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Kritische Futtermittel·15 Min. Lesezeit·19.10.2026

Pferdeleckerli selber machen ohne Zucker: 5 einfache Rezepte

Pferdeleckerli ohne Zucker, ohne Mehl und ohne Backen: fünf Rezepte mit Heucobs, Banane, Apfel und Möhre, mit Mengen, Haltbarkeit und was bei EMS geht.

Grafik: Zucker und Stärke je Portion. Ein Bananen-Heucobs-Happen rund 1 g, 30 g Heucobs unter 3 g, eine Möhre 6 g, ein Apfel 16 g, eine Handvoll Rosinen rund 18 g Zucker, eine Banane 21 g.
Grafik: Zucker und Stärke je Portion. Ein Bananen-Heucobs-Happen rund 1 g, 30 g Heucobs unter 3 g, eine Möhre 6 g, ein Apfel 16 g, eine Handvoll Rosinen rund 18 g Zucker, eine Banane 21 g.

Pferdeleckerli selber machen geht ohne Zucker, ohne Melasse und in den meisten Fällen auch ohne Mehl und Haferflocken. Die Grundlage sind eingeweichte Heucobs, dazu kommt ein bisschen Möhre, Apfel oder Banane für den Geschmack und ein Löffel getrocknete Kräuter. Unten findest du fünf Rezepte, die du ohne Backofen machst, jeweils mit Mengen und Schritten. Ein Happen aus dem Bananen-Rezept bringt rund 1 Gramm Zucker und Stärke mit, eine ganze Banane 21 Gramm.

Die meisten Rezepte, die im Herbst und vor Weihnachten geteilt werden, arbeiten mit Haferflocken, Mehl, Honig oder Apfelmus. Die sehen hübsch aus, für Pferde sind es aber eher Plätzchen. Wenn ich eine Ration durchrechne, zählen die Leckerli mit, und bei Pferden, die zuckerarm gefüttert werden, kommt da oft mehr zusammen, als man denkt. Deshalb hab ich für die Rezepte ausgerechnet, wie viel Zucker und Stärke in einer Portion steckt. Das siehst du oben in der Grafik, und weiter unten steht, was bei EMS, Cushing und nach einer Hufrehe geht und was nicht.

Wie mache ich Pferdeleckerli ohne Zucker selber?

Du nimmst melassefreie Heucobs, weichst sie 15 bis 20 Minuten in warmem Wasser ein, drückst sie gut aus und mischst eine kleine Menge Möhre, Apfel oder Banane und getrocknete Kräuter darunter. Zucker, Honig, Sirup und Melasse brauchst du nicht, Mehl und Haferflocken auch nicht. Was nicht gebacken ist, verfütterst du am selben Tag.

Heucobs sind als Grundlage einfach praktisch. Sie bringen viel Faser mit, dein Pferd kennt den Geschmack, und bei guten Cobs liegen Zucker und Stärke zusammen unter 10 Prozent. Achte beim Kauf darauf, dass keine Melasse drin ist und der Zuckerwert auf der Packung steht. Worauf du sonst noch schaust, steht im Beitrag über Heucobs.

Für alle Rezepte hier werden die Cobs eingeweicht. Trockene Cobs quellen erst im Maul auf, und bei einem Pferd, das schlingt oder schlechte Zähne hat, kann daraus eine Schlundverstopfung werden. Wichtig zu wissen: Länger als 20 Minuten brauchen sie nicht. Ist die Masse zu fest, nimm mehr Wasser.

An Werkzeug reicht, was in jeder Küche liegt: eine Schüssel, ein Sieb zum Ausdrücken, eine Küchenwaage und eine Gabel. Wer schöne Formen mag, nimmt eine Pralinen- oder Eiswürfelform aus Silikon.

Und ganz ehrlich, dein Pferd braucht keinen süßen Geschmack, damit es sich über ein Leckerli freut. Ein Happen, der nach Heu und Kräutern riecht und aus deiner Hand kommt, reicht den meisten völlig.

