KI-generiertEine fertige „antientzündliche Ernährung“ gibt es beim Pferd nicht. Der Begriff kommt aus der Ernährung beim Menschen und wurde einfach übernommen. Belegt sind nur einzelne Bausteine: die fertigen Omega-3-Fettsäuren aus Algen oder Fisch, wenig Stärke und viel Raufutter. Bei Kurkuma, Teufelskralle und den meisten Gelenkzusätzen ist die Studienlage dünn.
Ganz ehrlich, bei kaum einem Thema wird so viel versprochen wie hier. Auf Instagram gibt es Listen mit „entzündungsfördernden“ und „antientzündlichen“ Futtermitteln, und in jedem zweiten Stall steht eine Dose Kurkuma. Hier geht es um die Studien, die es beim Pferd tatsächlich gibt, und zwar um die Originalarbeiten, nicht um die Werbetexte darüber. Das Ergebnis ist überschaubarer, als viele denken. Weiter unten findest du eine Tabelle, in der ich jeden Baustein danach einordne, wie gut er beim Pferd untersucht ist.
Was heißt antientzündliche Ernährung beim Pferd?
Gemeint ist eine Fütterung, die Entzündungsreaktionen im Körper nicht noch anheizt und, wo es geht, dämpft. Beim Menschen ist das ein eigenes Forschungsfeld. Beim Pferd gibt es dazu keine Studie, die eine ganze Ernährung untersucht hat. Untersucht sind immer nur einzelne Futtermittel oder Zusätze.
Eine Entzündung ist erst einmal nichts Schlechtes. Sie ist die Antwort des Körpers auf eine Verletzung, einen Erreger oder eine Reizung, und ohne sie schließt sich keine Wunde. Zum Problem wird sie, wenn sie nicht mehr abklingt, wie bei Arthrose, chronischem Husten oder Sommerekzem.
Genau an diesem Punkt setzen die meisten Produkte an. Und genau hier muss man genau hinschauen: Dass ein Stoff im Reagenzglas Entzündungsbotenstoffe senkt, heißt noch lange nicht, dass er im Pferd ankommt. Viele Pflanzenstoffe werden im Darm kaum aufgenommen oder in der Leber sofort umgebaut. Deshalb frage ich bei jedem Baustein zuerst: Kommt er überhaupt im Blut an? Und gibt es Studien an Pferden, nicht nur an Mäusen oder Menschen?
Welche Bausteine sind beim Pferd wirklich belegt?
Am besten untersucht sind die fertigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA aus Algen- oder Fischöl. Sie kommen nachweislich im Blut an, und es gibt kleine klinische Studien mit Effekten bei Arthrose und chronischem Husten. Gut belegt ist außerdem, dass zu viel Stärke auf einmal den Darm aus dem Gleichgewicht bringt.
Das klingt nach wenig, und das ist es auch. Aber genau diese beiden Punkte haben eine solide Grundlage. Alles andere, was unter „antientzündlich“ verkauft wird, steht beim Pferd auf deutlich wackligeren Beinen.
Hier meine Einordnung auf einen Blick:
| Baustein | Kommt im Blut an? | Studien am Pferd | Meine Einordnung |
|---|---|---|---|
| Algen- oder Fischöl (EPA, DHA) | ja | mehrere kleine, mit Effekten | belegt |
| Stärke begrenzen, viel Raufutter | entfällt | gut untersucht | belegt |
| Vitamin E und Selen nach Bedarf | ja | Mangel schadet nachweislich | belegt, aber nur bis zum Bedarf |
| Leinsamen, Hanf, Chia | kein EPA und DHA | eine kleine Studie zum Ekzem | schwach |
| Avocado-Soja-Extrakt | unklar | eine gute Studie, künstliche Arthrose | schwach |
| Teufelskralle | ja, kurz | Aufnahme gemessen, Wirkung kaum | schwach |
| Grünlippmuschel, Glucosamin, Chondroitin | teilweise | wenige, widersprüchlich | schwach |
| Kurkuma | kaum | praktisch keine unabhängigen | nicht belegt |
| Futterlisten „entzündungsfördernd“, Basenpulver, Kolloide | entfällt | keine | nicht belegt |
Die Spalte „Meine Einordnung“ ist meine Bewertung der Studienlage. Sie sagt nichts darüber, ob ein Mittel bei deinem Pferd hilft oder nicht. Sie sagt nur, wie viel man darüber weiß.
