normal läuft. Wenn es nach zwei, drei Wochen nicht deutlich besser ist, ist das ein Zeichen, dass am Ablauf im Stall etwas nicht passt oder dass es tiefer geht als gedacht.

Was hat die Fütterung mit Strahlfäule zu tun?

Direkt verursacht die Fütterung keine Strahlfäule, dafür braucht es Keime und feuchtes Horn. Aber die Hornqualität hängt an der Versorgung, und schlechtes Horn war in der großen Studie der stärkste Risikofaktor. Wer immer wieder Strahlfäule hat, sollte deshalb auch in die Ration schauen.

Für festes, dichtes Horn braucht der Körper genug Eiweiß mit schwefelhaltigen Aminosäuren, dazu Zink, Kupfer und Biotin. Zur Einordnung die GfE-Empfehlung für den Erhaltungsbedarf eines Pferdes mit 500 kg: 425 mg Zink und 105 mg Kupfer am Tag. Das Verhältnis von Zink zu Kupfer sollte bei etwa 4 zu 1 liegen. Wie viel davon dein Heu schon mitbringt und wie viel das Mineralfutter ergänzen muss, sieht man keinem Etikett an. Das zeigt sich erst, wenn man die Ration sauber berechnet.

Biotin wird für ein Großpferd meist mit 15 bis 20 mg am Tag gefüttert. Wichtig zu wissen: Das Horn am Strahl und an der Wand wächst langsam nach, sichtbare Veränderungen dauern viele Monate. Wer Biotin nach vier Wochen wieder absetzt, weil sich nichts tut, hat zu früh aufgehört. Ausführlich steht das im Beitrag über schlechte Hufe.

Woran du ein passendes Mineralfutter erkennst und wie du eine Deklaration liest, erkläre ich im Beitrag über Mineralfutter.

Warum kommt Strahlfäule immer wieder?

Weil sich meistens an den Bedingungen nichts geändert hat. Wenn das Pferd nach der Behandlung wieder auf nassem Boden steht, lange Bearbeitungsabstände hat, wenig läuft oder eine tiefe, enge mittlere Strahlfurche behält, sammeln sich dort sofort wieder Dreck und Keime.

Typische Gründe, die ich mir anschauen würde:

  • Enge Trachten und schmaler Strahl: Ein Huf mit untergeschobenen oder eingezogenen Trachten hat oft einen schmalen, kaum belasteten Strahl mit einer tiefen Spalte in der Mitte. Da hilft vor allem eine gute Bearbeitung über mehrere Termine.
  • Zu lange Abstände beim Hufbearbeiter: Überhängendes Horn schließt die Furchen ab. In der niederländischen Studie hingen lange Abstände von 8 bis 10 Wochen auch mit anderen Hufproblemen zusammen.
  • Dauerhaft feucht unter Hufschuh, Polster oder Einlage: Unter allem, was den Strahl abdeckt, bleibt es feucht und dunkel. Hufschuhe gehören nach dem Reiten wieder runter, und die Hufe sollten danach trocken werden.
  • Matschige Bereiche auf dem Paddock: Vor allem an der Tränke, am Heu und am Tor. Ein paar Platten oder ein Paddockgitter an diesen Stellen ändern oft mehr als jede Tinktur.
  • Wenig Bewegung: Ein Pferd, das 20 Stunden in der Box steht, belastet den Strahl kaum. Dauerhafte Stallhaltung war in der Studie ebenfalls ein Risikofaktor.

Wenn du alle diese Punkte im Griff hast und die Strahlfäule trotzdem nicht weggeht, lass genauer nachschauen. Dann kann es sein, dass es tiefer sitzt oder etwas anderes dahintersteckt.

Wann muss ich mit Strahlfäule zur Tierärztin?

Sobald das Pferd lahmt, der Strahl blutet, sich beim Säubern empfindliches Gewebe zeigt oder die Fäulnis bis in die Ballen reicht. Dann ist die Lederhaut betroffen, und das gehört in tierärztliche Hände. Auch Wucherungen am Strahl müssen angeschaut werden, weil dahinter Hufkrebs stecken kann.

Hufkrebs sieht anders aus als Strahlfäule. Dort wächst weiches, weißlich graues, oft blumenkohlartiges Gewebe, das leicht blutet und sehr unangenehm riecht. In der niederländischen Studie hatte rund 1 Prozent der Pferde Hufkrebs. Er ist also selten, aber er wird oft lange als hartnäckige Strahlfäule behandelt. Die Ursache ist bis heute nicht geklärt, und die Behandlung ist deutlich aufwendiger.

Bei diesen Zeichen rufst du die Tierärztin:

  • Lahmheit, Fühligkeit oder deutliche Schmerzen beim Auskratzen
  • Blut oder rotes, empfindliches Gewebe in der Furche
  • Fäulnis, die bis in die Ballen oder unter die Sohle zieht
  • Schwellung am Kronrand oder an der Fessel
  • Wucherungen am Strahl
  • keine Besserung nach drei bis vier Wochen konsequenter Pflege

Und bei tiefer Strahlfäule bitte einmal den Tetanusschutz prüfen. Wo die Lederhaut offen liegt und Mist dran kommt, ist das genauso ein Thema wie bei jeder anderen Wunde.

Wie kann ich Strahlfäule vorbeugen?

