
Karotten, Äpfel, Bananen und Rote Bete dürfen Pferde fressen. Ein gesundes Pferd verträgt davon jeden Tag ein, zwei Stück ohne Probleme, Karotten auch mehr. Der Unterschied liegt im Zucker: Eine Banane bringt rund 21 Gramm Zucker und Stärke mit, eine Möhre rund 6. Wichtiger als die Sorte ist, wie du schneidest, damit nichts im Schlund stecken bleibt, und dass du die paar Sachen kennst, die wirklich giftig sind.
Im Herbst steht in vielen Ställen wieder die Kiste mit Möhren, dazu kommen Fallobst, die überreifen Bananen aus der Küche und neuerdings Rote Bete, weil irgendwo stand, die sei gut fürs Blut. Und dann kommt jedes Mal die Frage, wie viel davon okay ist. Ich hab mir deshalb für die gängigen Sorten die Nährwerte angeschaut und auf ein Stück umgerechnet, so wie du es tatsächlich in der Jackentasche hast. Das Ergebnis siehst du oben in der Tabelle, und es erklärt ganz gut, warum die Banane bei mir als Leckerli eher hinten steht und die Möhre vorne.
Welches Obst und Gemüse dürfen Pferde fressen?
Gut geeignet sind Karotten, Äpfel, Birnen, Bananen, Rote Bete, Pastinaken, Gurke, Sellerie, Fenchel und Speisekürbis. Alles roh, sauber und ohne Schimmel, in kleinen Mengen als Leckerli oder im Winter als Saftfutter. Nicht ins Pferdemaul gehören Zwiebeln, Lauch, Knoblauch, Avocado, Kohl in größeren Mengen, rohe Kartoffeln und Zierkürbis.
Pferde sind auf Raufutter eingestellt. Obst und Gemüse sind dazu eine Ergänzung, sie bringen Wasser, etwas Zucker und je nach Sorte ein paar Vitamine mit, aber kaum Faser im Verhältnis zur Menge. Eine Möhre besteht zu rund 88 Prozent aus Wasser. Rechnet man das Wasser raus, ist die Hälfte der Trockenmasse Zucker und Stärke. Als Leckerli ist das völlig in Ordnung, in großen Mengen wird es zur Zuckerquelle.
Wichtig zu wissen: Viele Listen im Netz werfen alles in einen Topf, was der Mensch isst. Bei Pferden kommt es aber auf drei Dinge an, nämlich den Zucker, die Form, in der du es gibst, und bei einigen wenigen Pflanzen auf Inhaltsstoffe, die Pferden wirklich schaden. Um diese drei Punkte geht es in diesem Beitrag.
Wie viel Zucker haben Karotten, Äpfel und Bananen?
Je Stück gerechnet bringt eine Möhre von 100 Gramm rund 5 Gramm Zucker und 1 Gramm Stärke mit, eine Rote Bete von 150 Gramm rund 10 Gramm Zucker, ein Apfel von 150 Gramm rund 16 Gramm und eine geschälte Banane von 120 Gramm rund 15 Gramm Zucker und 6 Gramm Stärke. Die Banane hat damit gut dreimal so viel wie die Möhre.
| Leckerli | Menge | Zucker | Stärke | zusammen |
|---|---|---|---|---|
| Möhre | 1 Stück, etwa 100 g | 5 g | 1 g | 6 g |
| Rote Bete | 1 Knolle, etwa 150 g | 10 g | kaum | 10 g |
| Birne | 1 Stück, etwa 150 g | 15 g | kaum | 15 g |
| Apfel | 1 Stück, etwa 150 g | 16 g | kaum | 16 g |
| Banane, reif | 1 Stück geschält, etwa 120 g | 15 g | 6 g | 21 g |
Damit du die Zahlen einordnen kannst: Ein Pferd, das am Tag 9 Kilo Heu mit 10 Prozent Zucker in der Trockenmasse frisst, nimmt allein über das Heu rund 800 Gramm Zucker auf. Eine Möhre fällt da rechnerisch kaum ins Gewicht, eine Schüssel mit drei Bananen und zwei Äpfeln dagegen schon eher, das sind rund 95 Gramm auf einen Schlag.
