
PSSM1 ist eine erbliche Muskelerkrankung, die man mit einem geprüften Gentest aus Haaren oder Blut sicher nachweisen kann. PSSM2 lässt sich dagegen nur über eine Muskelprobe feststellen. Der kommerzielle MIM-Test, früher als „PSSM2-Test“ verkauft, wurde in zwei unabhängigen Studien geprüft und passte nicht zu den Befunden der Muskelproben. In der Fütterung zählen bei allen Formen dieselben Grundlagen: wenig Stärke und Zucker, tägliche Bewegung und eine sauber berechnete Versorgung mit Vitamin E und Selen.
Kaum ein Thema verunsichert so wie ein Gentest-Ergebnis mit Buchstaben, die man nicht versteht. n/P2, P4/P4, n/Px, und dazu im Netz Listen mit Futter, das man ab sofort weglassen soll. Ich versteh total, dass man da erstmal erschrickt. Solche Ergebnisse bekomme ich von Kundinnen und auch von Kolleginnen immer wieder geschickt, oft zusammen mit einer langen Liste an Zusätzen. In diesem Beitrag erkläre ich dir, was PSSM1, PSSM2, MFM und MIM jeweils sind, was die Studien zum MIM-Test zeigen und wie ich ein Pferd mit Muskelproblemen füttere, ohne auf Verdacht einzukaufen.
Was ist PSSM beim Pferd?
PSSM steht für Polysaccharid-Speicher-Myopathie. Die Muskelzellen speichern Zucker in Form von Glykogen falsch oder zu viel davon, und in der Muskelprobe sieht man Einlagerungen, die da nicht hingehören. Man unterscheidet zwei Formen: PSSM1 mit bekannter Genveränderung und PSSM2, bei der die Ursache bis heute nicht bekannt ist.
Glykogen ist der Energiespeicher im Muskel. Bei einem gesunden Pferd wird es aufgebaut, wenn Zucker aus dem Futter ins Blut kommt, und bei Arbeit wieder verbraucht. Bei PSSM1 baut der Muskel ständig zu viel davon auf, weil ein Enzym überaktiv ist. Unter Belastung fehlt dem Muskel dann trotzdem Energie, und Muskelfasern gehen kaputt.
Die bekannteste Folge ist der Kreuzverschlag: Das Pferd wird bei oder kurz nach der Arbeit steif, schwitzt, zittert, will sich nicht mehr bewegen, und der Urin kann dunkel werden. Im Blut steigen dann die Muskelwerte CK und AST. Viele Pferde zeigen aber nur leise Zeichen: Steifheit, Unlust, Muskelabbau oder einfach weniger Leistung als früher. Und manche zeigen gar nichts: In einer Studie mit sieben Haflingerstuten mit GYS1-Veränderung hatte keine Beschwerden, auch nicht nach sechs Wochen mit viel Kraftfutter und einem Belastungstest (Schröder und Kollegen, 2015).
| PSSM1 | PSSM2 und MFM | MIM-Gentest | |
|---|---|---|---|
| Ursache | Veränderung im Gen GYS1 | unbekannt | Varianten P2, P3, P4, später P8, Px und weitere |
| Nachweis | Gentest aus Haaren oder Blut | Muskelprobe beim Tierarzt | kommerzieller Test aus Haaren |
| Unabhängig geprüft | ja | Muskelprobe ja | geprüft, kein Zusammenhang gefunden |
| Häufig bei | Quarter Horse, Paint, Kaltblüter | Quarter Horse, Warmblut, Araber | wird bei allen Rassen angeboten |
Was ist der Unterschied zwischen PSSM1 und PSSM2?
PSSM1 wird durch eine bekannte Veränderung im Gen GYS1 ausgelöst und lässt sich per Gentest sicher nachweisen. Eine Kopie reicht, damit ein Pferd betroffen sein kann. PSSM2 ist ein Sammelbegriff für Pferde mit auffälliger Muskelprobe, aber ohne GYS1-Veränderung. Dahinter stecken nach heutigem Stand verschiedene Erkrankungen, die man nur über die Muskelprobe erkennt.