Was gehört in gesunde Pferdeleckerli und was nicht?

Gut geeignet sind melassefreie Heucobs, Möhre, Apfel, ein Stück Banane, Gurke, Fenchel und getrocknete Kräuter wie Brennnessel, Kamille oder Pfefferminze. Nicht hinein gehören Zucker, Honig, Sirup, Melasse, Rosinen und anderes Trockenobst, Schokolade und Kakao. Mehl und Haferflocken gehen bei gesunden Pferden, sie bringen aber vor allem Stärke.

Zutat Geht das? Was du wissen solltest
Heucobs, Wiesencobs ohne Melasse ja, als Grundlage viel Faser, bei guten Cobs unter 10 % Zucker und Stärke
Möhre ja rund 6 g Zucker und Stärke je Möhre von 100 g
Apfel ja, in kleinen Mengen rund 16 g je Apfel von 150 g
Banane ja, in kleinen Mengen rund 21 g je geschälter Banane, klebt aber gut
Gurke, Fenchel, Staudensellerie ja kaum Zucker, viel Wasser, nur frisch verfüttern
getrocknete Kräuter ja, ein Esslöffel Brennnessel, Kamille, Pfefferminze, Fenchel
Haferflocken bei gesunden Pferden wenig rund 55 % Stärke
Mehl braucht es nicht bringt vor allem Stärke
Zucker, Honig, Sirup, Melasse nein ist Zucker, egal wie es heißt
Rosinen, Datteln, Trockenobst nein rund 60 g Zucker in 100 g
Schokolade, Kakao nein Theobromin ist für Pferde giftig und gilt im Turniersport als Doping
Salz, Öl nein Salz bekommt dein Pferd über die Ration, Öl braucht kein Leckerli

Bei den Rosinen lohnt sich ein zweiter Blick. In 100 Gramm Rosinen stecken rund 60 Gramm Zucker, in 100 Gramm Möhre rund 5 Gramm, also zwölfmal so viel. Beim Trocknen geht das Wasser raus, der Zucker bleibt. Deshalb steht Trockenobst auf der Nein-Seite, auch wenn es in vielen Rezepten als gesunde Süße auftaucht.

Bei Apfelmus aus dem Glas liest du die Zutatenliste, oft ist Zucker zugesetzt. Ein frisch geriebener Apfel tut es genauso. Welche Obst- und Gemüsesorten für Pferde giftig sind, steht im Beitrag über Obst und Gemüse für Pferde.

Wie mache ich Pferdeleckerli ohne Backen?

Ohne Backen geht es mit eingeweichten Heucobs, die du gut ausdrückst und mit etwas zerdrückter Banane oder mit Kräutern mischst. Die Masse formst du zu kleinen flachen Happen oder füllst sie in einen Apfel. Ungebackene Leckerli halten nicht lange, du machst also nur so viel, wie dein Pferd an einem Tag bekommt.

Rezept 1: Bananen-Heucobs-Happen ohne Haferflocken

Das ist das Grundrezept, wenn es schnell gehen soll. Die Banane hält die Masse zusammen, Mehl oder Haferflocken braucht es dafür nicht.

Du brauchst:

  • 100 g Heucobs oder Wiesencobs ohne Melasse
  • 300 ml warmes Wasser
  • eine halbe reife Banane, gern mit braunen Punkten
  • 1 EL getrocknete Brennnessel oder Kamille

So geht es:

  1. Die Cobs mit dem warmen Wasser übergießen und 15 bis 20 Minuten quellen lassen, bis kein harter Kern mehr drin ist.
  2. Die Masse in ein Sieb geben und mit einem Löffel kräftig ausdrücken. Je trockener sie ist, desto besser hält sie.
  3. Die Banane mit der Gabel zerdrücken, Kräuter und Cobs dazugeben und alles mit der Hand verkneten.
  4. Etwa 20 kleine, flache Happen formen, ungefähr so groß wie ein Zwei-Euro-Stück. Oder die Masse in eine Silikonform drücken.

