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Haut, Fell und Hufe·16 Min. Lesezeit·14.10.2026

Wundheilung beim Pferd: Nährstoffe und Mehrbedarf

Braucht ein Pferd mit Wunde mehr Eiweiß, Zink oder Vitamin C? Was die Haut zum Heilen braucht, was im Heu fehlt und was du dir sparen kannst.

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Balkengrafik für ein Pferd mit 500 kg: 7,5 kg durchschnittliches Heu decken 121 Prozent des Eiweißbedarfs, aber nur 48 Prozent beim Zink und 33 Prozent beim Kupfer.
Balkengrafik für ein Pferd mit 500 kg: 7,5 kg durchschnittliches Heu decken 121 Prozent des Eiweißbedarfs, aber nur 48 Prozent beim Zink und 33 Prozent beim Kupfer.

Ein Pferd mit einer Wunde braucht vor allem eine Ration, die den normalen Bedarf sauber deckt. Eiweiß ist mit durchschnittlichem Heu meistens genug da, Zink und Kupfer fehlen dagegen in fast jedem Heu, und zwar schon vor der Verletzung. Vitamin C bildet das Pferd selbst. Einen gemessenen Mehrbedarf für die Wundheilung gibt es beim Pferd nicht, es gibt dazu schlicht keine Studien.

Die Frage bekomme ich oft, meistens ein paar Tage nach dem Tierarzttermin: Das Pferd hat sich vertreten, ist genäht oder hat eine offene Stelle am Bein, steht jetzt in der Box, und die Besitzerin will mit dem Futter irgendwas Gutes tun. Dann wird schnell Zink gekauft, Vitamin C, ein Kräuterpulver für die Haut. Ganz ehrlich, das meiste davon ist rausgeworfenes Geld, solange niemand nachgerechnet hat, was in der Ration schon drin ist. In diesem Beitrag steht, welche Nährstoffe beim Heilen wirklich gebraucht werden, wie viel davon im Heu steckt, was bei Boxenruhe mit dem Futter passiert und wo die Fütterung einfach nichts ausrichten kann.

Hat ein Pferd mit Wunde einen Mehrbedarf an Nährstoffen?

Vermutlich ja, aber niemand hat ihn beim Pferd gemessen. Die Bedarfswerte von GfE und NRC gelten für gesunde Pferde, eine Zahl für verletzte Pferde gibt es nicht. Beim Menschen weiß man, dass große Wunden mehr Eiweiß und Energie kosten. Beim Pferd heißt das für mich: erst den normalen Bedarf vollständig decken, das ist schon der größte Schritt.

Wenn neues Gewebe entsteht, braucht der Körper Bausteine dafür. Für Bindegewebe ist das vor allem Eiweiß, also Aminosäuren, dazu Zink und Kupfer, die an den Enzymen für den Kollagenaufbau beteiligt sind, und Vitamin C, ohne das Kollagen nicht richtig vernetzt wird. Das ist Physiologie und gilt für jedes Säugetier.

Was fehlt, ist die Übersetzung in Mengen. Ich habe in der Fachdatenbank Europe PMC nach Studien gesucht, in denen Pferde mit Wunden anders gefüttert wurden als ohne. Es gibt keine einzige. Es gibt Studien zu Verbänden, Gels, Unterdruck, Hauttransplantation, Honig und Stammzellen, aber keine zum Futter.

Wichtig zu wissen: Eine kleine Schramme ändert am Bedarf so gut wie nichts. Bei einer großen, nässenden Wunde, die wochenlang offen bleibt, verliert das Pferd über das Wundsekret Eiweiß und Flüssigkeit, und da lohnt sich der genaue Blick auf die Ration. Dazwischen liegt fast alles, was im Alltag passiert.

Welche Nährstoffe braucht die Wundheilung beim Pferd?

Eiweiß, Zink, Kupfer, Vitamin C, Vitamin E und Selen sind die wichtigsten. Vitamin C bildet das Pferd selbst, Eiweiß liefert gutes Heu in der Regel ausreichend. Knapp sind in den allermeisten Rationen Zink und Kupfer, weil das Heu in Deutschland davon wenig enthält. Die Tabelle zeigt die Werte für ein Pferd mit 500 kg.