Bei Bananen kommt noch etwas dazu. Je grüner die Banane, desto mehr Stärke und desto weniger Zucker. Eine reife Banane mit braunen Punkten hat fast nur noch Zucker. Für das Pferd ist beides schnell verfügbar, die Summe bleibt ungefähr gleich.
Wie viele Karotten darf ein Pferd am Tag fressen?
Ein gesundes Pferd im passenden Gewicht verträgt ein, zwei Möhren am Tag ohne jedes Problem. Im Winter, wenn es kein Gras gibt, geht bei gesunden Pferden auch ein Kilo am Tag als Saftfutter, verteilt auf mehrere Portionen. Das sind rund 60 Gramm Zucker und Stärke, und die rechnest du in der Ration mit.
Eine feste Obergrenze aus Studien gibt es für Möhren beim Pferd nicht. Die Mengen oben sind Erfahrungswerte und gelten für Pferde ohne Vorgeschichte, die nicht abnehmen sollen. Bei einem Pferd, das zu dick ist, sind auch Möhren Energie, und die zählt mit.
Warum Möhren im Winter überhaupt Sinn machen: Frisches Gras ist reich an Beta-Carotin, der Vorstufe von Vitamin A. Im Heu wird es bei der Trocknung und Lagerung zum großen Teil abgebaut, je länger das Heu liegt, desto weniger ist drin. Eine Möhre von 100 Gramm enthält rund 8 Milligramm Beta-Carotin. Nach den US-Empfehlungen braucht ein 500-Kilo-Pferd rund 15.000 Einheiten Vitamin A am Tag, und das Pferd macht aus einem Milligramm Beta-Carotin nur rund 333 Einheiten. Rechnerisch kommst du damit mit gut einem halben Kilo Möhren an den Tagesbedarf heran. Wenn dein Mineralfutter Vitamin A enthält, ist das ohnehin abgedeckt, die Möhre ist dann eher ein schöner Zusatz.
Übrigens: Wenn Pferde sehr viele Möhren fressen, kann sich die helle Haut an Maul und Nüstern leicht orange färben. Das ist harmlos und geht wieder weg, wenn die Menge kleiner wird.
Dürfen Pferde Bananen essen?
Ja, Pferde dürfen Bananen essen, auch mit Schale. Eine Banane ist aber das zuckerreichste Leckerli in der Liste oben, rund 21 Gramm Zucker und Stärke je Stück. Für ein gesundes Pferd ist eine halbe oder ganze Banane ab und zu kein Problem, als tägliche Belohnung würde ich eher zur Möhre greifen.
Viele geben Bananen gerne, um Tabletten oder Pulver zu verstecken, weil die Masse weich ist und gut am Pulver klebt. Dafür ist ein kleines Stück völlig in Ordnung. Die Schale fressen manche Pferde mit, andere spucken sie aus. Wenn dein Pferd die Schale mitfrisst, nimm Bananen in Bio-Qualität, weil konventionelle Bananen nach der Ernte oft mit Mitteln gegen Schimmel behandelt werden, und die sitzen auf der Schale.
Bananen haben viel Kalium, rund 360 Milligramm je 100 Gramm. Deshalb liest man oft, sie seien für Pferde mit der Erbkrankheit HYPP verboten, die vor allem bei Quarter Horses vorkommt. Zum Vergleich: 9 Kilo Heu liefern je nach Aufwuchs rund 100 bis 200 Gramm Kalium am Tag, eine Banane rund ein halbes Gramm. Bei diesen Pferden legt die Tierärztin den Kaliumrahmen der ganzen Ration fest, und da spielt das Heu die Hauptrolle.