Rechnerisch steckt in der halben Banane rund 10 Gramm Zucker und Stärke, in 100 Gramm guten Cobs unter 10 Gramm. Auf 20 Happen verteilt sind das rund 1 Gramm je Happen. Die Happen sind weich und zerfallen schnell, deshalb mögen sie auch ältere Pferde mit wenig Zähnen.

Rezept 2: Gefüllter Apfel mit Heucobs und Pfefferminze

Sieht nach mehr aus, als es ist, und ist in einer halben Stunde fertig. Gut für einen besonderen Tag oder als Leckerli, wenn Besuch im Stall ist.

Du brauchst:

  • 1 Apfel
  • 30 g Heucobs ohne Melasse
  • 100 ml warmes Wasser
  • 1 TL getrocknete Pfefferminze oder gemahlenen Fenchel

So geht es:

  1. Die Cobs 15 bis 20 Minuten einweichen, ausdrücken und mit der Pfefferminze mischen. Pfefferminze schmeckt kräftig, da reicht wenig.
  2. Den Apfel halbieren und das Kerngehäuse mit einem Teelöffel herauslöffeln. Die Mulde darf ruhig etwas größer werden.
  3. Die Cobs fest in beide Hälften drücken.
  4. Die Hälften so geben oder jede noch einmal durchschneiden, wenn dein Pferd gierig frisst.

Ein Apfel bringt rund 16 Gramm Zucker mit, die Cobs unter 3 Gramm. Für ein gesundes Pferd ist das eine schöne Portion für einen Tag.

Wie mache ich einen Pferdekuchen zum Geburtstag oder zu Weihnachten?

Ein Pferdekuchen ohne Backen besteht aus eingeweichten Heucobs mit geraspelter Möhre, die du fest in eine Schüssel drückst und auf einen Teller stürzt. Obendrauf kommen Möhrenstifte und ein paar Apfelspalten. Er ist in einer halben Stunde fertig und wird direkt verfüttert, er ist also eine kleine Mahlzeit und kein Vorrat.

Rezept 3: Heucobs-Möhren-Kuchen ohne Backen

Du brauchst:

  • 300 g Heucobs oder Wiesencobs ohne Melasse
  • 1,2 l warmes Wasser
  • 1 Möhre, fein geraspelt
  • zum Verzieren: 1 Möhre in langen Stiften, ein halber Apfel in Spalten, eine Prise getrocknete Kamillenblüten

So geht es:

  1. Die Cobs 15 bis 20 Minuten einweichen und gut ausdrücken. Ganz trocken muss die Masse hier nicht sein, etwas Feuchtigkeit hält den Kuchen zusammen.
  2. Die geraspelte Möhre untermischen.
  3. Eine kleine Schüssel von etwa einem Liter kalt ausspülen, die Masse hineindrücken und richtig fest andrücken.
  4. Einen Teller auflegen, umdrehen und die Schüssel vorsichtig abheben.
  5. Die Möhrenstifte senkrecht hineinstecken, die Apfelspalten rundherum legen und die Kamille darüberstreuen.

Die 300 Gramm Cobs sind eine echte Futtermenge und zählen zur Ration. Zusammen mit zwei Möhren und dem halben Apfel kommst du auf unter 50 Gramm Zucker und Stärke. Zum Vergleich: Ein Pferd, das am Tag 9 Kilo Heu mit 10 Prozent Zucker in der Trockenmasse frisst, nimmt über das Heu rund 800 Gramm Zucker auf.

Steht dein Pferd in der Gruppe, stell den Kuchen nicht mitten auf den Paddock. Wenn alle gleichzeitig ran wollen, wird geschlungen, und genau das willst du bei Cobs vermeiden. Gib ihn deinem Pferd lieber allein, z. B. in der Box oder am Putzplatz.

Welche Leckerli gehen bei EMS, Cushing und Hufrehe?