Was zeigen die Studien zu Omega-3?
Die fertigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA steigen im Blut an, wenn Pferde Fisch- oder Algenöl bekommen. Aus Leinsamen passiert das nicht. Bei Arthrose und chronischem Husten gibt es kleine Studien, in denen sich Entzündungswerte verbessert haben. Eine Heilung zeigt keine davon.
Drei Studien halte ich für besonders aussagekräftig:
- Florida 2010 (Vineyard und Kollegen): 18 junge Pferde bekamen zehn Wochen Fischöl, Leinsamen oder nichts. Nur beim Fischöl stiegen EPA und DHA im Blut deutlich an, beim Leinsamen tat sich nichts.
- Texas 2009 (Manhart und Kollegen): 16 Pferde mit Arthrose bekamen 90 Tage lang Omega-3 aus dem Meer oder nichts. Mit Omega-3 hatten sie weniger weiße Blutkörperchen in der Gelenkflüssigkeit, ein Zeichen für weniger Entzündung im Gelenk.
- Kanada 2015 (Nogradi und Kollegen): 43 Pferde mit chronischem Husten bekamen zwei Monate lang staubarmes Futter, ein Teil zusätzlich DHA. Die Pferde mit DHA husteten weniger und hatten weniger Entzündungszellen in der Lunge als die Pferde mit staubarmem Futter allein.
Wichtig dabei: In der Hustenstudie war das staubarme Futter die Grundlage. Das DHA kam obendrauf, es hat die Haltung nicht ersetzt. Welche Produkte ich empfehle und wie viel davon in den Trog gehört, steht ausführlich im Beitrag zu Omega-3 für Pferde.
Warum ist Stärke für Entzündungen so wichtig?
Weil zu viel Stärke auf einmal im Dünndarm nicht verdaut wird und in den Dickdarm rutscht. Dort wird sie schnell vergoren, der Darm übersäuert, Bakterien sterben ab und setzen Giftstoffe frei. Dieser Weg zur Hufrehe ist gut untersucht. Deshalb gilt: höchstens 1 g Stärke je kg Körpergewicht und Mahlzeit.
Für ein Pferd mit 500 kg sind das höchstens 500 g Stärke pro Mahlzeit. Das klingt viel, ist aber schnell erreicht: Hafer besteht zu rund 40 Prozent aus Stärke, und ein Liter Hafer wiegt knapp ein halbes Kilo. Bei Stoffwechselpferden liegt die Grenze deutlich niedriger, dort zählt die ganze Ration.
Für Pferde mit EMS oder Insulinresistenz empfehlen die Fachleute eine Ration mit weniger als 10 Prozent Zucker und Stärke zusammen. Das gilt auch fürs Heu, deshalb lohnt sich bei diesen Pferden eine Heuanalyse.
Heißt das, Getreide ist immer schlecht? Nein. Es heißt, dass die Menge pro Mahlzeit entscheidet und dass ein Pferd mit genug gutem Raufutter oft gar kein Getreide braucht. Was genau bei der Hufrehe im Körper passiert, liest du im Beitrag zur Hufrehe beim Pferd. Und warum ein gesunder Darm bei fast allen Beschwerden die erste Baustelle ist, steht im Beitrag zum gesunden Darm.
Helfen Kurkuma und Teufelskralle bei Entzündungen?
Beim Pferd ist das nicht belegt. Curcumin aus Kurkuma ist im Blut kaum messbar, weil der Körper es sofort umbaut. Den Wirkstoff der Teufelskralle findet man zwar einige Stunden im Blut, ob er beim Pferd etwas bewirkt, ist aber kaum untersucht. Beide wirken im Reagenzglas überzeugender als im Pferd.
Kurkuma: In Studien an Pferden findet man nach dem Füttern vor allem Abbauprodukte im Blut, freies Curcumin dagegen kaum. Das kennt man auch vom Menschen, deshalb setzen Hersteller oft Pfeffer oder Fett dazu. Studien zur Wirkung beim Pferd gibt es fast keine, und die wenigen stammen meist von Herstellern.