Die GYS1-Veränderung wurde in mehr als 20 Rassen gefunden. Eine Untersuchung von McCue und Kollegen (2010) in Europa und Nordamerika fand sie in elf Rassen, je nach Rasse bei 0,5 bis 62,4 Prozent der Pferde. Am häufigsten war sie bei Percherons und Kaltblütern, darunter Rheinisch-Deutsches, Süddeutsches und Sächsisch-Thüringisches Kaltblut, dazu bei Belgiern, Quarter Horses, Paints und Appaloosas. In den untersuchten Hannoveranern, Vollblütern, Fjordpferden, Isländern und Welsh Ponys wurde sie nicht gefunden. Das heißt nicht, dass es dort gar nicht vorkommt.
Bei PSSM2 hat sich in den letzten Jahren viel getan. Bei Quarter Horses ist es eine eigene Speicherkrankheit mit Kreuzverschlag (Valberg und Kolleginnen, 2023). Bei Warmblütern und Arabern zeigte die Muskelprobe dagegen meistens häufig etwas anderes, nämlich die Myofibrilläre Myopathie, kurz MFM.
Was ist MFM beim Warmblut?
MFM steht für Myofibrilläre Myopathie. Dabei ist der innere Aufbau der Muskelfasern gestört, und ein Eiweiß namens Desmin lagert sich ab. Früher wurde das als PSSM2 eingeordnet, heute gilt MFM als eigene Erkrankung. Beim Warmblut zeigt sie sich meistens als Leistungsabfall und Unwilligkeit, die Hinterhand einzusetzen, oft bei normalen Muskelwerten im Blut.
Typisch beim Warmblut ab etwa sechs Jahren: Das Pferd will sich nicht mehr versammeln, geht nicht mehr gut vorwärts, wirkt hinten wechselnd lahm oder verspannt, und der Sattel oder die Zähne waren schon geprüft. Beim Distanzaraber fällt MFM eher durch Kreuzverschlag am Ende eines Rittes auf.
Bei beiden Formen fanden sich im Muskel weniger Schutzstoffe, die aus der Aminosäure Cystein aufgebaut werden (Valberg und Williams, 2025). Ob ein Futterzusatz daran etwas ändert, ist beim Pferd bisher nicht in kontrollierten Studien geprüft. Was man sinnvoll tun kann, ist die Eiweißversorgung insgesamt sauber zu berechnen. Mehr dazu steht im Beitrag über Aminosäuren beim Pferd.
Was ist MIM und was sagt ein Ergebnis wie n/P2?
MIM steht für „Muscle Integrity Myopathy“. So nennt eine amerikanische Firma ihren Gentest, der früher als PSSM2-Test verkauft wurde. Er sucht nach Varianten, die P2, P3, P4 und später auch P8, Px und anders heißen. n/P2 bedeutet: eine unauffällige Kopie und eine Kopie mit der Variante P2. Eine Diagnose ist das nach heutigem Stand nicht.
P2 liegt im Gen MYOT, P3 im Gen FLNC, P4 im Gen MYOZ3. Das sind Gene, die beim Menschen mit Muskelerkrankungen zu tun haben. Daraus wurde abgeleitet, dass die Varianten auch beim Pferd krank machen. Bewiesen war das nicht, und genau das wurde später unabhängig geprüft.
Für die neueren Varianten wie P8 oder Px gibt es nach meiner Recherche keine veröffentlichten Daten. Welches Gen hinter Px steckt, ist öffentlich nicht belegt. Wenn dein Pferd also ein Ergebnis wie n/Px hat, gibt es dazu schlicht keine Studie, die sagt, was das bedeutet.
Ich will damit niemandem den Test schlechtreden, der ihn gemacht hat. Viele haben ihn machen lassen, weil das Pferd Probleme hatte und niemand eine Antwort wusste. Das ist total nachvollziehbar. Wichtig ist nur, dass das Ergebnis nicht die Suche nach der echten Ursache beendet.