Wenn bei deinem Pferd Zucker und Stärke niedrig bleiben sollen, eignen sich Happen aus melassefreien Heucobs mit Kräutern und Gemüse mit wenig Zucker wie Gurke, Fenchel und Staudensellerie. Banane, Apfel und alles mit Haferflocken lässt du weg, Möhre gibt es höchstens als kleines Stück. Ein Leckerli ändert nichts an der Erkrankung, es soll die Ration nur nicht stören.

Bei EMS gilt als Richtwert, dass Zucker und Stärke zusammen unter 10 Prozent der Trockenmasse liegen, und zwar über alles, was das Pferd am Tag frisst. Leckerli gehören da mit rein. Bei Cushing kommt es auf das Insulin an: Ist es erhöht, fütterst du zuckerarm, ist es nachweislich normal, braucht es keine Begrenzung. Ist es noch nicht gemessen, rechne ich vorsichtshalber zuckerarm. Nach einer Hufrehe gilt dasselbe, und was dein Pferd in der akuten Phase bekommt, sprichst du mit der Tierärztin ab. Mehr dazu steht in den Beiträgen über EMS, Cushing und Hufrehe.

Rezept 4: Kräuter-Heucobs-Happen ohne Obst

Du brauchst:

  • 50 g Heucobs ohne Melasse, deren Zucker und Stärke du kennst
  • 200 ml warmes Wasser
  • 1 EL getrocknete Brennnessel
  • 1 TL getrocknete Pfefferminze oder gemahlenen Fenchel

So geht es:

  1. Die Cobs 15 bis 20 Minuten einweichen und sehr gut ausdrücken.
  2. Die Kräuter untermischen.
  3. Kleine Happen formen oder die Masse in eine Silikonform drücken und direkt verfüttern.

Ohne Banane halten die Happen nicht so fest zusammen. Das macht nichts, sie sind zum Füttern aus der Hand oder aus einer kleinen Schüssel gedacht. Bei Cobs mit unter 10 Prozent Zucker und Stärke sind das für alle Happen zusammen unter 5 Gramm.

Rezept 5: Knabberteller mit Gemüsestiften

Du brauchst:

  • ein Stück Salatgurke, etwa so lang wie deine Hand
  • einen Stängel Staudensellerie
  • ein Viertel Fenchelknolle

So geht es: Gurke und Fenchel der Länge nach in Stifte schneiden, nie in runde Scheiben. Den Sellerie in kurze Stücke schneiden, weil sich die langen Fäden sonst im Maul verhaken. Alles auf ein paar eingeweichte Cobs legen oder zwischen etwas Heu verstecken, dann sucht dein Pferd eine Weile.

Gurke und Sellerie haben kaum Zucker und bringen viel Wasser mit. Im Winter lagerst du das Gemüse frostfrei, gefrorene Stücke gibst du nicht. Wer mehr Beschäftigung ohne Zucker sucht, findet im Beitrag über Sträucher und Bäume für Pferde die Zweige, die Pferde fressen dürfen.

Kann ich Pferdeleckerli auch backen und länger lagern?

Ja, gebackene Leckerli halten länger, aber nur, wenn sie bei niedriger Temperatur ganz durchgetrocknet sind. Bleibt innen Feuchtigkeit, schimmeln sie in der Dose. Meine Heu-Möhren-Taler aus Heucobs, Möhre und Leinsamen kommen ohne Mehl, Zucker und Öl aus und halten zwei Wochen. Das Rezept steckt in meinem Adventskalender.

Viele Backrezepte im Netz nehmen Mehl und Haferflocken, weil der Teig dann hält wie Plätzchenteig. Für ein gesundes Pferd ist ein Keks davon in Ordnung. Du solltest nur wissen, was drin ist: Haferflocken haben rund 55 Prozent Stärke. Als Obergrenze für Stärke gilt 1 Gramm je Kilo Körpergewicht und Mahlzeit, bei empfindlichen Pferden die Hälfte. 100 Gramm Haferflocken bringen also rund 55 Gramm Stärke, bei einem 500-Kilo-Pferd sind das gut 10 Prozent dieser Grenze, und bei einem Pferd, das zuckerarm gefüttert wird, sind sie einfach unnötig.