Teufelskralle: Eine Studie aus Wien hat 2019 gezeigt, dass der Wirkstoff Harpagosid bei sechs Pferden im Blut ankommt und nach etwa neun Stunden wieder weg ist. Nebenwirkungen gab es keine. Ob das Pferd dadurch weniger Schmerzen hat, wurde nicht gemessen. Und wichtig für alle, die Turniere reiten: Teufelskralle ist im Turniersport verboten, frag vorher deine Tierärztin nach den Fristen.
Ich sage nicht, dass beides nutzlos ist. Ich sage, dass man es nicht weiß. Wer Kurkuma füttert, weil es „natürlich gegen Entzündungen“ helfe, verlässt sich auf Studien an Menschen und Mäusen.
Was ist mit Gelenkzusätzen wie Grünlippmuschel?
Grünlippmuschel, Glucosamin, Chondroitin und Hyaluronsäure zum Füttern sind beim Pferd untersucht, aber meist in kleinen Studien mit widersprüchlichen Ergebnissen. Die beste Arbeit gibt es zum Avocado-Soja-Extrakt: Er hat Schäden im Gelenk verringert, die Lahmheit aber nicht.
Diese Studie kommt aus Colorado (Kawcak und Kollegen, 2007). 16 jungen Pferden wurde künstlich eine Arthrose im Karpalgelenk ausgelöst, die Hälfte bekam 70 Tage lang den Extrakt. Danach waren die Knorpelschäden bei diesen Pferden geringer. Gelahmt haben sie trotzdem genauso wie die anderen.
Das zeigt sehr schön, wie schwierig das Thema ist. Ein Effekt im Gelenk heißt noch nicht, dass es dem Pferd im Alltag besser geht. Und eine künstlich ausgelöste Arthrose bei jungen Pferden ist etwas anderes als eine Arthrose bei einem 22-jährigen Wallach.
Bei Arthrose zählen Bewegung und Gewicht oft mehr als jede Dose. Jedes Kilo zu viel landet auf den Gelenken. Wenn du das Thema Arthrose genauer angehen willst, hab ich dir alles in einem Ratgeber zusammengestellt.
Hilft Leinsamen gegen Entzündungen?
Leinsamen liefert nur die Omega-3-Vorstufe, und daraus macht das Pferd kaum EPA und DHA. Im Blut kommen sie nicht an. Es gibt eine kleine Studie mit sechs Pferden, in der Leinsamen die Hautreaktion bei einem Allergietest gegen Gnitzen verringert hat. Mehr Belege gibt es nicht.
Diese Studie kommt aus Kanada (O'Neill und Kollegen, 2002). Sechs Pferde mit einer Allergie gegen Gnitzen bekamen 42 Tage lang Leinsamen oder ein Scheinfutter. Danach war die Quaddel beim Hauttest kleiner. Ob die Pferde im Sommer weniger gejuckt haben, wurde nicht untersucht.
Ich empfehle Leinsamen trotzdem, nur aus einem anderen Grund: wegen der Schleimstoffe, gekocht oder geschrotet. Als Omega-3-Quelle taugt er nicht, und Leinöl erst recht nicht, das ist vor allem Energie.
Was ist nicht belegt?
Listen mit „entzündungsfördernden“ und „antientzündlichen“ Futtermitteln, Basenpulver und Kolloide haben beim Pferd keine Studiengrundlage. Auch dass mehr Vitamin E als der Bedarf Entzündungen dämpft, ist nicht gezeigt. Übergewicht abzubauen hilft dem Stoffwechsel sicher, ob dabei Entzündungswerte sinken, ist beim Pferd uneinheitlich.
Diese Listen kommen meist direkt aus der Ernährung beim Menschen. Da steht dann Zucker neben Weißmehl und Wurst, und das wird aufs Pferd übertragen. Aber ein Pferd ist ein Pflanzenfresser mit einem Darm, der ganz anders arbeitet. Was beim Menschen stimmt, muss beim Pferd nicht stimmen.
Bei Vitamin E ist es ähnlich. Ein Mangel schadet nachweislich, gerade Muskeln und Nerven leiden darunter. Ob dein Pferd genug bekommt, siehst du in der Ration. Mehr als den Bedarf zu füttern, bringt nach heutigem Wissen keinen zusätzlichen Schutz.