Mit einem trockenen, sauberen Standplatz, täglichem Auskratzen, viel Bewegung, regelmäßiger Hufbearbeitung im passenden Abstand und einer Ration, die das Horn gut versorgt. Das klingt unspektakulär, aber genau diese Punkte stecken hinter den Risikofaktoren aus der Studie.

Was sich bewährt hat:

  • Täglich auskratzen und dabei riechen. So erwischst du Strahlfäule ganz am Anfang, wenn ein paar Tage Sauberkeit oft schon reichen.
  • Box und Paddock trocken halten. Nasse Stellen täglich raus, Einstreu großzügig genug, dass das Pferd nicht im eigenen Urin steht.
  • Bearbeitung im passenden Abstand. Meist sind es sechs bis acht Wochen, frag deinen Hufbearbeiter, was für dein Pferd passt.
  • Bewegung und Auslauf. Je mehr das Pferd läuft, desto besser wird der Strahl belastet und durchblutet.
  • Hufschuhe und Polster nicht dauerhaft drauflassen.
  • Die Ration einmal sauber durchrechnen, vor allem Zink, Kupfer und Eiweiß.

Bei Mauke in der Fesselbeuge spielen übrigens oft dieselben Punkte rein: Nässe, Matsch und eine knappe Versorgung mit Zink. Wie das zusammenhängt, steht im Beitrag über Mauke beim Pferd.

Häufige Fragen

Ist Strahlfäule ansteckend?

Nicht im klassischen Sinn. Die beteiligten Keime leben ohnehin im Boden und im Mist und finden sich in jedem Stall. Ob ein Pferd Strahlfäule bekommt, hängt an seinem Huf und seinem Standplatz. Wenn mehrere Pferde im selben Stall betroffen sind, spricht das eher für gemeinsame Bedingungen wie nassen Boden oder wenig Auslauf.

Wie lange dauert es, bis Strahlfäule weg ist?

Leichte Strahlfäule ist bei täglicher Pflege und trockenem Standplatz oft in zwei bis drei Wochen deutlich besser. Ist das Horn tief zerstört, dauert es so lange, bis neues, festes Strahlhorn nachgewachsen ist, und das sind eher Monate. Wird es nach drei bis vier Wochen nicht besser, sollte die Tierärztin draufschauen.

Darf ich mein Pferd mit Strahlfäule reiten?

Bei leichter Strahlfäule und einem Pferd, das klar läuft, in der Regel ja. Bewegung ist sogar gut, weil der Strahl dabei belastet und besser durchblutet wird. Lieber auf trockenem Boden reiten und danach die Hufe auskratzen. Lahmt das Pferd oder ist der Strahl empfindlich, ist Pause und eine Untersuchung dran.

Was ist das beste Mittel gegen Strahlfäule?

Bewährt haben sich Wasserstoffperoxid 3 % zum Reinigen der Furchen und Jod oder Chlorhexidin zum Desinfizieren. Ein Vergleich der Mittel am Pferd fehlt aber. Entscheidend ist, dass das kranke Horn ausgeschnitten wird, die Furchen täglich sauber sind und das Mittel tief in die Furche kommt. Mittel mit Formalin solltest du meiden, sie machen das Horn spröde.

Kann Strahlfäule vom Futter kommen?

Direkt nicht. Für Strahlfäule braucht es Keime und feuchtes, schlecht belüftetes Horn. Die Fütterung bestimmt aber mit, wie fest und dicht das Horn ist, und schlechte Hornqualität war in einer Studie mit 942 Pferden der stärkste Risikofaktor. Bei immer wiederkehrender Strahlfäule lohnt sich deshalb ein Blick auf Zink, Kupfer, Eiweiß und Biotin in der Ration.

Was ist der Unterschied zwischen Strahlfäule und Hufkrebs?

Bei Strahlfäule zerfällt das Horn und wird schwarz und schmierig. Bei Hufkrebs wächst weiches, weißlich graues, oft blumenkohlartiges Gewebe, das leicht blutet. Hufkrebs ist deutlich seltener, braucht aber immer die Tierärztin. Wenn eine vermeintliche Strahlfäule trotz guter Pflege wuchert oder blutet, lass das abklären.

Welches fertige Spray gibt es für die Hufhygiene?

Wer lieber ein fertiges Spray nimmt als Mittel aus der Apotheke, findet bei Bäralis ein Huf-Spray mit hypochloriger Säure als Wirkstoff. Es wird auf den ausgekratzten, gereinigten und trockenen Huf gesprüht, auf Strahl, Sohle und weiße Linie. Mit meinem Code bekommst du dort Rabatt.

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Quellen

  • Holzhauer M, Bremer R, Santman-Berends I, Smink O, Janssens I, Back W (2017): Cross-sectional study of the prevalence of and risk factors for hoof disorders in horses in The Netherlands. Preventive Veterinary Medicine 140, 53 bis 59.
  • Petrov KK, Dicks LM (2013): Fusobacterium necrophorum, and not Dichelobacter nodosus, is associated with equine hoof thrush. Veterinary Microbiology 161, 350 bis 352.
  • Styková E et al. (2026): Etiological and immunological aspects of equine hoof canker. Veterinary Research Communications 50, 606.
  • Isola M et al. (2021): Colloidal Iron Oxide Formulation for Equine Hoof Disinfection. Animals 11, 766.
  • GfE (2014): Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Pferden.

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