Dürfen Pferde Rote Bete fressen?
Ja, Rote Bete dürfen Pferde fressen, roh oder gekocht ohne Salz, in Scheiben oder Stiften geschnitten. Eine Knolle hat rund 10 Gramm Zucker und ist damit ein gutes Mittelmaß. Zwei Dinge solltest du wissen: Rote Bete gehört zu den Gemüsen mit viel Nitrat, und die Blätter enthalten deutlich mehr Oxalsäure als die Knolle.
Rote Bete wird oft für die Blutbildung empfohlen, wegen des Eisens. Das ist aber ganz ehrlich ein Mythos. Eine Knolle von 150 Gramm enthält gut 1 Milligramm Eisen. Der Bedarf eines 500-Kilo-Pferdes liegt bei rund 400 Milligramm am Tag, und den deckt das Heu in aller Regel mehrfach. Eisenmangel durch Futter ist beim Pferd extrem selten, eher hat man zu viel Eisen in der Ration. Die rote Farbe kommt vom Farbstoff Betanin, mit Blut hat sie nichts zu tun.
Zum Nitrat: Bei Roter Bete misst man im Mittel rund 1.260 Milligramm je Kilo, einzelne Proben liegen über 3.000. Eine Knolle als Leckerli ist für ein Pferd kein Thema. Ich würde Rote Bete aber nicht kiloweise füttern, und schon gar nicht dann, wenn das Pferd gleichzeitig auf stark gedüngter Weide steht oder Brunnenwasser mit viel Nitrat bekommt.
Die Blätter würde ich weglassen. Oxalsäure bindet Calcium, und das brauchst du in der Ration nicht noch zusätzlich zu verlieren.
Wichtig zu wissen: Pferdeurin färbt sich auf Schnee oder heller Einstreu von selbst rötlich braun, wenn er an der Luft steht. Das ist normal und hat nichts mit Roter Bete zu tun.
Was ist mit Kürbis, Birnen, Gurke und Sellerie?
Speisekürbis wie Hokkaido oder Butternut, Birnen, Gurke, Sellerie, Fenchel und Pastinaken dürfen Pferde fressen. Gurke und Sellerie haben kaum Zucker und eignen sich gut für Pferde, bei denen du sparen musst. Birnen liegen beim Zucker auf Höhe des Apfels. Zierkürbis ist dagegen tabu.
Ein paar Hinweise zu den einzelnen Sorten:
- Speisekürbis: roh in Stücken, ohne Schale geht es leichter. Die Kerne sind unproblematisch. Kosten kannst du vorher selbst ein kleines Stück: Schmeckt der Kürbis bitter, kommt er weg. Bitterkeit zeigt Cucurbitacine an, das sind die Giftstoffe aus Zierkürbissen, und die können sich auch in Speisekürbisse einkreuzen, wenn im Garten beides wächst.
- Zierkürbis aus der Herbstdeko: nicht verfüttern. Fallberichte beim Pferd habe ich keine gefunden, beim Menschen lösen Cucurbitacine heftigen Durchfall und Erbrechen aus, und Pferde können nicht erbrechen.
- Birnen: wie Äpfel, geviertelt, ohne fauligen Stellen.
- Gurke und Sellerie: wenig Zucker, viel Wasser. Staudensellerie in kurze Stücke schneiden, die Fäden können sich sonst im Maul verhaken.
- Pastinaken und Petersilienwurzel: werden behandelt wie Möhren.
- Fenchel: Knolle und Grün gehen beide, viele Pferde mögen den Geruch.
Fallobst von der Wiese ist ein eigenes Thema. Gärende Äpfel und Birnen, die schon braun und matschig sind, haben Hefen und Alkohol, und bei großen Mengen kommt viel Zucker auf einmal zusammen. Unter Obstbäumen auf der Weide sammelst du das Fallobst deshalb regelmäßig ab.