Was zeigen die Studien zum MIM-Test?
Zwei Studien einer amerikanischen Forschungsgruppe um Stephanie Valberg haben die Varianten P2, P3 und P4 geprüft. Sie kamen bei Pferden mit per Muskelprobe gesicherter Erkrankung nicht häufiger vor als bei gesunden Pferden. Auch gesunde Pferde trugen die Varianten oft. Die Autorinnen raten, den Test weder zur Diagnose noch für Zucht oder Ankauf zu nutzen.
In der ersten Studie (Valberg und Kolleginnen, 2021) wurden 68 Warmblüter und 30 Araber mit gesicherter PSSM2 oder MFM mit 54 gesunden Warmblütern und 30 gesunden Arabern verglichen. Kein Zusammenhang mit P2, P3 oder P4. Der Test erkannte weniger als ein Drittel der kranken Pferde. Von den gesunden Warmblütern trugen 15 Prozent P2 und 19 Prozent P4.
Die zweite Studie (Valberg und Kolleginnen, 2023) untersuchte 392 Quarter Horses: 229 gesunde und 163 mit gesicherter PSSM2. 57 Prozent der gesunden Pferde trugen mindestens eine Variante, bei den kranken waren es 61 Prozent. Das ist kein bedeutsamer Unterschied.
| Studie | Pferde | Ergebnis |
|---|---|---|
| Valberg 2021 | 98 kranke, 84 gesunde Warmblüter und Araber | kein Zusammenhang, Test erkennt weniger als ein Drittel |
| Valberg 2023 | 163 kranke, 229 gesunde Quarter Horses | 57 % der gesunden tragen mindestens eine Variante |
Warum ich das so genau aufschreibe, steht im Beitrag über die Grenzen von Studien: Eine einzelne Studie ist noch kein Wissen. Hier sind es aber zwei Studien, mit verschiedenen Rassen, mit Muskelproben als Vergleich, und sie kommen zum selben Ergebnis.
Was mache ich, wenn mein Pferd ein MIM-Ergebnis hat?
Erstmal nichts überstürzen. Hat dein Pferd keine Beschwerden, musst du deswegen nichts umstellen. Zeigt es Steifheit, Leistungsabfall oder Kreuzverschlag, gehört es zur Tierärztin: Muskelwerte in Ruhe und nach Belastung, ein PSSM1-Test, wenn er noch fehlt, und bei Bedarf eine Muskelprobe. Die Fütterung kannst du trotzdem schon sinnvoll aufstellen.
Bei der Tierärztin sind diese Punkte hilfreich:
- Muskelwerte CK und AST, einmal in Ruhe und einmal vier bis sechs Stunden nach leichter Arbeit. Erst der Vergleich zeigt, ob der Muskel bei Belastung leidet.
- PSSM1-Test auf GYS1, der ist unabhängig geprüft und geht aus Haaren oder Blut.
- Muskelprobe, wenn die Beschwerden bleiben. Nur sie kann PSSM2 und MFM sichern.
- Andere Ursachen ausschließen: Schmerzen im Rücken, an den Hufen oder Gelenken, Sattel, Zähne, Magen. Gerade beim Warmblut mit Leistungsabfall steckt oft etwas anderes dahinter.
Was du dir sparen kannst: teure Muskelzusätze auf Verdacht, nur weil der Test eine Variante zeigt. Und lass dich nicht verrückt machen von Listen, die Calcium, Hafer oder Luzerne pauschal verbieten. Was wirklich weg sollte, zeigt die Rationsberechnung.
Wie füttere ich ein Pferd mit PSSM?
Die Grundlage ist eine Ration mit wenig Stärke und Zucker, viel Heu und täglicher Bewegung. Getreide und Müslis fliegen raus, das Heu sollte wenig Zucker haben, und Vitamin E und Selen werden nach Bedarf und Blutwert eingestellt. Bei PSSM1 ist das gut untersucht, bei PSSM2 und MFM wird dasselbe empfohlen, auch wenn die Datenlage dünner ist.