Die Taler sind eins von sieben Rezepten im Adventskalender, dazu kommen Wissen für den Winterstall und drei Vorlagen zum Ausdrucken, jeden Tag vom 1. bis 24. Dezember ein Türchen. Wie du die Taler formst, backst und so trocknest, dass sie zwei Wochen halten, steht in Türchen 20. Der Kalender kostet 14,99 Euro und lässt sich auch verschenken, z. B. an die Reitbeteiligung oder die Stallfreundin. Mehr Ideen stehen im Beitrag Geschenkideen für Reiterinnen.

Wenn du selbst etwas backen willst: Nimm lieber eine niedrige Temperatur und viel Zeit, damit die Leckerli von innen trocken werden. Ein Leckerli, das beim Durchbrechen innen noch weich ist, ist nicht fertig.

Wie viele Leckerli am Tag sind okay?

Eine feste Obergrenze aus Studien gibt es dafür nicht. Rechne den Zucker zusammen: Zehn Bananen-Happen aus Rezept 1 sind rund 10 Gramm Zucker und Stärke, das ist weniger als zwei Möhren. Bei einem gesunden Pferd im passenden Gewicht ist das kein Thema, bei einem Pferd, das zuckerarm gefüttert wird oder abnehmen soll, zählt es mit.

Was in der Praxis eher passiert: Jeder im Stall meint es gut, und keiner weiß vom anderen. Du gibst deine Happen, die Reitbeteiligung hat noch einen Apfel in der Jacke, und am Wochenende gibt es den Kuchen. Einzeln ist das alles harmlos, zusammen kann es bei einem zuckerarm gefütterten Pferd schon zu viel sein. Sprich deshalb ab, wer was gibt, und schreib es dir notfalls auf einen Zettel an die Box.

Leckerli sind außerdem Energie. Bei einem Pferd, das eher zu rund ist, zählen auch die Cobs aus den Happen. Ob dein Pferd Fett angesetzt hat, einen vollen Bauch hat oder Muskulatur, kannst du im Beitrag über den Heubauch beim Pferd nachlesen.

Übrigens musst du Leckerli nicht abschaffen, damit eine Ration passt. Wenn sie aus Heucobs und Kräutern bestehen, sind sie einfach ein kleiner Teil vom Futter, den dein Pferd aus der Hand bekommt.

Wie lange halten selbstgemachte Pferdeleckerli?

Ungebackene Leckerli aus eingeweichten Cobs verfütterst du am selben Tag. In einer geschlossenen Dose im Kühlschrank halten sie höchstens bis zum nächsten Tag. Gebackene halten nur, wenn sie ganz durchgetrocknet sind. Riecht etwas säuerlich, gärig oder muffig, oder siehst du weiße, grüne oder graue Flecken, kommt alles weg.

Eingeweichte Cobs sind feucht und nährstoffreich, und genau das mögen Hefen und Schimmel. Im Winter hält ein angesetzter Brei bei Stalltemperatur einige Stunden, im Sommer praktisch gar nicht. Mit Banane oder Apfel darin geht es eher noch schneller. Deshalb stehen in den Rezepten oben kleine Mengen.

Einfrieren lohnt sich nicht. Du müsstest die Happen vor dem Füttern ganz auftauen lassen, gefroren gibst du sie nicht, und frisch angesetzt sind sie in 20 Minuten fertig.

Schimmelige Leckerli gehören nie ins Pferd, auch nicht, wenn du die Stelle wegschneidest. Das gilt für Selbstgemachtes genauso wie für altes Brot, dazu steht mehr im Beitrag über Brot für Pferde.

Wann muss die Tierärztin kommen?

Sofort bei Würgen, lang gestrecktem Hals oder Futterbrei aus den Nüstern nach einem Leckerli, das spricht für eine Schlundverstopfung. Ebenso, wenn dein Pferd eine Dose Leckerli, einen ganzen Kuchen oder Schokolade erwischt hat, auch wenn es noch völlig normal wirkt.