Nährstoff Wofür beim Heilen Bedarf 500 kg am Tag Aus 7,5 kg TS Heu (LUFA-Mittel)
Eiweiß (pcv XP) Bausteine für Kollagen und neue Zellen 317 g (GfE) rund 383 g
Lysin erstlimitierende Aminosäure rund 27 g (NRC) je nach Heu
Zink Zellteilung, Enzyme beim Gewebeaufbau 425 mg (GfE) rund 203 mg
Kupfer Enzym für die Vernetzung von Kollagen 105 mg (GfE) rund 35 mg
Selen Schutz der Zellen vor Oxidation 1,05 mg (GfE) regional sehr verschieden, meist wenig
Vitamin E Schutz der Zellen vor Oxidation rund 500 IE (NRC) in gelagertem Heu wenig
Vitamin C Vernetzung von Kollagen bildet das Pferd selbst

Gerechnet habe ich mit 7,5 kg Trockenmasse, das sind etwa 8,5 kg Heu, so wie es aus dem Netz kommt. Die Heuwerte sind Mittelwerte der LUFA Nord-West von 2021, dein Heu kann deutlich darüber oder darunter liegen. Beim Eiweiß reichte die Spanne dort von 2,3 bis 8,8 Prozent pcv XP. Wie du deine eigene Analyse liest, steht im Beitrag Heuanalyse lesen.

Die Lücke beim Zink und Kupfer hat mit der Wunde erst mal nichts zu tun. Die hat dein Pferd vorher schon gehabt, wenn kein passendes Mineralfutter dabei war. Durch die Wunde fällt sie nur mehr ins Gewicht.

Braucht ein Pferd mit Wunde mehr Eiweiß?

Bei einer kleinen Wunde nicht. Ein Pferd mit 500 kg braucht im Erhalt rund 317 g pcv XP, durchschnittliches Heu liefert bei 7,5 kg Trockenmasse rund 383 g. Knapp wird es bei spätem, holzigem Heu, bei alten Pferden und bei großen, nässenden Wunden. Dann lohnt eine Eiweißquelle mit viel Lysin, zum Beispiel Luzerne.

Beim Eiweiß kommt es auch darauf an, welche Aminosäuren drin sind. Lysin ist beim Pferd die erstlimitierende Aminosäure, fehlt sie, kann der Körper das übrige Eiweiß nicht voll nutzen. Heu ist eher lysinarm, Luzerne und Hülsenfrüchte liefern mehr. Mehr dazu steht im Beitrag über Aminosäuren beim Pferd.

Ob dein Heu reicht, siehst du auf dem Prüfbericht. Unter rund 4,2 Prozent pcv XP in der Trockenmasse rechne ich bei einem Pferd mit 500 kg nach, was die Ration sonst noch liefert. Liegt dein Heu darüber und frisst dein Pferd seine Menge, ist beim Eiweiß in der Regel alles gut.

Bei großen Wunden, zum Beispiel einer offenen Stelle am Röhrbein, die über Wochen nässt, würde ich die Eiweißmenge in der Ration etwas anheben, so um ein Viertel über den Erhaltungsbedarf. Das ist eine Erfahrungsgröße und keine Zahl aus einer Studie. Mehr bringt nichts, überschüssiges Eiweiß wird abgebaut und über die Nieren ausgeschieden.

Wichtig bei Boxenruhe: Ein Pferd, das steht, verbraucht weniger Energie als vorher. Mehr Eiweiß soll also nicht mehr Kalorien bedeuten. Luzerne passt da besser als ein Müsli, weil sie Eiweiß bringt und wenig Stärke.

Wie viel Zink und Kupfer braucht ein verletztes Pferd?

Den normalen Bedarf, also für 500 kg rund 425 mg Zink und 105 mg Kupfer am Tag. Durchschnittliches Heu liefert davon etwa die Hälfte beim Zink und ein Drittel beim Kupfer. Dass mehr als der Bedarf eine Wunde schneller heilen lässt, ist beim Pferd nicht untersucht. Beim Menschen hilft zusätzliches Zink nur, wenn vorher ein Mangel bestand.