Welches Obst und Gemüse ist für Pferde giftig?
Wirklich gefährlich für Pferde sind Avocado mit Schale, Kern und Laub, Zwiebeln, Lauch und Knoblauch in größeren Mengen, rohe Kartoffeln mit grünen Stellen oder Keimen und Zierkürbis. Dazu kommen Rhabarberblätter und Tomatenpflanzen. Kohl ist nicht giftig, macht aber in größeren Mengen viel Gas im Darm.
| Lebensmittel | Was darin steckt | Was passieren kann |
|---|---|---|
| Avocado | Persin, vor allem in Blättern, Schale und Kern | Koliken, Herzrhythmusstörungen, Schwellungen am Kopf, auch Todesfälle sind beschrieben |
| Zwiebeln, Lauch, Knoblauch | Schwefelverbindungen | Schädigung der roten Blutkörperchen, Blutarmut |
| Rohe Kartoffeln, grüne Stellen, Keime | Solanin | Verdauungsstörungen, in größeren Mengen Nervenstörungen |
| Rhabarberblätter | viel Oxalsäure | bindet Calcium, Nierenbelastung |
| Tomatenpflanze, unreife Tomaten | Solanin, Tomatin | Verdauungsstörungen |
| Zierkürbis | Cucurbitacine | starker Durchfall |
| Kohl in größeren Mengen | gärt stark | Blähungen, Kolik |
| Steinobst mit Kern | Blausäure im Kern, harter Kern | Schlundverstopfung, bei vielen zerbissenen Kernen Vergiftung |
Bei Steinobst ist der harte Kern meist das größere Problem als die Blausäure, Pflaumen und Kirschen also nur entsteint. Mit Laub und Zweigen von Obstbäumen ist das wieder eine andere Geschichte, welkes Laub von Kirsche und Pflaume ist für Pferde besonders kritisch. Dazu steht alles im Beitrag über Sträucher und Bäume für Pferde.
Zitrusfrüchte, Ananas und Weintrauben sind nicht giftig, haben aber viel Säure oder Zucker. Ich würde sie einfach weglassen, es gibt bessere Leckerli. Was für Walnüsse, Paranüsse und Eicheln gilt, steht im Beitrag über Nüsse für Pferde. Und Küchenreste mit Salz, Öl, Gewürzen oder Soße gehören sowieso nicht in den Trog, da gilt dasselbe wie beim Brot für Pferde.
Wie schneide ich Karotten und Äpfel richtig für mein Pferd?
Karotten entweder ganz geben oder der Länge nach in Stifte schneiden, niemals in runde Scheiben. Äpfel vierteln oder ganz geben. Runde, harte Stücke in der Größe einer Murmel sind genau die Form, die im Schlund stecken bleibt. Das Risiko ist bei gierigen Fressern und Pferden mit schlechten Zähnen am größten.
Eine Schlundverstopfung entsteht, wenn ein Brocken in der Speiseröhre hängen bleibt. Das Pferd würgt, streckt den Hals lang, hustet, und Speichel mit Futterbrei läuft aus den Nüstern. Das ist immer ein Fall für die Tierärztin. Runde Möhrenscheiben sind dafür ein Klassiker, weil das Pferd sie kaum kaut und sie glatt genug sind, um weit zu rutschen.
So machst du es sicher:
- Möhren: ganz, dann beißt das Pferd selbst ab und kaut, oder längs geviertelt in lange Stifte.
- Äpfel und Birnen: geviertelt oder ganz. Das Kerngehäuse kann dran bleiben, die paar Kerne sind kein Problem.
- Rote Bete: in Stifte oder dünne Spalten, nicht in Würfel.
- Ältere Pferde mit wenig Zähnen: Möhren grob raspeln und unter das eingeweichte Futter mischen.