In einer kleinen Studie mit vier Stuten mit PSSM waren die Muskelwerte nach Belastung bei der Ration mit der wenigsten Stärke am niedrigsten (Ribeiro und Kollegen, 2004). Bei Warmblütern mit PSSM2 berichteten 80 Prozent der Besitzerinnen nach Umstellung von Fütterung und Training eine Besserung, gut die Hälfte der Pferde kam aber trotzdem nicht so voran wie erhofft (Williams und Kolleginnen, 2018). Die Fütterung ist also ein wichtiger Baustein, aber nicht der einzige.
So sieht das bei mir in der Praxis aus:
- Heu als Basis, mindestens 1,5 kg je 100 kg Körpergewicht, möglichst ohne lange Fresspausen.
- Kein Getreide, kein Müsli, auch kein Hafer als Leckerli zwischendurch.
- Kraftfutter nur, wenn die Rechnung eine Lücke zeigt, und dann stärkearm.
- Leckerlis ohne Zucker und Melasse, gerade bei Pferden mit vielen Belohnungen im Training.
- Weide gezielt, weil junges Gras im Frühjahr und Gras nach kalten, sonnigen Nächten viel Zucker haben kann.
Wie viel Zucker und Stärke dein Heu hat, siehst du nur in einer Heuanalyse. Die Spanne zwischen zwei Heus kann riesig sein, und das Durchschnittsheu aus der Tabelle sagt über dein eigenes nichts. Welche Zeilen im Prüfbericht dafür wichtig sind, steht im Beitrag Heuanalyse lesen.
Woher bekommt ein Pferd mit PSSM Energie?
Die meisten Pferde mit PSSM1 sind leichtfuttrig und brauchen keine zusätzliche Energie, sie werden mit Heu allein satt und halten ihr Gewicht. Braucht ein Pferd mehr, weil es viel arbeitet oder schlecht zunimmt, nehme ich zuerst faserreiche Cobs mit wenig Stärke, zum Beispiel Luzerne oder ungemelasste Rübenschnitzel. Erst wenn das nicht reicht, kommt Fett in die Rechnung.
In den amerikanischen Studien wurde die Energie aus Getreide meistens durch Öl ersetzt, und das hat die Muskelwerte gesenkt (Borgia und Kolleginnen, 2010). Ich bin mit Pflanzenöl als Dauerlösung trotzdem zurückhaltend. Öl ist reine Energie ohne Struktur und ohne Eiweiß, und ein leichtfuttriges Kaltblut oder Quarter Horse ist damit schnell zu dick. Übergewicht macht die Lage für den Muskel und den Stoffwechsel nicht besser.
Bei einem Sportpferd mit PSSM, das trotz Fasern abnimmt, kann Fett trotzdem dazugehören. Dann aber langsam steigern, Vitamin E dazurechnen und die Menge in der Rationsberechnung festlegen. Wie du eine Ration selbst durchrechnest, zeige ich im Beitrag zur Rationsberechnung.
Welche Rolle spielt Bewegung bei PSSM?
Eine sehr große. Tägliche Bewegung ist bei PSSM genauso wichtig wie die Fütterung, eher noch wichtiger. Pferde mit PSSM vertragen lange Stehtage schlecht, Boxenruhe und plötzliche Pausen lösen bei vielen Beschwerden aus. Offenstall oder viel Auslauf und ein langsamer, regelmäßiger Trainingsaufbau sind die Grundlage.
Nach einer Pause, etwa wegen Krankheit oder im Winter, würde ich mit kurzen Einheiten im Schritt anfangen und über Wochen steigern. Lange Aufwärmphasen helfen vielen Pferden. Wichtig zu wissen: Ein Pferd mit Kreuzverschlag wird nicht weiter bewegt, da ist sofort die Tierärztin gefragt.