Für 600 kg rechnest du mit rund 510 mg Zink und 126 mg Kupfer. Wichtig ist das Verhältnis, in der ganzen Ration etwa 3 zu 1 bis 4 zu 1. Zink und Kupfer nutzen im Darm ähnliche Aufnahmewege. Wer bei einer Wunde reines Zink dazukauft und das Kupfer vergisst, kann die Kupferaufnahme bremsen, und Kupfer braucht der Körper genauso für das Bindegewebe.

Eine Berliner Arbeitsgruppe hat 2023 zehn Pferden und Ponys nacheinander steigende Mengen Zink gefüttert, bis zum Doppelten der üblichen Menge in der Trockenmasse. Dabei veränderten sich einzelne Immunwerte, manche in die eine, manche in die andere Richtung, je nachdem, welche Zinkverbindung gefüttert wurde. Ein klares „mehr ist besser“ kam nicht heraus. Für mich heißt das: Zink nach Bedarf, sauber berechnet, und nicht auf Verdacht hoch dosiert.

Übrigens bringt der Zinkwert im Blut wenig. Dieselbe Gruppe hat bei 538 Klinikpferden den Zinkgehalt im Plasma gemessen, und der hing weder vom Futter noch von den meisten Erkrankungen ab. Als die Pferde mehr Zink bekamen, stieg der Wert im Mähnenhaar, im Blut kaum. Ein normaler Blutwert heißt also nicht, dass die Ration passt.

Wie du ein Mineralfutter findest, das zu deinem Heu passt, steht im Beitrag über Mineralfutter.

Braucht ein Pferd mit Wunde zusätzlich Vitamin C?

In der Regel nicht. Pferde bilden Vitamin C selbst in der Leber, anders als Menschen. Unter langem Stress kann der Spiegel im Blut sinken, aber zugefüttertes Vitamin C kommt beim Pferd schlecht an, die Werte schwanken stark von Pferd zu Pferd. Nach dem Absetzen lagen sie in einer Studie sogar wochenlang unter dem Ausgangswert.

Die Studienlage ist hier ziemlich eindeutig. In einer englischen Arbeit von 1987 stieg der Vitamin-C-Wert im Blut nach einer einzelnen Gabe von 20 g gar nicht an, erst bei täglicher Gabe über längere Zeit. 1990 hat dieselbe Gruppe reine Ascorbinsäure mit Ascorbylpalmitat verglichen. Das Palmitat kam besser an, aber bei zwei von sieben Pferden stieg nach sechs Stunden gar nichts.

In einer amerikanischen Studie von 2012 bekamen Absetzfohlen nach über 50 Stunden Transport Vitamin C, 5 g zweimal am Tag. Der Wert im Blut stieg nur leicht. Nach dem Absetzen lagen die gefütterten Fohlen ein bis drei Wochen lang unter den Fohlen, die gar nichts bekommen hatten. Die Forschenden vermuten, dass die eigene Bildung in der Leber gedrosselt wird. Ihr Fazit: längere Gaben besser vermeiden.

In der Klinik wird Vitamin C manchmal in die Vene gegeben, zum Beispiel bei schweren Infektionen. Das ist etwas anderes als Pulver im Futter und gehört in die Hand der Tierärztin.

Hagebutten darf dein Pferd trotzdem bekommen, wenn es sie gern frisst. Nur als Wundmittel würde ich sie nicht sehen.

Was ist mit Vitamin E, Selen und Vitamin A?

Auch hier zählt der normale Bedarf. Vitamin E und Selen schützen die Zellen vor Oxidation, und bei einer Wunde läuft im Gewebe viel Entzündung ab. Ein Mangel schadet nachweislich, mehr als der Bedarf bringt nach heutigem Wissen keinen zusätzlichen Schutz. Bei Selen ist die Spanne zwischen Bedarf und zu viel eng.