- Im Winter: nichts Gefrorenes geben. Gefrorene Möhren und Äpfel sind steinhart und kalt im Magen. Die Kiste also frostfrei lagern.
Wenn mehrere Pferde zusammenstehen, verteil das Gemüse nicht als Haufen auf der Wiese. Dann schlingt jeder, damit ihm keiner was wegnimmt, und genau das willst du vermeiden.
Was gebe ich, wenn Zucker niedrig bleiben soll?
Wenn bei deinem Pferd Zucker und Stärke in der Ration niedrig bleiben sollen, sind Gurke, Sellerie und Fenchel die erste Wahl beim Gemüse. Noch besser eignen sich Heucobs ohne Melasse, ein paar Halme gutes Heu oder Zweige von Sträuchern, die Pferde fressen dürfen. Möhren und Äpfel gibt es dann nur als kleines Stück zur Belohnung.
Ich sag das ganz ehrlich: Das Problem ist selten die eine Möhre. Das Problem sind die vielen kleinen Portionen, die keiner zusammenrechnet. Die Besitzerin gibt einen Apfel, die Reitbeteiligung eine Banane, und das Kind im Stall bringt noch Möhren mit. Wenn bei dir mehrere Leute füttern, sprich das ab und leg fest, wer was gibt.
Ein paar Ideen, die sich bewährt haben:
- Heucobs oder Wiesencobs: trocken aus der Hand, eine Handvoll in der Jackentasche reicht für eine ganze Reitstunde. Worauf du beim Kauf achtest, steht im Beitrag über Heucobs.
- Gurkenstücke: fast nur Wasser, viele Pferde finden sie spannend.
- Ein paar Halme gutes Heu: klingt unspektakulär, funktioniert aber bei vielen Pferden genauso gut wie ein Leckerli, wenn es aus der Hand kommt.
- Zweige zum Knabbern: Weide, Hasel oder Birke beschäftigen das Pferd viel länger als jedes Leckerli und bringen Faser statt Zucker.
Wenn dein Pferd eher zu rund ist, lohnt sich ein Blick auf die ganze Ration und nicht nur auf die Leckerli. Woran du siehst, ob es Fett, ein voller Bauch oder Muskulatur ist, steht im Beitrag über den Heubauch beim Pferd.
Wann muss die Tierärztin kommen?
Sofort bei Würgen, lang gestrecktem Hals oder Futterbrei aus den Nüstern nach einem Leckerli, das spricht für eine Schlundverstopfung. Ebenso, wenn dein Pferd Avocado, Zwiebeln oder eine größere Menge Zierkürbis erwischt hat, und wenn es sich an einem großen Haufen Obst oder Gemüse überfressen hat.
Achte nach so einem Vorfall auf:
- Würgen, Husten beim Fressen, Speichel oder Futter aus den Nüstern
- Scharren, Umschauen zum Bauch, Schwitzen, häufiges Hinlegen
- Durchfall oder sehr weichen, sauer riechenden Kot
- warme Hufe, deutliche Pulsation an der Fessel, klammer Gang
- blasse oder gelbliche Schleimhäute, Schwäche, schneller Atem
Bei Verdacht auf Schlundverstopfung nimmst du sofort alles Futter und Wasser weg, bis die Tierärztin da ist. Hat dein Pferd einen ganzen Eimer Äpfel oder eine Kiste Möhren auf einmal gefressen, rufst du an, auch wenn es noch völlig normal wirkt. Die Folgen einer Zuckerüberladung im Darm zeigen sich oft erst nach Stunden, an den Hufen manchmal erst nach ein bis drei Tagen. Wie das zusammenhängt, steht im Beitrag über Hufrehe beim Pferd.
Woher stammen die Angaben in diesem Beitrag?