Und Kolloide oder Basenpulver? Dazu gibt es am Pferd schlicht keine Daten. Was ich zu den Kolloiden denke, liest du im Beitrag zur Mineralisierung mit Kolloiden.
Was sind stille Entzündungen beim Pferd?
Stille Entzündungen, auf Englisch Silent Inflammation, sind leichte Entzündungen, die dauerhaft im Körper laufen, ohne dass man etwas sieht. Beim Pferd sind sie in zwei Bereichen belegt: bei Übergewicht mit Insulinresistenz und im Alter. Einen Labortest, der sie beim einzelnen Pferd verlässlich misst, gibt es aber nicht.
Übergewicht: Schon 2007 haben Vick und Kollegen gezeigt, dass übergewichtige, insulinresistente Stuten mehr TNF-alpha im Blut haben, einen Entzündungsbotenstoff. Spätere Arbeiten fanden mehr Entzündungssignale im Bauchfett und im Muskel insulinresistenter Pferde. Nicht jede Studie findet das, die Ergebnisse sind beim Pferd uneinheitlicher als beim Menschen.
Alter: Ältere Pferde bilden mehr Entzündungsbotenstoffe, während die Abwehr nachlässt. Fachleute nennen das Inflammaging. In einer Studie von 2024 an Reitpferden stiegen mit dem Alter Serumamyloid A, Blutfette und Insulin an, ab etwa 17 Jahren zeigten sich deutliche Entzündungszeichen. Pferde, die regelmäßig gearbeitet wurden, waren seltener betroffen.
Heißt für uns: Bei stillen Entzündungen setzt du genau da an, wo die Studien hinzeigen. Gewicht runter, wenn es zu viel ist, Stärke und Zucker begrenzen und dein Pferd bewegen, gerade wenn es älter wird.
Kann man stille Entzündungen beim Pferd im Blut messen?
Nicht verlässlich. Tests auf Silent Inflammation kommen aus der Medizin beim Menschen und messen meist das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 im Blut. Für Pferde gibt es dafür keine Referenzwerte. Niemand weiß, welcher Wert beim Pferd gut oder schlecht wäre.
Auch die bekannten Entzündungswerte helfen hier wenig. Beim Menschen schaut man auf das CRP, beim Pferd spielt dieser Wert kaum eine Rolle. Serumamyloid A und Fibrinogen steigen beim Pferd vor allem bei akuten Entzündungen an, etwa bei einer Infektion oder nach einer Operation. Für eine leichte, dauerhafte Entzündung sind sie beim einzelnen Pferd nicht gemacht.
Was du stattdessen messen kannst, hat mehr Aussagekraft: das Gewicht, den Body Condition Score und, bei Verdacht auf EMS, das Insulin. Diese Werte hängen in den Studien mit den stillen Entzündungen zusammen, und für sie gibt es Referenzwerte und eine klare Behandlung.
Lass dir also kein teures Fettsäureprofil verkaufen, mit dem am Ende niemand etwas anfangen kann. Wenn du wissen willst, ob dein Pferd ein Stoffwechselproblem hat, sprich deine Tierärztin auf einen Insulintest an.
Wie füttere ich mein Pferd so, dass Entzündungen nicht angeheizt werden?
Mit einer sauberen Grundration: viel gutes Raufutter, wenig Stärke pro Mahlzeit, Mineralstoffe und Vitamin E nach Bedarf und so viel Weidegang, wie dein Pferd verträgt. Wenn dein Tierarzt Omega-3 empfiehlt, dann EPA und DHA aus Algen- oder Dorschöl, nicht aus Leinöl.
Mein Vorgehen ist immer dasselbe, und zwar in dieser Reihenfolge:
- Erst rechnen, dann ergänzen. Ohne Rationsberechnung weißt du nicht, wo eine Lücke ist. Wie das geht, steht im Beitrag zur Rationsberechnung.
- Stärke und Zucker runter, wo es zu viel ist, und Raufutter als Basis.
- Gewicht im Blick, besonders bei Arthrose und Stoffwechselpferden.
- Haltung mitdenken. Beim Husten ist staubarmes Heu wichtiger als jedes Pulver.
- Erst dann gezielt ergänzen, und zwar das, was beim Pferd belegt ist.