Vitamin E ist im frischen Gras reichlich vorhanden und geht im Heu mit der Lagerung verloren. Ein Pferd, das wegen der Wunde nicht auf die Weide darf und nur Heu bekommt, hat deshalb schnell weniger Vitamin E als im Sommer. Ein gutes Mineralfutter gleicht das aus. Der Richtwert nach NRC liegt im Erhalt bei rund 1 IE je kg Körpergewicht, für 500 kg also rund 500 IE am Tag.

Beim Selen liegt der Bedarf nach GfE bei 1,05 mg für 500 kg. In vielen Regionen Deutschlands ist der Boden selenarm, dann fehlt es im Heu. Gleichzeitig ist Selen das Spurenelement, bei dem man am schnellsten zu viel füttert, wenn Mineralfutter, Leckstein und ein Hufpulver jeweils etwas mitbringen. Also zusammenrechnen und nicht einfach ein Selenpräparat dazukaufen.

Vitamin A wird aus dem Carotin im Gras gebildet und ist wie Vitamin E im gelagerten Heu weniger. In Mineralfuttern ist es in der Regel enthalten. Extra Vitamin A würde ich nicht geben, zu viel davon schadet.

Warum heilen Wunden am Bein beim Pferd so langsam?

Pferdebeine heilen anders als der Rumpf, mit dem Futter hat das wenig zu tun. Am Röhrbein ist wenig Gewebe, die Haut zieht sich schlecht zusammen, und es bildet sich gern wildes Fleisch. Bei Großpferden ist das deutlicher als bei Ponys. Eine Wunde am Bein braucht deshalb oft Monate, auch wenn die Ration perfekt ist.

Das ist gut untersucht. Eine niederländische Arbeitsgruppe hat 1999 an fünf Pferden und fünf Ponys gleich große Wunden am Röhrbein und an der Hinterbacke beobachtet. Bei den Ponys ging alles schneller, und die Wunden an der Kruppe heilten bei allen schneller als die am Bein. Bei den Pferden wurden die Beinwunden in den ersten zwei Wochen sogar fast doppelt so groß, und das wilde Fleisch hielt sich lange.

Das wilde Fleisch, also überschießendes Granulationsgewebe, ist bis heute nicht ganz verstanden. Eine große Übersichtsarbeit von 2022 hat über 300 Studien dazu ausgewertet und kommt zu dem Schluss, dass es für die Behandlung kaum gesicherte Empfehlungen gibt. Das Futter kommt in dieser Arbeit als Ursache nicht vor.

Für dich heißt das: Wenn eine Beinwunde lange braucht, ist das erst mal normal und kein Zeichen für einen Mangel. Wird sie aber größer, wuchert das Gewebe über den Hautrand oder geht sie nach Wochen nicht zu, gehört sie wieder vor die Tierärztin. Was bei kleinen Wunden in deiner Hand liegt und was nicht, steht im Beitrag über Blauspray und Silberspray.

Was füttere ich, wenn mein Pferd wegen der Wunde Boxenruhe hat?

Heu bleibt die Grundlage, und zwar ohne lange Fresspausen. Kraftfutter und Müsli runter, weil das Pferd weniger verbraucht. Mineralfutter weiter, Salz weiter, Wasser immer frei. Plötzliche Boxenruhe ist ein Risiko für Verstopfungskoliken, deshalb lieber mehr Heu in kleinen Portionen als weniger.

Viele kürzen bei Boxenruhe alles, auch das Heu, damit das Pferd nicht zu übermütig wird oder nicht zunimmt. Beim Heu würde ich das nicht machen. Die Landwirtschaftskammer NRW nennt nach GfE mindestens 1 kg Raufutter je 100 kg Körpergewicht als Untergrenze, und das ist wirklich die Untergrenze. Ein Pferd in der Box hat sonst nichts zu tun, und lange Fresspausen über vier Stunden belasten den Magen.

Was du kürzt, ist die Energie aus Getreide, Müsli und Öl. Ein Pferd, das steht, braucht weniger davon. Ein engmaschiges Heunetz verlängert die Fresszeit, wenn dein Pferd zum Zunehmen neigt.