Die Nährwerte für Möhre, Apfel, Birne, Banane und Rote Bete sind die Werte für rohe Ware aus der Datenbank FoodData Central des US-Landwirtschaftsministeriums, umgerechnet auf ein durchschnittliches Stück. Die Werte schwanken je nach Sorte, Reife und Lagerung, die Tabelle zeigt also die Größenordnung und keine Laborwerte.
Der Vitamin-A-Bedarf von 30 Einheiten je Kilo Körpergewicht stammt aus den Empfehlungen des National Research Council von 2007, die Umrechnung von 333 Einheiten je Milligramm Beta-Carotin aus Fonnesbeck und Symons 1967. Der Nitratgehalt der Roten Bete ist der Median aus einer polnischen Überwachungsstudie von 2012 bis 2019, die EFSA beschreibt in ihrem Gutachten von 2008 dieselbe Größenordnung. Die Angaben zur Avocado stützen sich auf das MSD Veterinary Manual und einen Fallbericht über drei Pferde von der Jahrestagung der AAEP 2013. Für Zierkürbis gibt es beim Pferd keine Fallserien, die Einordnung beruht auf den Warnungen der französischen Lebensmittelbehörde ANSES zu Vergiftungen beim Menschen.
Häufige Fragen zu Obst und Gemüse für Pferde
Wie viele Karotten darf ein Pferd am Tag?
Ein gesundes Pferd im passenden Gewicht verträgt ein, zwei Möhren am Tag problemlos, im Winter als Saftfutter auch ein Kilo, verteilt auf mehrere Portionen. Bei Pferden, bei denen Zucker niedrig bleiben soll oder die abnehmen müssen, bleibt es bei einem kleinen Stück als Belohnung.
Dürfen Pferde Bananenschalen fressen?
Ja, die Schale ist für Pferde nicht giftig. Viele Pferde fressen sie mit, manche spucken sie aus. Nimm in dem Fall Bananen in Bio-Qualität, weil konventionelle Bananen nach der Ernte oft mit Mitteln gegen Schimmel behandelt werden, die auf der Schale sitzen.
Ist Rote Bete gut für das Blut von Pferden?
Nein, das ist ein Mythos. Eine Knolle enthält gut 1 Milligramm Eisen, ein 500-Kilo-Pferd braucht rund 400 Milligramm am Tag, und die liefert das Heu in der Regel mehrfach. Die rote Farbe stammt vom Farbstoff Betanin. Als Leckerli ist Rote Bete trotzdem in Ordnung.
Dürfen Pferde gekochtes Gemüse essen?
Gekochte Möhren, Rote Bete oder Kürbis ohne Salz, Öl und Gewürze sind für Pferde unproblematisch und für ältere Pferde mit schlechten Zähnen sogar leichter zu fressen. Gekochte Kartoffeln gehören nicht dazu, sie haben sehr viel aufgeschlossene Stärke. Reste vom eigenen Teller gibst du nicht.
Warum soll man Karotten nicht in Scheiben schneiden?
Runde, harte Scheiben werden von vielen Pferden kaum gekaut und können im Schlund stecken bleiben. Das ist dann eine Schlundverstopfung und ein Fall für die Tierärztin. Gib Möhren deshalb ganz oder schneide sie der Länge nach in Stifte.
Dürfen Pferde Äpfel mit Kerngehäuse fressen?
Ja. In Apfelkernen steckt zwar etwas Amygdalin, aus dem Blausäure entstehen kann, die Menge in ein paar Äpfeln ist für ein Pferd aber unbedenklich. Vorsichtig sein musst du bei Steinobst: Pflaumen, Kirschen und Aprikosen nur ohne Kern geben.
Ist Obst im Winter sinnvoll für Pferde?
Als Abwechslung ja, wenn es kein frisches Gras gibt. Möhren bringen dann Beta-Carotin, das im Heu über die Lagerzeit weniger wird. Ein Ersatz für Mineralfutter ist Obst und Gemüse aber nicht, dafür sind die Mengen an Spurenelementen viel zu gering.