Bei Warmblütern mit MFM zeigte die Forschung außerdem Hinweise, dass der Muskel auf Training anders reagiert als bei gesunden Pferden. Hier lohnt es sich, das Training zusammen mit Tierärztin und Trainerin abzustimmen und Fortschritte in kleinen Schritten zu messen.
Brauchen Pferde mit PSSM mehr Vitamin E und Selen?
Vitamin E und Selen schützen den Muskel vor Schäden durch freie Radikale. Ein Mangel macht Muskelprobleme schlimmer. Ein Pferd mit 500 kg braucht im Erhalt rund 1,05 mg Selen am Tag. Beim Vitamin E nennt die amerikanische Bedarfstabelle 500 IE im Erhalt, bei Arbeit mehr. Gerade im Winter ohne Weide ist Vitamin E im Heu oft knapp.
Bei Selen ist die Spanne zwischen Bedarf und zu viel eng. Deshalb würde ich Selen nie auf Verdacht erhöhen, sondern erst den Blutwert messen lassen und dann rechnen, was Mineralfutter und Zusätze schon liefern. Viele Muskelprodukte enthalten Selen, und zusammen mit dem Mineralfutter kommt dann schnell zu viel zusammen.
Beim Vitamin E ist natürliches Vitamin E, also RRR-Alpha-Tocopherol, beim Pferd besser verfügbar als die synthetische Form. Im Winter kann ein Blutwert im Herbst und ein zweiter gegen Ende des Winters zeigen, ob die Menge passt. Warum Magnesium bei Muskelproblemen selten die Antwort ist, steht im Beitrag über Magnesium beim Pferd.
Wann gehört die Tierärztin dazu?
Sofort bei Verdacht auf Kreuzverschlag: Das Pferd wird steif, schwitzt, zittert, will nicht mehr laufen oder der Urin ist dunkel. Dann nicht weiter bewegen, nicht nach Hause reiten und die Tierärztin anrufen. Auch bei dauerhaftem Leistungsabfall, Muskelabbau oder wechselnder Lahmheit gehört eine Untersuchung an den Anfang.
Die Diagnose PSSM1 stellt der Gentest, PSSM2 und MFM die Muskelprobe. Beides läuft über die Tierärztin. Die Fütterung kommt danach und ersetzt keine Untersuchung. Und wenn dein Pferd Medikamente bekommt, besprich jede Futterumstellung vorher mit ihr.
Häufige Fragen zu PSSM und MIM
Ist ein Pferd mit n/P2 krank?
Nach heutigem Stand sagt das Ergebnis allein nichts darüber aus. In der Studie mit Quarter Horses trugen 57 Prozent der gesunden Pferde mindestens eine der Varianten. Ob dein Pferd eine Muskelerkrankung hat, zeigen Symptome, Muskelwerte und im Zweifel die Muskelprobe.
Muss ich bei MIM Px Calcium weglassen?
Eine Studie, die das belegt, ist mir nicht bekannt. Calcium braucht jedes Pferd, für Knochen, Muskeln und Nerven. Wichtig ist, dass es zum Phosphor passt, etwa 1,5 zu 1 bis 2 zu 1. Ob dein Pferd zu viel oder zu wenig hat, zeigt die Rationsberechnung mit Heu und Weide.
Darf ein Pferd mit PSSM Hafer fressen?
Ich würde bei PSSM auf Hafer und anderes Getreide verzichten, weil Getreide viel Stärke liefert. In einer Studie mit PSSM-Pferden lösten Rationen mit Getreide höhere Muskelwerte nach Belastung aus als Rationen mit wenig Stärke. Auch einzelne Handvoll Hafer als Belohnung summieren sich.
Darf ein Pferd mit PSSM auf die Weide?
Ja, Bewegung auf der Weide tut Pferden mit PSSM gut. Gras kann aber viel Zucker haben, vor allem im Frühjahr und nach kalten, sonnigen Nächten. Weidezeiten vorsichtig anfangen, die Morgenstunden nach Frost meiden und bei empfindlichen Pferden mit einer Fressbremse arbeiten.