Eine britische Studie von 2002 fand, dass mehr Stunden im Stall und ein Wechsel der Haltung das Risiko für Verstopfungskoliken erhöhen. Ein Pferd, das von heute auf morgen von der Weide in die Box muss, erlebt genau das. Achte die ersten Tage besonders auf die Äppel: Menge, Konsistenz, ob sie trockener werden. Eingeweichte Heucobs als Teil der Ration bringen zusätzlich Wasser in den Darm.

Bekommt dein Pferd Antibiotika, kann sich die Darmflora verändern. Was du dann füttern kannst, steht im Beitrag über Darmsanierung beim Pferd. Bei längerer Gabe von Schmerzmitteln und einem Pferd mit empfindlichem Magen sprich mit deiner Tierärztin über einen Magenschutz.

Was kann ich mir bei einer Wunde sparen?

Alles, was nicht zu einer Lücke in deiner Ration passt. Reines Zink ohne Kupfer, Vitamin-C-Pulver, Biotin für die Haut, Kräuterpulver „für die Wundheilung“ und Kolloide. Für keines davon gibt es beim Pferd eine Studie zur Wundheilung. Das Geld ist in einer Rationsberechnung besser angelegt.

Biotin wird gern genommen, weil es bei Hufen manchmal etwas bringt. Für die Haut oder eine Wunde gibt es dazu nichts. Kräuter wie Ringelblume, Brennnessel oder Hagebutte werden traditionell bei Hautthemen gefüttert, belastbare Studien beim Pferd gibt es dazu nicht. Ich habe nichts dagegen, wenn dein Pferd sie gern frisst, nur heilen sie keine Wunde.

Auch Pflanzenöl für „schöne Haut“ würde ich weglassen, gerade bei Boxenruhe. Es ist vor allem Energie, und die braucht ein Pferd, das steht, am wenigsten. Wer bei Entzündungen über Omega-3 nachdenkt, liest den Beitrag zur antientzündlichen Ernährung. Dort steht auch, was belegt ist und was nicht.

Und noch was: Fang bei einer frischen Wunde nicht fünf neue Futter gleichzeitig an. Das Pferd hat schon genug Umstellung mit Box, Medikamenten und Verband. Wenn du etwas änderst, dann eins nach dem anderen.

Wann ist eine Wunde ein Fall für die Tierärztin?

Immer, wenn sie klafft, tiefer als die Haut geht, über einem Gelenk, einer Sehnenscheide oder am Huf liegt, nach zehn Minuten Druck noch blutet oder der Tetanusschutz unklar ist. Später dann, wenn die Wunde größer wird, wildes Fleisch über den Rand wächst, sie riecht, eitert oder nach Wochen nicht zugeht.

Dazu kommt ein Punkt, der direkt mit dem Futter zu tun hat: Frisst dein Pferd schlecht, seit es verletzt ist, nimmt es ab oder trinkt es wenig, ist das ein Warnzeichen. Schmerzen, Fieber oder Medikamente können den Appetit nehmen. Dann muss erst das geklärt werden, bevor du an der Ration etwas änderst.

Wenn eine Stelle über Wochen nicht zugeht, immer wieder aufbricht oder langsam größer wird, sollte auch an ein Sarkoid gedacht werden. Und Krusten in der Fesselbeuge, die immer wiederkommen, sind meistens Mauke und keine Wunde.

Häufige Fragen

Braucht mein Pferd bei einer Wunde mehr Futter?

Mehr Energie in der Regel nicht, weil es bei Boxenruhe weniger verbraucht. Heu bleibt in voller Menge, Kraftfutter wird eher weniger. Bei großen, nässenden Wunden kann das Eiweiß etwas höher liegen als im Erhalt, das sieht man in der Rationsberechnung.

Hilft Zink bei der Wundheilung beim Pferd?

Zink ist am Aufbau von neuem Gewebe beteiligt, und die meisten Pferde bekommen über das Heu nur die Hälfte ihres Bedarfs. Fehlt es, sollte das ausgeglichen werden, zusammen mit Kupfer. Dass mehr als der Bedarf die Heilung beschleunigt, ist beim Pferd nicht untersucht.