Bei Verdacht auf Schlundverstopfung nimmst du sofort Futter und Wasser weg, bis die Tierärztin da ist. Hat dein Pferd eine große Menge auf einmal gefressen, achte in den Tagen danach auf Kolikanzeichen wie Scharren oder häufiges Hinlegen, auf Durchfall und auf warme Hufe. Die Folgen einer großen Zuckermenge im Darm zeigen sich oft erst nach Stunden, an den Hufen manchmal erst nach ein bis drei Tagen.

Woher stammen die Angaben in diesem Beitrag?

Die Zuckerwerte für Möhre, Apfel, Banane und Rosinen sind Werte für rohe Ware aus der Datenbank FoodData Central des US-Landwirtschaftsministeriums, umgerechnet auf ein Stück oder eine Handvoll. Sie schwanken mit Sorte und Reife, die Grafik zeigt also die Größenordnung und keine Laborwerte. Bei den Heucobs habe ich mit der Orientierung unter 10 Prozent Zucker und Stärke gerechnet, wie sie im Beitrag über Heucobs steht. Die Werte für die Happen, den Apfel und den Kuchen sind meine eigene Rechnung aus diesen Zahlen.

Die Stärke in Haferflocken ist der Tabellenwert für entspelzten Hafer, 550 Gramm je Kilo, wie im Beitrag über gequetschten Hafer und Haferflocken. Die Obergrenze für Stärke je Mahlzeit stammt aus dem Beitrag über Brot für Pferde, der Richtwert für EMS aus dem Beitrag über EMS, und die Einteilung bei Cushing folgt der Empfehlung der Equine Endocrinology Group von 2025, wie im Beitrag über Cushing beschrieben.

Häufige Fragen zu selbstgemachten Pferdeleckerli

Kann ich Pferdeleckerli ohne Haferflocken machen?

Ja. Eingeweichte und gut ausgedrückte Heucobs halten mit etwas zerdrückter Banane gut zusammen, Haferflocken oder Mehl brauchst du dafür nicht. Ohne Banane halten die Happen etwas schlechter, sind aber genauso gut zum Füttern aus der Hand.

Darf ich Honig in Pferdeleckerli tun?

Ich würde es lassen. Honig ist Zucker, auch wenn er natürlich klingt, und dein Pferd braucht keine Süße, damit ihm ein Leckerli schmeckt. Für Pferde, bei denen Zucker niedrig bleiben soll, ist Honig tabu.

Wie mache ich Pferdeleckerli mit Banane?

Eine halbe reife Banane mit 100 Gramm eingeweichten, gut ausgedrückten Heucobs und einem Esslöffel getrockneten Kräutern verkneten und etwa 20 flache Happen formen. Das sind rund 1 Gramm Zucker und Stärke je Happen. Verfüttere sie am selben Tag.

Kann ich Apfelmus für Pferdeleckerli nehmen?

Ja, wenn kein Zucker zugesetzt ist. Lies die Zutatenliste auf dem Glas. Ein frisch geriebener Apfel ist die einfachere Wahl, er bringt rund 16 Gramm Zucker je Apfel von 150 Gramm mit.

Wie lange halten selbstgemachte Pferdeleckerli?

Ungebackene Leckerli aus eingeweichten Cobs verfütterst du am selben Tag, im Kühlschrank halten sie höchstens bis zum nächsten Tag. Gebackene halten nur, wenn sie ganz durchgetrocknet sind. Riecht etwas säuerlich oder muffig oder siehst du Flecken, kommt alles weg.

Darf ein Pferd mit EMS selbstgemachte Leckerli bekommen?

Ja, wenn sie aus melassefreien Heucobs, deren Zucker und Stärke du kennst, und Kräutern bestehen oder aus Gemüse wie Gurke und Fenchel. Banane, Apfel, Haferflocken und Trockenobst lässt du weg. Die Leckerli rechnest du in die Ration mit ein.

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