Das klingt weniger spannend als eine Dose mit „Entzündungsstopp“ drauf. Aber genau das ist ja der Punkt: Ein Zusatz wirkt oft nur an der Oberfläche, wenn die Grundration nicht passt. Wer der Ursache auf den Grund gehen will, fängt beim Heu an und nicht bei der Kurkuma.
Wann gehört das Thema zur Tierärztin?
Immer, wenn dein Pferd Anzeichen einer Entzündung zeigt: Lahmheit, warme oder dicke Gelenke, Husten, Fieber, Juckreiz oder eine Wunde, die nicht heilt. Futter kann eine tierärztliche Behandlung begleiten, aber nicht ersetzen.
Futter ist kein Arzneimittel. Weder Algenöl noch Kurkuma noch Teufelskralle heilen beim Pferd eine Krankheit, das zeigt keine einzige Studie. Gezeigt ist bei manchen Bausteinen ein Effekt auf Entzündungswerte, mehr nicht.
Sprich deine Tierärztin auch an, bevor du Zusätze mit Medikamenten kombinierst. Bei Schmerzmitteln wie Phenylbutazon und bei blutverdünnenden Mitteln ist nicht jede Kombination untersucht. Und wenn du Turniere reitest, kläre pflanzliche Zusätze vorher ab, einige stehen auf der Dopingliste.
Und ganz wichtig: Eine Hufrehe ist ein Notfall. Hier geht es nicht um die richtige Fütterung, sondern um sofortige tierärztliche Hilfe.
Häufige Fragen
Welches Futter wirkt beim Pferd gegen Entzündungen?
Kein Futter heilt eine Entzündung. Am besten untersucht sind die fertigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA aus Algen- oder Fischöl, sie haben in kleinen Studien Entzündungswerte bei Arthrose und Husten verbessert. Die Grundlage bleibt eine Ration mit viel Raufutter und wenig Stärke.
Ist Kurkuma gut für Pferde mit Arthrose?
Das ist beim Pferd nicht belegt. Curcumin kommt im Blut des Pferdes kaum an, weil der Körper es sofort umbaut. Studien zur Wirkung bei Arthrose gibt es fast keine. Bewegung, Gewicht und eine passende Ration sind bei Arthrose besser untersucht.
Darf ich Teufelskralle vor einem Turnier füttern?
Nein. Teufelskralle ist im Turniersport verboten. Kläre mit deiner Tierärztin ab, wie lange vorher du sie absetzen musst, und schau in das Regelwerk deines Verbands.
Was ist besser bei Entzündungen, Leinöl oder Algenöl?
Algenöl. Es liefert die fertigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA direkt. Leinöl liefert nur die Vorstufe, und die kann das Pferd kaum umbauen. In einer Studie kam bei gleicher Menge nur Omega-3 aus Fischöl im Blut an, aus Leinsamen nicht.
Wie lange dauert es, bis Omega-3 beim Pferd wirkt?
In den Studien hat es acht bis zehn Wochen tägliche Fütterung gebraucht, bis sich im Blut oder an den Entzündungswerten etwas verändert hat. Eine Kur von zwei Wochen bringt also wenig.
Gibt es Futtermittel, die Entzündungen fördern?
Belegt ist beim Pferd vor allem eines: zu viel Stärke auf einmal. Sie übersäuert den Dickdarm, und das kann eine Hufrehe auslösen. Listen mit „entzündungsfördernden“ Futtermitteln stammen meist aus der Ernährung beim Menschen und sind beim Pferd nicht untersucht.
Was ist Silent Inflammation beim Pferd?
Damit sind leichte, dauerhafte Entzündungen gemeint, die man von außen nicht sieht. Beim Pferd sind sie bei Übergewicht mit Insulinresistenz und bei älteren Pferden belegt. Ein verlässlicher Bluttest dafür existiert nicht. Gewicht abbauen, Stärke begrenzen und viel Bewegung sind die Ansatzpunkte mit den besten Belegen.
Zum Weiterlesen
Wenn du wissen willst, ob die Fütterung deines Pferdes im Ganzen passt, führt kein Weg an der Rechnung vorbei. Warum Eiweiß für Haut, Fell und Gelenke so wichtig ist, liest du im Beitrag zu den Aminosäuren. Und wie du ganz ohne Industriefutter eine saubere Ration zusammenstellst, steht im Beitrag ohne Industriefutter füttern.