Soll ich meinem Pferd Vitamin C geben, wenn es verletzt ist?

In der Regel nicht. Pferde bilden Vitamin C selbst. Zugefüttertes Vitamin C kommt schlecht an, und nach längerer Gabe kann der Wert im Blut eine Zeit lang unter den Ausgangswert fallen. Bei schweren Infektionen entscheidet die Tierärztin, ob es in die Vene gegeben wird.

Wie lange dauert es, bis eine Wunde beim Pferd verheilt?

Eine kleine Schramme am Rumpf ist oft in zwei bis drei Wochen zu. Offene Wunden am Bein brauchen beim Großpferd häufig mehrere Monate, weil sich die Haut dort schlecht zusammenzieht. Ponys heilen in der Regel schneller als Großpferde.

Kann wildes Fleisch vom Futter kommen?

Dafür gibt es keinen Hinweis. Wildes Fleisch entsteht vor allem an den Beinen von Großpferden, bei Bewegung in der Wunde, Infektion und zu langer Entzündung. In der großen Übersichtsarbeit von 2022 spielt das Futter keine Rolle. Behandelt wird es von der Tierärztin.

Darf ein Pferd mit Wunde auf die Weide?

Das entscheidet die Tierärztin, je nachdem, wo die Wunde sitzt und ob sie ruhig gehalten werden muss. Von der Fütterung her spricht nichts dagegen, im Gegenteil, frisches Gras bringt Vitamin E. Nach längerer Boxenruhe die Weide aber langsam wieder anfüttern, mit wenigen Minuten am Tag anfangen.

Braucht ein Pferd mit Wunde mehr Magnesium?

Ein Mehrbedarf durch eine Wunde ist nicht bekannt. Ein Pferd mit 500 kg braucht im Erhalt rund 5,6 g Magnesium am Tag, und schon 10 kg durchschnittliches Heu liefern etwa 13,6 g. Mehr brauchen vor allem Pferde, die viel schwitzen, und das tut ein Pferd in der Box kaum. Auch zur Beruhigung bei Boxenruhe ist Magnesium nicht sicher belegt, mehr dazu im Beitrag über Magnesium beim Pferd.

Welches Futter liefert gut verwertbares Eiweiß?

Wenn deine Rationsberechnung zeigt, dass beim Eiweiß oder beim Lysin etwas fehlt, ist Luzerne meine erste Wahl. Sie liefert mehr Eiweiß und mehr Lysin als Heu und dabei wenig Stärke. Luzerne gibt es zum Beispiel als Pellets vom Biohof Elmengrund, kurzfaserig gepresst und trocken fütterbar. Langsam anfüttern, mit einer kleinen Handvoll anfangen.

Quellen

  • Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE, 2014): Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Pferden. Bedarfswerte nach der Zusammenstellung der Landwirtschaftskammer NRW, Stand 2024.
  • National Research Council (NRC, 2007): Nutrient Requirements of Horses. Lysin und Vitamin E.
  • LUFA Nord-West: Heu, Inhaltsstoffe und Energiegehalte, Mittelwerte 2021.
  • van Bömmel-Wegmann S. u. a. (2023): Zinc status of horses and ponies. Vet Sci 10:295.
  • van Bömmel-Wegmann S. u. a. (2023): Effects of dietary zinc chloride hydroxide and zinc methionine on the immune system and blood profile of healthy adult horses and ponies. Arch Anim Nutr 77:17.
  • Snow D. H., Gash S. P., Cornelius J. (1987): Oral administration of ascorbic acid to horses. Equine Vet J 19:520.
  • Snow D. H., Frigg M. (1990): Bioavailability of ascorbic acid in horses. J Vet Pharmacol Ther 13:393.
  • Ralston S., Stives M. (2012): Supplementation of ascorbic acid in weanling horses following prolonged transportation. Animals 2:184.
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  • Wilmink J. M. u. a. (1999): Differences in second-intention wound healing between horses and ponies. Equine Vet J 31:53 und 31:61.
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  • Hillyer M. H. u. a. (2002): Case control study to identify risk factors for simple colonic obstruction and distension colic in horses. Equine Vet J 34:455.

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