Ist PSSM heilbar?
Nein, PSSM1 ist erblich und bleibt. Mit passender Fütterung, täglicher Bewegung und angepasstem Training kommen aber viele Pferde gut zurecht. Bei PSSM2 und MFM ist der Verlauf sehr unterschiedlich. Was für dein Pferd realistisch ist, besprichst du am besten mit deiner Tierärztin.
Kann ich mit einem PSSM1-Pferd züchten?
Davon wird abgeraten. PSSM1 wird dominant vererbt, schon eine Kopie kann ein Fohlen betreffen. Ein Elternteil mit einer Kopie gibt sie im Schnitt an die Hälfte der Fohlen weiter. Den MIM-Test für Zuchtentscheidungen zu nutzen, empfehlen die Studienautorinnen ausdrücklich nicht.
Quellen
- McCue ME, Anderson SM, Valberg SJ et al.: Estimated prevalence of the Type 1 Polysaccharide Storage Myopathy mutation in selected North American and European breeds. Animal Genetics 41 (Suppl 2), 2010, S. 145 bis 149.
- Valberg SJ, Finno CJ, Henry ML et al.: Commercial genetic testing for type 2 polysaccharide storage myopathy and myofibrillar myopathy does not correspond to a histopathological diagnosis. Equine Vet J 53 (4), 2021, S. 690 bis 700.
- Valberg SJ, Henry ML, Herrick KL et al.: Absence of myofibrillar myopathy in Quarter Horses with a histopathological diagnosis of type 2 polysaccharide storage myopathy and lack of association with commercial genetic tests. Equine Vet J 55 (2), 2023, S. 230 bis 238.
- Valberg SJ, Williams ZJ, Finno CJ et al.: Type 2 polysaccharide storage myopathy in Quarter Horses is a novel glycogen storage disease causing exertional rhabdomyolysis. Equine Vet J 55 (4), 2023, S. 618 bis 631.
- Valberg SJ, Perumbakkam S, McKenzie EC, Finno CJ: Proteome and transcriptome profiling of equine myofibrillar myopathy identifies diminished peroxiredoxin 6 and altered cysteine metabolic pathways. Physiological Genomics 50 (12), 2018, S. 1036 bis 1050.
- Valberg SJ, Williams ZJ: Myofibrillar Myopathy. Veterinary Clinics of North America: Equine Practice 41 (1), 2025, S. 139 bis 150.
- Firshman AM, Valberg SJ: Polysaccharide Storage Myopathy. Veterinary Clinics of North America: Equine Practice 41 (1), 2025, S. 125 bis 137.
- Schröder U, Licka TF, Zsoldos R et al.: Effect of Diet on Haflinger Horses With GYS1 Mutation (Polysaccharide Storage Myopathy Type 1). Journal of Equine Veterinary Science 35 (7), 2015, S. 598 bis 605.
- Williams ZJ, Bertels M, Valberg SJ: Muscle glycogen concentrations and response to diet and exercise regimes in Warmblood horses with type 2 Polysaccharide Storage Myopathy. PLoS ONE 13 (9), 2018, e0203467.
- Ribeiro WP, Valberg SJ, Pagan JD, Gustavsson BE: The effect of varying dietary starch and fat content on serum creatine kinase activity and substrate availability in equine polysaccharide storage myopathy. J Vet Intern Med 18 (6), 2004, S. 887 bis 894.
- Borgia LA, Valberg SJ, McCue ME et al.: Effect of dietary fats with odd or even numbers of carbon atoms on metabolic response and muscle damage with exercise in Quarter Horse-type horses with type 1 polysaccharide storage myopathy. Am J Vet Res 71 (3), 2010, S. 326 bis 336.
- Gesellschaft für Ernährungsphysiologie: Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Pferden. DLG-Verlag, 2014.
- National Research Council: Nutrient Requirements of Horses. 6. Auflage, National Academies Press, 2007.


